Dreikönigskuchen von Honold Zürich
Züri isst | Pascal Grob bloggt

Die besten Zürcher Dreikönigskuchen

Ein Test von elf Bäckereien offenbart klare Favoriten, die auf unterschiedliche Weise überzeugen können.

05. Januar 2018

Freut ihr euch auch schon auf den Dreikönigstag? Und seid dann wieder enttäuscht von den trockenen Hefe-Brötchen, die auch die saftigsten Sultaninen nicht mehr retten können? Um euch dieses Jahr davor zu bewahren, habe ich mich (mal wieder) für euch einmal quer durch die Stadt gegessen. Elf verschiedene Kandidaten vom Grossverteiler bis zur Kleinbäckerei landeten in meiner Einkaufstüte. Fünf davon überzeugen mit einem luftig-feuchten Teig, die sich zusätzlich durch weitere Merkmale voneinander abgrenzen.

«Der Nussige»

Bereits visuell beeindruckt der Dreikönigskuchen von Sprüngli mit seinen gleichmässig in die Höhe gewachsenen Brötchen, auf denen sich Hagelzucker und Mandelsplitter tummeln. Rosinen im Teig? Fehlanzeige. Dafür versteckt sich im Boden eine süsse Masse, die an Nussschnecke erinnert: Bittermandeln, Haselnuss, Kakaopulver, Zimt, Orange und Aprikose. Wer nach einem klassischen Dreikönigskuchen mit dem gewissen Extra sucht, wird hier glücklich. Preis: 15 Franken.

«Der Goldene»

Aus dem Dreikönigskuchen von Vollenweider schimmern goldgelbe Sultaninen. Im Gegensatz zu ihren dunkelbraunen Artgenossen besprüht sie der Traubenzüchter mit einem Pottasche-Olivenöl-Gemisch vor der Trocknung. So löst sich die Wachsschicht auf der äusseren Schale und macht sie wasserdurchlässig. Das Ergebnis: Ein fruchtig-süsses Aroma, dessen Intensität den ganzen Teig parfümiert und herkömmliche Rosinen blass aussehen lässt. Auf dem Kuchen befinden sich Mandelstifte und der obligate Hagelzucker. Preis: 13 Franken.

«Der König»

Der Dreikönigskuchen von Honold (im Titelbild) glänzt mit dem luftigsten, butterigsten Teig von allen. Klugerweise spicken ihn die Bäcker weder mit Sultaninen noch dekorieren sie ihn mit Mandelsplitter. Einzig der gleichmässig verteilte Hagelzucker durfte bleiben. Reduktion aufs Wesentliche. Preis: 10.50 Franken.

«Der Franzose»

Ein Exot hat sich auf meiner Einkaufstour eingeschlichen: «Galette des Rois» – die französische Version unseres Dreikönigskuchens. Ebenfalls erhältlich bei Vollenweider besteht er aus einem mit saftiger Mandelmasse gefüllten Blätterteig und bietet Abwechslung vom altbekannten Hefeteig. Sehr lecker! Aber Vorsicht – auch in diesem Kuchen versteckt sich ein kleiner, weisser König. Stolzer Preis: 36 Franken.

«Der Fruchtig-herbe»

Auch der Kandidat von John Baker fällt optisch aus der Reihe. Deutlich dunkler gebacken als die anderen, setzt er ausserdem auf Puder- statt Hagelzucker. Die dadurch entstandenen Röstaromen stehen in einem angenehmen Kontrast zu den zahlreichen Rosinen, die sich im Teig verstecken. Im Gegensatz zu den anderen Exemplaren, schmeckt dieser Teig weniger butterig und besitzt eine dicke Kruste, die an Zopf erinnert. Preis: 13 Franken.