Sheila Lopardo an der Langstrasse vor dem Acid in Zürich
Züri isst | Pascal Grob bloggt

Sheila Lopardos Hotspots in Zürich

Die junge Gastronomin verrät, wo es das beste «Schoggibrötli» gibt und sucht die Ruhe im Rietberg Park.

27. August 2018

Rückzugsort? Um dem Trubel des Kreis 4 zu entfliehen, besuche ich den Rietberg Park. Schon nur auf dem Weg dorthin, entdecke ich immer wieder neue Dinge. Der Park hat extrem viel Charme auf romantische Art und Weise und besticht durch seine Ruhe, die Natur und die Architektur. Ich mag vor allem den Frühling – das Licht fällt so schön und die ersten Pflanzen blühen. Meist lese ich ein Buch auf der Wiese oder höre einfach Musik – ganz alleine. Eine Unterhaltung habe ich dort noch nie geführt.

 

Lieblingsglace? Alle gehen immer in die Gelateria di Berna, aber ich finde die Glaces der Gelati Tellhof viel besser. Meistens liegt sie auf meinem Nachhauseweg – beispielsweise wenn ich vom Flussbad Unterer Letten komme. Der Ort ist sehr hübsch eingerichtet, die Mitarbeiter sind freundlich und die Auswahl der Glacesorten stimmt. Nicht zu schrill, aber trotzdem innovativ. Meine Lieblingssorte ist Ovomaltine – Kokosnuss oder Minze gehen auch immer. Und wenn's dekadent sein soll, und ich noch nicht zu viel gegessen habe, gibts ein Brioche mit Zitronensorbet – ein Klassiker in Sizilien.

Gelati Tellhof an der Zwinglistrasse von Daniel Kissling von Gelati am See in Zürich

Glace und Kaffee lautet die Kombination, auf das die Geschwister Kissling in der «Gelati Tellhof» setzen.

Kindheitserinnerung? Die Bäckerei Vohdin verkauft das beste «Schoggibrötli». Weil es mich aber sofort in meine Kindheit versetzt, kann ich die Qualität gar nicht neutral beurteilen. Als Kind tanzte ich im Opernhaus Ballet und meine Grossmutter brachte mich jeweils dorthin und holte mich wieder ab. Freitags gingen wir immer bei der Bäckerei vorbei für frische «Schoggibrötli», die es bis heute nur an diesem Tag gibt. Alle Produkte sind handgemacht, nicht industriell.

 

Einkaufstipp? Im J.B. Labat tauchst du in eine andere Welt ein. Nicht nur wegen der riesigen Spiritousen-Auswahl, sondern auch aufgrund des Interieurs. Die Eingangstüre fällt von aussen kaum auf und keiner würde eine solches Geschäft dahinter erwarten. Ich lasse mich dort inspirieren und entdeckte immer Neues. Sie spezialisieren sich auf Rum, aber ich finde ihre Wermut- und Bitterauswahl besonders spannend. Neben den üblichen Klassikern warten einige Überraschungen. Nicht alles kommt ins Sortiment. Oft kannst du eine Flasche vor dem Kauf zuerst degustieren, was in einem grossen Geschäft kaum möglich wäre. Natürlich beliefert J. B. Labat auch die «Sport Bar» und das «Acid».

Fachgeschäft für Spirituosen in Zürich im Kreis 4 an der Bäckerstrasse J. B. Labat geführt von Pascal Kälin

Über 1500 Positionen führt das Spirituosengeschäft an der Bäckerstrasse.

Geheimtipp? Als ich die Affenschlucht in Winterthur das erste Mal entdeckte, war bereits Herbst. Trotz den kalten Temperaturen musste ich ins Wasser hüpfen – wir fanden den Ort so geil und konnten kaum glauben, das sowas existierte. Nicht viele Leute kennen die versteckte Schlucht. Es ist kein Ort zum Schwimmen, eher ein Ort zum Geniessen. Oben hats einen Wasserfall und dann verschiedene «Pools» im Hang wie Planschbecken. Seit ich in Zürich wohne, gehe ich mindestens einmal im Sommer dorthin. Unter der Woche ist es schöner, aber auch am Wochenende längst nicht so vollgestopft wie der Letten in Zürich.

 

>> Sheila Lopardo ist Mitinhaberin und Geschäftsführerin des «Acid» und der «Sport Bar». Davor wirkte sie als professionelle Tänzerin über viele Jahre in verschiedenen Bühnenproduktionen mit, zuletzt am Broadway in New York. Nach wenigen Wanderjahren in Branchen wie Werbung, Social Media und Video, startete sie ihre Karriere in der Gastronomie als Bartenderin in der Sport Bar. Am 1. September feiert «Acid» sein zweijähriges Jubiläum.

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von GaultMillau-Blogger Pascal Grob.

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