Züri isst | Pascal Grob bloggt

Best of «Züri isst»! Die Restaurants 2017

Ein aufregendes Jahr geht zu Ende. Das waren Pascal Grobs Highlights in Sachen Restaurants und Take-Aways.

24. Dezember 2017

Ende April erblickte der GaultMillau-Channel das Licht der Computer- und Smartphone-Bildschirme und damit auch «Züri isst». Acht Monate und 67 Restaurants, Pop-Ups, Cafés, Bars und Shops später, neigt sich ein aufregendes Jahr in Zürich zu Ende - höchste Zeit für einen kulinarischen Rückblick. Hier sind meine Favoriten der Kategorien Restaurant und Take-Away:

Gamper

Die Zeiten sind vorbei, wo sich Zürich vor einem internationalen Vergleich mit angesagten Restaurants verstecken muss. «Septime» in Paris? «Lyle’s» in London? Wir haben das Gamper! Für Zürcher Verhältnisse unverschämt günstige 72 Franken zaubert Küchenchef Marius Frehner in seiner Quartierbeiz ein dauernd wechselndes Fünf-Gang-Menü aus spitzenmässigen Produkten. Mit seinem unverkennbaren Kochstil kitzelt er aus wenigen Zutaten ein Maximum an Geschmack heraus und kreiert dabei komplexe Gerichte. Auch der GaultMillau würdigt seine Leistung mit 14 Punkten. Zum Testbericht.

Königstaube mit Krautstiel im Restaurant Gamper Zürich
Ein Hauptgang von vergangenem Frühling: Königstaube aus der Bresse (F) mit Krautstiel.

Fuego Y Hielo

Im Sommer versetzten uns Elif Oskan und Markus Stöckle von «Miss Marshall» während zwei Monaten ins Taco-Fieber und betrieben mit «Fuego Y Hielo» den temporär besten Take-Away der Stadt. Zürich stand Schlange vor dem kleinen Küchenfenster der Central Bar für täglich frisch produzierte Maistortillas gefüllt mit grilliertem Schweinefleisch und Ananas oder Miesmuscheln mit «Mole». Dazu gabs das Sommergetränk des Jahres: Frosé. Die Hoffnung auf eine Fortsetzung stirbt zuletzt. Zum Testbericht.

Fuego Y Hielo Tacos Central Bar Elif Oskan Markus Stöckle Zürich
Taco «Al Pastor» – ein Publikumsmagnet: Schweinefleisch mariniert mit Ananas-Saft, Zimt, Nelke, Piment, Kreuzkümmel.

Jakob

Normalerweise begibt sich «Züri isst» nicht auf Pfade jenseits der blau-weissen Kantonsgrenze. Doch für das Restaurant Jakob in Rapperswil-Jona SG musste eine Ausnahme her. Lokale Zutaten erster Güte vom visionären Jungbauern Matthias Hollenstein von «Slow Grow» treffen auf Küchenchef Markus Burkhard und verwandeln sich in Gerichte mit erstaunlicher Tiefe und abwechslungsreichen Texturen. Zu Recht GaultMillaus diesjährige «Entdeckung des Jahres in der Deutschschweiz»! Zum Testbericht.

Vorspeise à la Jakob: Gebeizte Felche mit Crème Fraiche, Kapuzinerkresse, Gin-Wacholder-Gurken und Gurkensaft.

Napulé

Dank dem dreifachen Pizza-Weltmeister Raffaele Tromiro und seinem Restaurant Napulé in Meilen liegt Neapel kulinarisch ein ganzes Stück näher an Zürich wie zuvor. Was unterscheidet eine Pizza napoletana von der üblichen dünnen, knusprigen Pizza? Sie lebt vom Teig! Alle Zutaten stammen dabei direkt aus der süditalienischen Küstenstadt – vom «Tipo 00»-Weizenmehl über die «San Marzano»-Tomaten bis zum Mozzarella fior di latte. Zum Testbericht.

Pizza Margeritha und Pizza salsiccia e friarielli vom dreifachen Pizza Weltmeister Raffaele Tromiro im Restaurant Napulé in Meilen am Zürichsee
Raffaele Tromiro bäckt neapolitanische Pizzen wie aus dem Bilderbuch.

Wild Bar

Das temporäre Restaurant an der Militärstrasse war das aufregendste Pop-Up des vergangenen Jahres. Die Getränkekarte glänzte mit einer überwältigenden Auswahl an lebendigen Naturweinen. Am Herd stand Markus Stöckle, der in der Entwicklungsküche des weltberühmten Restaurants Fat Duck von Heston Blumenthal mitwirkte. Er begeisterte Gäste mit einer abwechslungsreichen und kreativen Speisekarte: Kabeljau an Weihrauch-Mole oder fermentierte Kartoffeln mit Gruyère, Trüffel und Madeira. Die Gastspiele diverser Starchefs wie Sven Wassmer, Nenad Mlinarevic und Silvio Germann sorgten für weitere unvergessliche Abende.

Während fünf Monaten war die «Wild Bar» das aufregendste Pop-Up-Restaurant, das Zürich je hatte.

Bimi

Auf der Suche nach dem besten japanischen Restaurant der Stadt, gerät ein Lokal oft in Vergessenheit: das Bimi an der Seefeldstrasse hinter dem Opernhaus. Was aus der Küche kommt, überzeugt genauso in der Auswahl der Produkte wie in der delikaten, feinsinnigen Zubereitung. Dünn geschnittener Oktopus mit Gurken und Algen in Reisessig oder grilliertes Dorschfilet in Miso-Marinade. Und auch wer Sushi mag, kommt hier auf seine Kosten. Zum Testbericht.

Bimi Japanisches Restaurant Zürich Seefeld Essen
Im Mittelpunkt der Gerichte steht immer Japans liebster Geschmack: Umami.