Fotos: Rémy Steiner
Der Glanz der goldenen Epoche. Das Hotel Kempinski Palace im Dorfzentrum verströmt den Glanz der goldenen Epoche Engelbergs zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und auch kulinarisch hat das Fünfsternehaus einiges zu bieten. Stefanos Ioannidis sei Dank! Der neue Executive Chef zelebriert im mit 14 Punkten ausgezeichneten Restaurant Cattani eine sinnliche Küche mit regionalen und mediterranen Elementen. Highlights auf der Herbstkarte: geschmeidiges Geflügelleber-Parfait in Gugelhopfform, schaumige Kastaniensuppe mit gebratenen Steinpilzen und Trüffel, rosa gebratenes Hirschentrecote mit elegantem Jus, Birne und Orzo, einer griechischen Pastavariante. Bild oben: Stefanos Ioannidis (vorne) mit seinem Team.

Wärmt Leib und Seele: Kastaniensuppe mit Steinpilzen und Trüffel.

14 Punkte im weissen Palast: «Kempi»-Chef Stefanos Ioannidis.

Zart und saftig: Hirschentrecote mit Orzo, einer griechischen Pastasorte.
Ikonische Schweizer Weine und Afternoon Tea. Zum Menü gibt’s Ikonen des Schweizer Weins im Offenaus - schank, etwa 2021er Chardonnay «C» von Jean-Pierre Pellegrin aus Satigny bei Genf oder Jeninser Blauburgunder «Mariafeld» aus dem Keller von Gian-Battista von Tscharner in Reichenau. Signature Drink des Hauses ist der «Blanc de Noir Palace Engelberg», ein reinsortiger Pinot-Noir-Schaumwein (30 Jahre alte Reben!) von Besserstein im Aargau. 200 Magnumflaschen liess General Manager Andreas Magnus anlässlich der Hoteleröffnung vor fünf Jahren zur Seite legen. Für einen stil-und genussvollen Nachmittag empfiehlt sich der Afternoon Tea im lichtdurchfluteten Wintergarten des «Kempi» mit Scones und Clotted Cream, Coronation-Chicken- oder Eier-Sandwiches und filigranen Patisserie-Kunstwerken. Mehr britische Noblesse geht nicht!

Stilvoller Luxus: Das Kempinski Palace ist Engelbergs einziges Hotel mit fünf Sternen.

Von Schokoladentarte bis Scones: Die süsse Seite des Afternoon Tea.
Kaffe-Spezialitäten in der alten Papeterie. Die erste Adresse für Kaffee im Kanton Obwalden, die Roastery Engelberg, befindet sich in schwedischer Hand. Zu den Highlights im Angebot zählen «Single Estate Coffees», Bohnen, die jeweils von einer einzigen Farm stammen. «Die unglaubliche Vielfalt ist einer der Gründe, warum wir Kaffee so sehr lieben», sagt Oscar Wetterblad, einer der Gründer des Unternehmens. Das überraschendste Geschmackserlebnis ist der «Indonesia Wet Hulled»: voll, samtig, komplex und herzhaft, mit Anklängen von Kakao und süssen Tabakblättern. Die «Roastery» ist auch eine Buchhandlung – und eine Papeterie. «Schreibwaren werden hier schon seit fast 140 Jahren verkauft, uns war es wichtig, diese Tradition fortzusetzen», sagt Wetterblad.

«Coffee Boys» aus Schweden: Gustaf Sawelin, Oscar Wetterblad und Louis Fehn (v.l.).

Der Kaffee wird im Ladenlokal geröstet und verströmt einen wunderbaren Duft.
Sälmi-Alpkäse aus dem «Humidor». Hinter den ehrwürdigen Mauern des Klosters Engelberg versteckt sich ein veritables Shoppingparadies für Gourmets. Das Käsesortiment von «Chäs im Kloster» umfasst über hundert Sorten, die meisten davon aus der Region. Im «Humidor» reifen die schönsten Laibe im perfekten Licht, natürlich auch der berühmte Sälmi-Alpkäse. Eines der grössten Fans des «Klosterlädeli» ist «Joseph’s»-Chef André Kneubühler. Kein Wunder! Auch abseits der Käsesektion findet man grossartige Genüsse: luftgetrocknete Rinderwurst mit Thymian aus Grafenort, Konfitüre aus wilden Früchten und Beeren, Birnenbrot aus der eigenen Bäckerei oder Anisbrötli von Marietta Zimmermann aus Stans.

Schatzkammer: Esther Infanger von «Chäs im Kloster» vor dem «Käse-Humidor».

Auf diesem wunderschönen Gelände befindet sich das kulinarische Shoppingparadies.

Der Ort für sorgsam kuratierte Weine in Engelberg? Hess Selection!
Der beste Ort für Wein in Engelberg. Den passenden Wein zu all den himmlischen Genüssen gibt es einen kurzen Spaziergang vom Kloster entfernt bei Hess Selection. Hinter dem Geschäft stehen Geny Hess, und seine Frau Eliane. Ihre Trümpfe: exzellente Beziehungen zu den besten Schweizer Winzern und herausragende Expertise. Übrigens auch in Sachen Ausflugstipps: Der Präsident der GaultMillau-Weinjury kennt die Gegend um Engelberg und ihre kulinarischen Attraktionen wie kein Zweiter!
Was für ein Panorama! Das Bergrestaurant Fürenalp ist berühmt für Aussicht und Weinkarte.
Grandiose Aussicht auf der Fürenalp. Ganz schön abenteuerlich ist die Gondelfahrt von Engelberg auf die Fürenalp: Sie führt über eine senkrechte Felswand und überwindet in sechs Minuten stolze 750 Höhenmeter. Doch es lohnt sich auch für Gourmets mit Höhenangst, die Fahrt auf sich zu nehmen. Die Beiz gleich hinter der Bergstation trumpft mit spektakulärer Aussicht und währschafter Küche auf. Käseschnitte, Hacktätschli mit Kartoffelstock und Seeli und goldbraun ausgebackene Öpfelchüechli sind hier die Bestseller. Auf dem gemischten Plättli tummeln sich sorgsam ausgesuchte lokale Käse- und Trockenfleischspezialitäten. Im Herbst ist Wild angesagt: hausgemachte Terrine, Hirschentrecote, Rehpfeffer. Die Weinkarte des Bergrestaurants Fürenalp geniesst zu Recht einen legendären Ruf. Hier kann man sogar 2023er Chardonnay vom Weingut Hansruedi Adank aus der Doppelmagnum trinken!

Herbstlicher Genuss: Rehschnitzel mit Rotkraut und Spätzli à la «Linde».

Gastgeberpaar mit Herz: Cornelia und Pius Kränzlin-Kälin.
Eine Beiz wie aus dem Bilderbuch. Im Obwaldner Flachland gibt es mit dem sympathischen «Engel» in Sachseln nur ein Restaurant mit GaultMillau-Haube, dafür aber viele empfehlenswerte – und traditionsreiche – Beizen. Allen voran die urgemütliche «Linde» in Sarnen, deren ältester Gebäudeteil aus dem Jahr 1511 stammt. Cornelia und Pius Kränzlin-Kälin führen das Lokal mit grossem Engagement und viel Liebe. Sie kümmert sich in der getäfelten Stube um die Gäste, er werkelt in der winzigen Küche. Die Kutteln an scharfer Tomatensauce («Nur wir machen das noch») haben viele Fans im Tal, die Kalbsleberli sind butterzart, das Cordon-bleu ebenso knusprig wie saftig. Im Herbst brummt der Laden noch mehr als sonst. Denn die Obwaldnerinnen und Obwaldner sind wild auf Wild à la «Linde». Der sagenumwobene «Lindetee», ein hochprozentiger Mix aus Kaffee und verschiedenen Spirituosen, ist das ganze Jahr über gefragt. Rezept: streng geheim! «Drei davon verträgt man. Im Sitzen sogar mehr, nur kann man dann wohl nicht mehr ohne fremde Hilfe aufstehen», sagt der Chef und lacht herzlich.

In der Confiserie Eicher in Sarnen stehen stets um die dreissig Pralinésorten zur Auswahl.

Susanne Eicher hat sich mit ihrer eigenen Schoggi-Manufaktur einen Traum erfüllt.
Kunstwerke aus Schokolade. Fehlt nur noch der süsse Abschluss unserer kulinarischen Safari durch Obwalden. Nichts wie los also zu Susanne Eicher, die Grand-Cru-Couverturen von Felchlin in schokoladige Kunstwerke verwandelt. «Mein Grossvater Robert Kaiser-Fasser arbeitete bei Felchlin und Lindt & Sprüngli, ich bin in Sachen Schoggi also erblich vorbelastet», scherzt die junge Frau. In ihrem schmucken Geschäft im Ortskern von Sarnen bietet sie um die 30 verschiedene Pralinésorten an, zum Beispiel «Baumstämmli» mit grünem Marzipan und Haselnussgianduja, die von Hand gerollt und mit dunkler Couverture bestrichen werden. Ab dem 1. November ist auch der Praliné-Weihnachtskalender wieder im Angebot, illustriert mit speziellen Obwaldner Motiven von Susanne Eichers Mutter. Unbedingt probieren: «Sarner Wundertröpfli» mit Kirsch und heller Ganache.
>> 16 Punkte auf 3020 Meter über Meer und zwei positiv verrückte Schweden – hier geht's zum ersten Teil unseres Obwalden-Reports.


