Gemeinsamer Nenner: Matterhorn-Blick! Zermatt im Sommer? Fantastisch! Die Temperaturen sind nicht ganz so hoch wie im Tal, der Dichtestress geringer als im Winter - und die Beizer in Hochform. Der Lunch auf den Sonnenterrassen will verdient sein. Ohne eine kleine Wanderung oder ein paar Höhenmeter mit dem Bike kommt man nicht hin. Gemeinsamer Nenner: Der atemberaubende Blick aufs Matterhorn. Chefs, die in kleinen Küchen Grosses leisten. Weinkarten (Grossflaschen, Walliser Stars), die begeistern,

Kult in Zermatt: «Chez Vrony» auf Findeln. Vrony & Max Cotting-Julen, die Kids Max & Louis.
# 1 Chez Vrony: «The one and only Burger»
Die Lady first! Vrony Cotting-Julen ist die berühmteste Wirtin am Berg, eine grosse Nummer auch in Nordamerika. «We want to go to Vrony», sagen die Gäste aus den USA zum Concierge und staunen dann, dass ohne Fussmarsch nach Findeln nichts geht. Es lohnt sich. «The one and only Vrony-Burger», gehört zu den Rennern auf der grossen Karte; das Fleisch stammt mehrheitlich von Tieren, die rund ums Restaurant weiden. Neu auf der Karte: Saibling mit Zitronenbutter! Die Heida-Fischsuppe (Alpen-Zander, Alpen-Egli) bestellen wir immer. Vronys starke Männer: Ihr Partner, Investment-Banker und «Chez Vrony»-Mastermind Max Cotting. Küchenchef Oliver Waldispühl. Und Sohn «Mäxli», Vronys designierter Nachfolger. 14 GaultMillau-Punkte.
www.chezvrony.ch

Die Drei «Zum See»: Marion & Markus Mennig, Chef Adelino.

Signature Dessert: Adelinos frisch gebackene Crèmeschnitten.

Der ganze Weiler ist eine Beiz: «Zum See», 14 GaulMillau-Punkte.
# 2 Zum See: Wachteln, Seezunge, Crèmeschnitten
In Routine erstarren ist für die Gastgeber Markus und Marion Mennig keine Option, auf der Karte entdecken wir immer wieder Neues. Wachteln beispielsweise, unkompliziert, aber präzis gebraten. Oder Tortelloni, frech gefüllt mit Ricotta und Brennnesseln, die rund um den Weiler wachsen! Langzzeit-Chef Adelino (33 Jahre im Haus!) bereitet in der Kleinstküche mit sechstem Sinn für Garzeiten auch grosse Fische zu: Seezungen und Wolfsbarsch. Die Salate wachsen im eigenen, hochalpinen Bio-Garten. Die Crèmeschnitten sind Kult am Berg. 14 GaultMillau-Punkte.
www.zumsee.ch

Treffpunkt «@paradise»: Der frühere Skirennfahrer Elia Zurbriggen und seine Frau Lorena sind die Gastgeber, die Kids Lisa, Livia und Janis öfter mal dabei.
# 3 @paradise: Tapas, Bagels & Wienerschnitzel
Ex-Skirennfahrer Elia Zurbriggen (richtig: Pirmins Sohn) und seine Strahlefrau Loredana haben ein freches Konzept: Auf der @paradise-Karte steht, was man sonst nicht so kriegt auf der Gourmet-Alp Findeln: Tapas, Easy Bowls, neuerdings auch prall gefüllte Bagels, in Whisky gebeiztes Lammfleisch, eingewickelt in ein Petite-Arvine-Weinblatt. «Alpine Fusion», sagt Küchenchef Markus Pössenberger stolz. Keine Fusion, aber Hommage an seine österreichische Heimat: Ein wellig-saftiges Wienerschnitzel. Die Walliser Winzer-Amazonen Marie-Thérèse Chappaz, Sandrine Caloz und Valentina Andrei haben auf der Weinkarte einen Logenplatz. 13 GaultMillau-Punkte.
www.paradisezermatt.ch

Auch im Sommer attraktiv: Der «Findlerhof». Hausspezialität: Wildlachs aus Alaska.

Wildlachs, Sashimi, Tatar: Am besten bestellt man im Findlerhof ein «Tris».
# 4 Findlerhof: Alaska-Lachs & Eringer Bratwurst
Alaska - Findeln einfach! Francis Schwery, in Zermatt ein Star, lässt seinen Wildlachs in Alaska räuchern und serviert ihn in allen Varianten. Auch wer das «Tris di primi» ordert, kriegt ihn: Alaska Wildlachs geräuchert, Vitello tonnato, Rindstatar, serviert mit Pita-Brot. Die Currycrèmesuppe gibt’s mit Crevetten, Wiener Schnitzel, Spareribs mit Berghonig-Glasur und Eringer Bratwurst mit Rösti und Zwiebelsauce sind Fixstarter auf der Karte. Auch gut: Der «Matterkuchen» mit Speck, Lauch und Walliser Bergkäse. 14 GaultMillau-Punkte.
www.findlerhof.ch

Wandern in die «Adler Hitta», mit Matterhorn-Blick.

(Fast) alle wollen nur das eine: Coquelets vom Feuer.

Smarter Gastgeber im «Adler»: Urs «Ugi» Zumtaugwald.
# 5 Adler Hitta: Spätzlipfanne & Spareribs im «Güggeli»-Paradies
Im Winter brummt der Laden: House- & Techno Music, wilde Parties – und seit 30 Jahren vor allem knusprige Güggeli vom Spiess, über offenem Feuer! Im Sommer ist es in der «Adler Hitta» ruhiger. Aber der Besuch lohnt sich: Ugis Spätzlipfanne mit Lauch, Speck und Käse, Spareribs mit BBQ-Sauce, Käsefondue von der Horu-Käserei. Ein Jacuzzi und eine E-Bike-Ladestation gibt’s in diesem Alpen-Beachclub auch. Der schlaue Ugi Zumtaugwald zieht sich etwas zurück, Tochter Sarina übernimmt. Chef der zehnköpfigen (!) Küchenbrigade: Florian Reichert.
www.adler-hitta.ch

Fluhalp auf 2660 Metern: Eine Top-Adresse, drinnen und draussen.

Aprikosen, Apfelstrudel: Die «Fluhalp» ist berühmt für das Kuchenbuffet.
# 6 Fluhalp: Spaghetti, Spätzli, Kuchenbuffet
Schlemmen auf 2620 Metern? Reini und Michi machen es möglich, auf der atemberaubend schönen Fluhalp. Ein alter Holzschrank mutiert zum Kuchenbuffet (Apfelstrudel, Aprikosenkuchen, Rüeblitorte), am Salatbuffet bedient man sich gleich selbst, und die Speisekarte macht Spass: Fluhalp-Brett mit Trockenfleisch & Co., hausgemachte Kartoffelsuppe mit Speck und Majoran, hausgemachte Spätzli mit Lachs, Bergforelle vom Grill. Die Spaghetti al limone kann man noch aufpeppen: Mit Riesencrevetten. Oder mit 20 Gramm Kaviar.
www.fluhalp.swiss

Sie verblüffen mit einem jungen Konzept im «Marmo»: Die Brüder Sergio und Alessandro Grand.
# 7 Marmo: Luma-Rindstatar & Spare Ribs
New Kids am Berg und schnell im GaultMillau: Die Zermatter Brüder Alessandro und Sergio Grand. Sie sind weitgereist, kennen sich auch im Fine Dining aus, führen das «Marmo» auf Furi und versprechen: «More than just a lunch». Die aufregendsten Gerichte: Das 64-Grad-Bio-Ei mit Kartoffelschaum, Luma-Rindstatar mit Kräutermayo. Spareribs, rosa gebraten, frech aufgeschnitten. Für Kids gibt’s einen « Ferrari Teller»: Pappardelle, Tomatensauce.
www.marmo.swiss

Am Knochen! Short Rib von Luma, 24 Stunden gegart, serviert auf der «Stafelalp».
# 8 Stafelalp: Superfood-Salat No. 14 & Saku-Tuna
GaultMillau-Adresse am Matterhorn-Trail: Die Stafelalp auf 2200 Metern, geführt vom Hotel Matthiol. Die Ansage: Bergküche mit einem Fusion-Twist! Heisst: Superfood Salat No.14, mit Quinoa, Süsskartoffeln und Edamame. Vitello Tonnato 2.6, also mit Saku-Tuna, Kalbssteak & Wakame-Algen, Rösti mit Rindfleisch asiatischer Art, Krabbenchips & Sesam. «Alpine Spritz» mit Prosecco, Holunderlikör & Enzianschnaps. 13 GaultMillau-Punkte.
www.matthiol.ch

Stroganoff im «Z’Mutt»: Eine knusprige Rösti gehört dazu.
# 9 Z’Mutt: Rösti bei der Heiligen Katharina
Es gibt verschiedene gute Gründe, nach «Z’mutt» (1936 m) hochzusteigen. Der Wanderweg ist angenehm. Die Dorfkapelle, der Heiligen Katharina von Alexandrien, ist einen Augenschein wert. Und eigentlich ist das über 500 Jahre alte Dorf mit seinen zwanzig Holzhäusern auch eine Beiz: Holztische und weisse Sonnenschirme überall, Rösti oder Polenta mit frischen Eierschwämmli. Zander mit Salzkartoffeln, Maultaschen an Safransauce annonciert auf der Schiefertafel.

Hörnlihütte! Ein begehrtes Ziel auch für Wanderer. Ausgangspunkt für die Matterhorn-Besteigung. Davon wird gerade abgeraten.
# 10 Hörnlihütte: Bergsteiger-Spaghetti & Schoggikuchen
Endstation Hörnlihütte! Hier geht’s nach einer kurzen Nacht eigentlich hoch aufs Matterhorn. Momentan nicht zu empfehlen: Steinschlaggefahr. Ein Besuch lohnt sich trotzdem: Die Wanderung vom Schwarzsee hoch auf 3260 Meter (2 h15, geht auch schneller) ist traumhaft schön; selbst Steinböcke sind zu sehen. Die resolute Wirtin Edith Lehner serviert wärmende Suppen (Champignon, Gulasch, Curry), Hörnli & Ghacktes, Bergsteiger-Spaghetti mit Lammfilet, Gipfel-Rösti mit Hacktätschli. Kult-Dessert: Der Schoggi-Kuchen.
www.hoernlihuette.ch
Fotos: Sedrik Nemeth, Olivia Pulver, David Birri, Bernard van Dierendonck, Marcus Gyger, Gabriel Monnet, Shutterstock, HO


