Text und Fotos: Pascal Grob

Lust auf eine wirklich gute Pizza? Bisher wäre für mich in diesem Fall eigentlich nur ein Besuch im Restaurant in Frage gekommen. Mein kürzlicher Pizza-Marathon belehrte mich aber eines Besseren: Auch zu Hause muss in Zürich niemand darauf verzichten. Wie bereits bei der Suche nach dem besten Cordon bleuDöner, Croissant, den besten Marroni, Mailänderli, Dreikönigs- oder Osterkuchen war meine Vorgehensweise simpel: Essen, essen, essen in einem möglichst kurzen Zeitfenster. Die Regel: Nur Pizza Margherita zwecks Vergleichsmöglichkeiten. Und ein kleiner Tipp vorweg: Ausnahmslos jede Pizza schmeckte bedeutend besser nach zwei Minuten im 220 Grad vorgeheizten Ofen. Neun Testkandidaten standen auf meiner Liste, vier schafften es in die Top-Auswahl.

La Penisola da Gilberto — Der überraschende Testsieger

Wer wochentags über Mittag an der Paninoteca «La Penisola» vorbeikommt, trifft immer auf eine Warteschlange hungriger Gäste. Der Dauerbrenner? Piadine und Panini. Umso grösser meine Überraschung, als ich die gelieferte Pizza Margherita (grosses Bild oben) zum ersten Mal begutachte: Eine neapolitanische Pizza wie aus dem Bilderbuch mit einem knusprigen, aber doch luftig-leichten, geschmeidigen Teig inklusive Rand im Leopardenmuster. Auch der Belag begeistert dank reichlich Tomatensugo, der an Sommer in Italien erinnert, und Mozzarella mit süsslichem Milchgeschmack. Nur über das Tomaten-Käse-Verhältnis lässt sich streiten – im Zweifelsfalle mit dem Vermerk «ein bisschen weniger Mozzarella» bestellen. Trotzdem: Der überraschende und klare Sieger meines Tests! Preis: 17.50 CHF. Bestellung via Takeaway.com, Eat.ch oder Uber Eats.

Con Gusto — Der Pizza-Neuling am Schaffhauserplatz

Scheint so, als hätte sich am Schaffhauserplatz ein neuer Hotspot etabliert für Pizza-Fans. Der Transport via Uber Eats hat meine Pizza Margherita leider an den Rand der Kartonschachtel gedrückt, dessen Geschmack lässt das Malheur aber schnell wieder vergessen. Ein weicher, luftiger Teig, der im Vergleich zur Konkurrenz dank höherem Salzgehalt mit stärkeren Aromen überrascht, aber einen Ticken knuspriger sein könnte. Und ein ideales Verhältnis zwischen Tomatensauce und Fior di Latte, vollendet von Olivenöl und Basilikum – so muss eine Pizza Margherita nach neapolitanischem Vorbild schmecken. Preis: 16 Franken. Bestellung via Takeaway.com, Smood oder Uber Eats.

Luigia — Der Platzhirsch jenseits des Röstigrabens

In der Westschweiz betreibt «Luigia» bereits sechs Filialen, den Sprung über den Röstigraben nach Zürich wagte die Restaurantkette aber erst vor knapp einem Jahr. Im Angebot: eine überwältigende Anzahl verschiedener Antipasti, Primi und Secondi, sowie Pizzen nach neapolitanischer Art. Die Qualität? Erstaunlich hoch für eine Restaurantkette – und aussergewöhnlich gut für einen Pizza-Lieferdienst. Bei Ankunft bereits leider etwas kühl und zäh, erwachte die Pizza nach zwei Minuten im vorgeheizten Ofen zu neuem Leben: Der Teig war wieder luftig und geschmeidig, der Belag tadellos mit fruchtigen «San Marzano»-Tomaten, Fior di latte und aromatischem Basilikum. Trotzdem dürfte die Pizza noch eine Spur luftiger und knuspriger sein, der Salzgehalt des Teigs ein bisschen höher, um den Eigengeschmack zu akzentuieren. Preis: 15.90 CHF. Bestellung via Uber Eats oder Smood.

Il Basilico — Pizza wie in New York

Gleichmässig verteilter Mozzarella, der den Belag dominiert, dazu eine ziemlich würzige Tomatensauce auf einem dünnen, knusprigen, leicht luftigen Pizzateig. So schmeckt der typische «New York Slice» – und auch die Pizza beim Zürcher Pizzakurier Il Basilico. Sie ist die beste Option unter meinen Testkandidaten für alle «Pizza napoletana»-Gegner und überzeugt mit sehr guten Zutaten, was wohl insbesondere bei den aufwändigeren Pizza-Varianten ins Gewicht fällt. Auf Wunsch gibts hausgemachtes Peperoncini-Öl gratis dazu, das wunderbar zu dieser Version der Pizza Margherita passt. Preis: 17 Franken. Bestellung via «Il Basilico»-Website.

Welche Pizzen sonst noch unter den Testkandidaten waren, es aber nicht in die Top-Auswahl geschafft haben, seht ihr in der unten stehenden Bildstrecke.