Elif Oskan im Zürcher Kreis 4
Züri isst | Pascal Grob bloggt

Elif Oskans Hotspots in Zürich

Die «Miss Marshall»- und «Rosi»-Mitinhaberin trinkt gerne «Old Cuban» und schwört auf Brot als Mitbringsel.

01. Januar 2019

Restaurant-Tipp? Ich liebe die Salatsauce im «Chez Crettol»! Egal mit wem ich über das Restaurant in Küsnacht spreche, schlussendlich dreht sich das Gespräch immer um die Sauce. Obwohl es bekannt ist für ausgezeichnetes Fondue und Raclette. Ich wünschte, sie würden eine Salat-Bar im Sommer betreiben – das Restaurant macht jeweils von Juni bis August Betriebsferien. Bereits in meiner Kochlehre feierte ich mit meinem damaligen Team dort jedes Jahr unser Weihnachtsfest. Eine Tradition, die sich auch an meinen Stationen nach der Lehre fortsetzte und bis heute anhält. Ausserdem gefällt mir die Durchmischung der Gäste: verirrte Touristen, Politiker, Stammgäste – und mittendrin sitze ich, die Türkin.

Chez Crettol in Küsnacht Fondue
Eine Institution: das «Chez Crettol» in Küsnacht ZH.

Rückzugsort? Auf dem Friedhof Sihlfeld finden nicht nur die Toten ihren Frieden, sondern auch Lebende. Ein Ort, den du mit Freunden besuchst, mit denen du auch schweigsame Minuten verbringen kannst. Er eignet sich zum Nachdenken und Spazieren. Ich mag die Route durch den Friedhof zum Triemli und wieder zurück. Mitten im Quartier bietet er sehr viel Platz und verfügt über unglaublich schöne Bäume. Zu jeder Jahreszeit lässt sich die Natur beobachten. Ich habe sogar schon Steinpilze gefunden! Damit ein Pilz wächst und sich zeigt, muss die Natur total in Reinem sein mit sich selbst.

 

Lieblingsgeschäft? Jeder sollte so einen Shop finden wie «Nord3». Falls ich dort hin gehe, plane ich immer extra viel Zeit ein und nehme etwas zu trinken und essen mit. Das Geschäft besticht durch eine unglaubliche Selektion von skandinavischem Design aus dem 20. Jahrhundert. Aber auch durch den Inhaber Jukka Murto, der genau so besessen ist von seinen Möbeln wie ich von der Gastronomie. Ich könnte ihm stundenlang zuhören, wenn er Einzelheiten über seine Objekte im Shop erzählt. Sehr nüchtern und puristisch, ohne etwas auszuschmücken. Leider musste er sein Geschäft an der Talstrasse schliessen. Er betreibt aber gerade einen Shop-in-shop bei Nordish.

NORD3 in Zürich
Das NORD3 verkauft skandinavisches Design aus dem 20. Jahrhundert.

Lieblingsbäckerei? John Baker rettet mein Leben! Morgens, mittags, abends – hier findest du immer etwas. Die Bäckerei bietet die perfekte Zwischenverpflegung, wenn du nicht weisst, was du essen sollst. Wie das Olivenbrot mit Salat. Oder ein Stück Pizza. Auch die Qualität des Kaffees oder Tees stimmt. Als Mitbringsel kaufe ich oft Brot, da es zu jeder Situation passt. Dazu noch Wein und Käse – was braucht man mehr? Und ja – auch ich kaufe manchmal etwas Süsses und lasse mich dann am liebsten vom Personal beraten, das immer ausgesprochen freundlich ist.

John Baker Brot
Harte Kruste, feuchter Kern, viel Geschmack – die lange Teigführung macht den Unterschied.
John Baker Helvetiaplatz
In beiden «John Baker»-Filialen arbeiten die Bäcker in einer offenen Backstube vor den Augen der Kunden.

Lieblingsbar? Markus Blattner macht die besten Champagner-Cocktails der Stadt! Zusammen mit seiner Frau Petra und Jvan Paszti führt er die Bar «Old Crow» im Zürcher Kreis 1. Sie wahren in jeder Situation die Contenance. Und passen Cocktails gar dem Wunsch der Gäste an, obwohl es gleich käme einem Koch zu diktieren, wie er sein Gericht abschmecken müsse. Dabei bewahren sie immer die Identität des Drinks. Zu meinen Lieblingen gehört der «Old Cuban». Er besteht aus Rum, Limette, Minze und Champagner. Viel Champagner.

Old Crow Zürich mit Markus Blattner
Über 1600 Spirituosen im Angebot! Die Bar beim Rennweg serviert klassische Cocktails ebenso wie rare Whiskys.

>> Elif Oskan steckt hinter dem Dessert-Catering «Miss Marshall» und ist Mitinhaberin des Restaurants «Rosi». Nach ihrer Kochlehre landete sie im Restaurant Mesa bei Marcus G. Lindner, bevor sie als Chef de Partie Patisserie einige Jahre im weltberühmten Restaurant «The Fat Duck» (Bray, England) bei Heston Blumenthal arbeitete. Zurück in Zürich sorgte sie mit Pop-ups wie «Wild Bar» oder «Fuego Y Hielo» für Furore. Nun folgt am 7. Januar mit «Gül» (türkisch für «Rose») ihr eigenes Restaurant, das sich der türkischen Küche widmet. Jetzt reservieren unter http://gül.ch.