City Guide Kreis 1: Die besten Restaurants, Cafés und Bars in der Zürcher Altstadt
Züri isst | Pascal Grob bloggt

City Guide: Züri isst in der Altstadt

Von klassisch bis modern: Die besten Restaurants, Take-Aways, Cafés und Bars im Zürcher Kreis 1 im Überblick.

02. Februar 2019

9 Uhr — Helle oder dunkle Röstung: Kaffee für jede Vorliebe

Frühaufsteher kriegen in der neuen «Bar 45» der «La Stanza»-Macher bereits ab 7.00 Uhr einen eher dunkel gerösteten Espresso nach italienischem Vorbild. Und können gleichzeitig die wahrscheinlich längste Holztheke von Zürich bewundern, die in Kombination mit der hohen Decke und brasilianischem Marmor ein grosstädtisches Flair versprüht. Eine Seltenheit in Zürcher Cafés. Dazu passt Sfogliatelle – eine gefüllte Blätterteigtasche.

 

Eine halbe Stunde später öffnet das «Grande» seine Türe, nur wenige Schritte vom Zürcher Central entfernt. Das Café bietet beste Sicht auf vorbeigehende Passanten und die dahinterliegende Limmat. Kaffee gibts hier in zwei Ausführungen. Bei «Classic» dominieren schokoladige und nussige Noten, Liebhaber von Kaffee mit Fruchtsäure und zurückhaltenden Röstaromen sollten hingegen «Modern» wählen.

Café Grande Zurich
Das Café Grande bietet beste Sicht auf das Limmatquai und liegt nur wenige Schritte vom Zürich HB entfernt.

Das Café Henrici im Zürcher Niederdorf beglückt seit bald zehn Jahren Kaffee-Fans von morgens bis abends mit Spezialitätenkaffee. Neben Espresso und Cappuccino locken sie auch mit einer Hausspezialität: «Nitro Cold Brew». Dafür füllt Mitinhaber Christoph Huber – von allen liebevoll «Tito» genannt – seinen «Cold Brew» (kaltgebrauten Kaffee) in Fässer ab und versetzt ihn mit Stickstoff. Das Resultat? Erfrischender Kaffee-Genuss mit einer wundervollen Crema und vollem, seidigem Mundgefühl.

 

Wer nach seinem Morgenkaffee lieber gleich sitzen bleiben möchte und noch arbeiten muss, sollte sich einen Tisch im «Kraftwerk» sichern, wo Laptops keine ungebetene Gäste darstellen. Hinter den mächtigen Eingangstüren aus Glas und Metall des ehemaligen ewz-Unterwerks an der Selnaustrasse trifft Industrie-Charme auf Möbeldesign vom 20. Jahrhundert: 22 aufeinander gestapelte Schiffscontainer dienen als Kulisse für Espresso, Cappuccino und Filterkaffee.

 

Bar 45, Bahnhofstrasse 45 (auf Google Maps anzeigen)
Grande, Limmatquai 118 (auf Google Maps anzeigen)
Henrici, Niederdorfstrasse 1 (auf Google Maps anzeigen)
Kraftwerk, Selnaustrasse 25 (auf Google Maps anzeigen)

Nitro Cold Brew im Café Henrici in Zürich
Im «Henrici» kommt der «Cold Brew» direkt aus dem Zapfhahn, der ihm eine besondere Geschmeidigkeit verleiht.
Kraftwerk Zürich
22 aufeinander gestapelte Schiffscontainer dienen im «Kraftwerk» als imposante Kulisse.

12 Uhr — «High and low»: Zürcher Institution oder die stadtbesten Falafel

Die besten Falafel der Stadt findest du im «Orient Catering» – ein Take-Away versteckt in einem Hinterhof an der Weinbergstrasse oberhalb des Centrals. Worin sie sich massgebend von der Konkurrenz unterscheiden? Die Kichererbsen-Masse besitzt eine federleichte, fluffige Konsistenz wie mehrfach gedämpfter Couscous. Kleine und grosse Mezze-Teller stehen ebenfalls im Angebot.

 

Für ein Mittag- statt Abendessen in der «Kronenhalle» sprechen viele Gründe. Wie die beruhigende Atmosphäre in der Brasserie dank sanftem Tageslicht, das den grosszügigen Raum erhellt. Oder der nur Mittwoch- und Samstagmittag anzutreffende «Bollito Kronenhalle» vom rollenden Servierwagen mit allerlei Kochfleisch: Rind, Schwein, Huhn, Kalbskopf, Zunge und Markknochen. Nach einer zweiten Portion verlässt bestimmt niemand seinen Tisch mit knurrendem Magen. Andere Klassiker, die stets überzeugen: Matjeshering, Gurkensalat, Mistkratzerli und Entrecôte Café de Paris.

Falafel im Orient Catering in Zürich
Falafel wie im «Orient Catering» gibts sonst nirgends in der Stadt: Beim Central versteckt sich eine arabische...

Ebenfalls am Bellevue befindet sich eine zweite Zürcher Institution: der «Sternen Grill» – auch «Vorderer Sternen» genannt. Ob auf diesem Grill tatsächlich die beste Bratwurst der Stadt auf dem Rost liegt, sei dahingestellt. Fakt ist: Der Ort ist Kult und die Wurst schmeckt – insbesondere in der Kombination mit Tränen in die Augen treibendem Meerrettich-Senf und einem «Gold-Bürli». Als Alternative empfiehlt sich «Bruzzito» – eine Brottasche gefüllt mit Poulet, Kohl und hausgemachter Cocktailsauce.

 

Mit der Edelmetzgerei «Hatecke» beim Löwenplatz kommt auch die Limmatstadt in den Genuss von erstklassigem Fleisch aus dem Engadin. «Allegra!» ertönt es unisono beim Betreten der Filiale, die gleichzeitig auch als Bistro fungiert und verschiedene Speisen ganztags anbietet. Auf der Speisekarte steht ein klassisches Tatar – abgeschmeckt mit fein gehackter Essiggurke, Petersilie und Zwiebeln sowie Olivenöl, Cognac, Ketchup und auf Wunsch scharfer Habanero. Oder wer es schlichter mag: fein aufgeschnittenes Carpaccio mit darüber geraffeltem Parmesan, Olivenöl, Salz und Pfeffer – Qualität, die du schmeckst.

 

Orient Catering, Weinbergfussweg 4 (auf Google Maps anzeigen)
Kronenhalle, Rämistrasse 4 (auf Google Maps anzeigen)
Sternen Grill, Theaterstrasse 22 (auf Google Maps anzeigen)
Hatecke, Usteristrasse 12 (auf Google Maps anzeigen)

Hatecke in seiner Metzgerei in Zürich
Trockenfleischspezialitäten und Rindstatar: Ludwig Hatecke führt am Löwenplatz eine Edelmetzgerei mit Bistro.

20 Uhr — «Plates to share»: Moderne Gastronomie oder spanische Tapas

Die «Bauernschänke» ist das momentan aufregendste Restaurant in der Zürcher Altstadt. Mit modernen, brutal abgeschmeckten «Plates to share» und einer wegweisenden Weinkarte begeistert das Lokal Jung und Alt. Die wohlschmeckenden Gerichte strotzen mit einer Balance aus Süsse, Säure und Umami, das sich oft – wie in Südostasien – gleich mit dem Löffel verspeisen lässt. Als kulinarischer Patron dient GaultMillaus «Koch des Jahres 2016» Nenad Mlinarevic, während Thomas Brandner als Küchenchef alles sachgemäss umsetzt. Zu den Klassikern gehört «Brot mit Tunke» und Schweinebauchgröstel, das im Salatblatt zum Taco mutiert.

 

Dank dem Restaurant «Lotti» hat auch die Bahnhofstrasse ein Lokal mit Öffnungszeiten von frühmorgens bis spätabends, das eine Küche mit nachhaltigen Produkten aus der Region pflegt zu vernünftigen Preisen. Das Toggenburger Fleisch kommt vom Holz-Grill, das Gemüse vom Markt. Und als Snack zwischendurch gibts «Züri Flade» (eine ovale Mini-Pizza) in verschiedenen Varianten. Fast 140 Innen- und Aussensitzplätze bieten auch Platz für spontane Besucher.

Sharing Plates in der Bauernschänke in Zürich
Moderne, brutal abgeschmeckte «Plates to share»: Die Bauernschänke ist das aufregendste Restaurant in der Altstadt.

Auch hinter dem Bahnhof Richtung Landesmuseum weht ein frischer Wind. Das Restaurant «Spitz» beeindruckt bereits vor dem ersten Gang mit seinem gelungenen Interieur-Mix aus Moderne und Klassik. Danach folgen Gerichte aus der immer wieder wechselnden Karte, die gehobene Küche mit einer Prise Nonchalance kombiniert. Wie eine leicht temperierte Lachsforelle, die eine wundervolle Konsistenz aufweist und mit hauchdünn geschnittenem Rettichsalat in Bergamotten-Ponzu schwimmt.

 

Wer spanische Tapas mag, wird das Restaurant «Löweneck» an der Löwenstrasse lieben. Vis-à-vis des Migros City gibts «Croqueta», Pulpo oder Iberico-Schweinerippe. Einen Platz im Kochbilderbuch verdienen die Speck-Schinken-Kroketten mit Idiazabal: Aussen knusprig frittiert, innen weich und cremig. Die Karte offenbart weitere Klassiker wie «Pan con Tomate», «Albondigas» (Lammfleischbällchen in Tomatensauce) oder «Pimientos de Padrón». Aber auch saisonale Angebote wie Krevettenbouillon oder «Morcilla» – eine spanische Blutwurst.

 

Bauernschänke, Rindermarkt 24 (auf Google Maps anzeigen)
Lotti, Werdmühleplatz 3 (auf Google Maps anzeigen)
Spitz, Museumstrasse 2 (auf Google Maps anzeigen)
Löweneck, Löwenstrasse 34 (auf Google Maps anzeigen)

Restaurant Spitz im Landesmuseum
Das Restaurant Spitz kombiniert Moderne und Klassik in ihrem Interieur – und auf dem Teller.
Löweneck Restaurant in Zürich
Vom Klassiker bis hin zu saisonalen Spezialitäten: Im «Löweneck» kommen Tapas-Fans auf ihre Kosten.

Drinks — Seltene Spirituosen oder Champagner-Bar

Nicht nur das Restaurant der Kronenhalle ist eine Zürcher Institution, sondern auch die dazugehörige Bar. Durch den Eingang an der Rämistrasse tauschst du Stadtlärm gegen Ruhe und Diskretion in einem Setting, das so zeitlos erscheint wie das Interieur der Bar mit Baujahr 1965. Eine neue Barkarte von Chef de Bar Christian Heiss verpasste dem Lokal letzten Frühling eine Verjüngungskur. Besonders spannend: Die Seite «Bargeflüster», die sich den Kreationen seiner Berufskollegen widmet. Lieblinge auf der Karte? «Dürrenmatt», «Se a Vida e» und «El Murillo».

 

Für die wahrscheinlich grösste Spirituosen-Sammlung in Zürich begibst du dich zur «Old Crow» hinter dem Rennweg. In Dreierkolonnen reihen sich über 1600 Flaschen aneinander auf fünfstöckigen Wandregalen: Whisky, Gin, Rum, Tequila, Mezcal, Bitterspirituosen und Liköre aus allen Ecken der Welt. Viele rare Flaschen stehen auf einer speziellen 50-seitigen Menükarte.   Vom vergessenen Klassiker bis zu den ausgefallenen Eigenkreationen mischt dir die Crew um Markus Blattner jeden Drink mit viel Know-How.

Die neuen Getränkekarten in der Kronenhalle Bar
Mit der neuen Barkarte verpasste Chef de Bar Christian Heiss der Kronenhalle Bar eine Verjüngungskur.
Old Crow Bar in Zürich
Über 1600 Spirituosen im Angebot! Ein Grossteil stammt aus dem Besitz von «Old Crow»-Mitinhaber Markus Blattner.

Zurück in der «Bar 45» wartet eine Getränkekarte mit besonderem Fokus auf Champagner abseits von «Veuve Clicquot» und «Dom Perignon». Fair kalkulierte Preise ermöglichen Champagner-Genuss für jedes Portemonnaie. Geheimtipp auf der Karte? «Arteis & Co. Brut 2004». Ansonsten gibts «Bonnaire Grand Cru» sowie ein Rosé-Champagner von «Laherte Frères» im Offenausschank.

 

Kronenhalle, Rämistrasse 4 (auf Google Maps anzeigen)
Old Crow, Schwanengasse 4 (auf Google Maps anzeigen)
Bar 45, Bahnhofstrasse 45 (auf Google Maps anzeigen)

Tipps für den Verdauungsspaziergang

Das Wahrzeichen von Zürich ist die Kirche Grossmünster. Gegen eine kleine Gebühr können Besucher den Karlsturm emporsteigen und eine einmalige Sicht über Zürich geniessen. Viele vergessen jedoch dabei auch noch dem Kreuzgang einen Besuch abzustatten. Hinter einer Türe links vom Eingang der Kirche befindet sich die Oase der Besinnung mit einem Garten in Zusammenarbeit mit der Stiftung «Pro Specie Rara».

 

Auf der Suche nach dem besten Fruchtbrötchen der Stadt? Viele Zürcher kennen den Vorzeigebäcker «John Baker», obwohl er als Person gar nicht existiert. Seine Bio-Brote eroberten die Limmatstadt im Nu dank einer Rückbesinnung auf traditionelle Methoden. Statt Backmischung und industrieller Backhefe setzt «John» auf ökologisch nachhaltige Grundprodukte und lange Teigführung. Auch sehr empfehlenswert: «Plunder» oder der Taboulé-Salat.

Brotauswahl von John Baker Zürich
Plunder, Sandwiches und Salate: John Baker verkauft mehr als nur Bio-Brot.

Seit über 40 Jahren produziert die «Schwerzmann Fabrikation» ihre Kirschstängeli im Zürcher Oberdorf. Die Besonderheit? Keine Zuckerkruste! Sie bestehen nur aus Schokolade, gefüllt mit wahlweise Kirsch, Pflümli oder Williams. Ein ideales Mitbringsel aus Zürich.

 

Die Confiserie Sprüngli dominiert Zürich mit gutem Grund. Federleichte Luxemburgerli in zig Geschmacksvarianten, die gar ihr französische Vorbild übertreffen. Oder ein Truffes-Brioche zum Verlieben. Aber auch die salzige Abteilung kann sich sehen lassen: Laugengipfel mit Ei-Füllung oder Käseküchlein mit Cherry-Tomate. Der perfekte Stopp für den kleinen Hunger zwischendurch.

 

Kaum etwas, das sich für die heimische Küche im Kolonialwarenladen «Schwarzenbach» nicht finden lässt: Edle Gewürze, eine Riesen-Auswahl Dörrfrüchte vom In- und Ausland, Nüsse, Essige, Öle und viele weitere Spezialitäten. Die Familie Schwarzenbach führt das Geschäft im Zürcher Oberdorf bereits in der fünften Generation – seit 1864!

 

Grossmünster, Grossmünsterplatz (auf Google Maps anzeigen)
John Baker, Stadelhoferstrasse 28 (auf Google Maps anzeigen)
Schwerzmann Fabrikation, Oberdorfstrasse 25 (auf Google Maps anzeigen)
Sprüngli, Bahnhofstrasse 21 (auf Google Maps anzeigen)
Schwarzenbach, Münstergasse 19 (auf Google Maps anzeigen)