Text: Daniel Böniger, Alex Kühn, David Schnapp

Ein Sauerteigbrot für jeden Gast: «Eigenbrötler» Daniel Amrein aus Wauwil LU.
«Es wird au Brot g’ässe!» Dies musste als Kind wohl so mancher daheim hören, wenn er noch ein Wursträdli in den Mund steckte. Dasselbe gilt auch an der Garden Party: Eigenbrötler Daniel Amrein erträgt es einfach nicht, wenn man an seinem Stand steht und kein Brot isst. Er verteilte während der Party dunkle und helle Brote, Focaccia mit Orangeat und Mandeln, duftiges Schwarzbrot. Zudem hatte er Dominic Meyerhans an seiner Seite – und dieser wartete mit einer ganz besonderen Neuheit auf: einem Sauerteig-Kit für daheim namens «Gäry». Das Spezielle daran: Man öffnet das «Joghurtbecherli» und braucht die Flüssigkeit und den Sauerteig in Brotproteinhülle nur noch mit 500 Gramm Mehl zu mischen – und hat dann beispielsweise eine luftige Focaccia. Oder ein typisches Eigenbrötler-Brot, für das der Meisterbäcker eine eigene Mehlmischung erfunden hat. «Dann brauche ich selbst nicht bei allen Sauerteigbrot-Fans daheim vorbeizukommen», sagt Daniel Amrein. Er stand bereits um 02:00 in seiner Backstube, gab jedem Gast an der Party ein Sauerteigbrot mit auf den Heimweg.

Team Rolf Beeler, der Käsepapst, ist Stammgast an der Garden Party.

Es ist angerichtet: Beelers Bestseller und eine Neuentdeckung, der Etivaz.
Rolf Beelers neue grosse Liebe? L’Etivaz AOP, der als einziger Alpkäse der Schweiz traditionell im Kupferkessi über offenem Holzfeuer hergestellt werden muss. Der charaktervolle Rohmilchkäse entsteht ausschliesslich von Mai bis Oktober auf den Waadtländer Alpen und erhielt im Jahr 2000 als erstes Schweizer Produkt die geschützte Herkunftsbezeichnung AOP. «Ich hatte schon früher immer mal wieder einen Laib davon im Sortiment», erklärt der Kult-Affineur. «Aber jetzt vertreibe ich exklusiv die ganzen 65 Laibe von einer Alp zwischen Montreux und Gstaad. Die rund 28 Kilo schweren Räder von ebenda zeichnen sich, so Rolf Beeler, durch ein ausgewogenes Verhältnis von Holzfeuer- und Milchnoten aus. «Ich bin stolz, dass ich nun mein Logo darauf drucken darf!» Wie er auf genau diesen Produzenten gekommen ist? Bei einer Blinddegustation aus zwanzig verschiedenen Etivaz entschied sich das Beeler-Team einstimmig für Probe Nummer 2. Es war also Liebe auf den ersten Biss!

Her mit dem Kaviar! Tobias Peyerl («Verve by Sven») am Oona Kaviar Stand.

Der Klassiker: Knusprige Waffeln mit Ooona Classic No. 3.
Erfolgsmeldung aus Frutigen: «Wir sind jetzt die Nummer-Eins-Kaviarmarke in der Schweiz», sagt Oona-Verkaufsleiter Heinrich-Marc Stehli. Ein Drittel des ganzen Marktes mache mittlerweile der Alpenkaviar aus. «Gerade Privatkunden ist der Aspekt der Nachhaltigkeit wichtig. Regional ist sexy», so Stehli. Auch in der Gastronomie ist Oona beliebt. Tobias Peyerl, Küchenchef im «Verve by Sven Wassmer» in Bad Ragaz, serviert Oona Classic No. 3 von sibirischen Stören auf knuspriger Waffel mit Eigelbcreme und Schnittlauch. «Das ist ein Klassiker von Sven, an dem wollten wir festhalten, sagt Peyerl. Ausserdem sei das eine Kombination, bei der einfach alles super zusammenpasse. Grosse Mengen werden auch dafür benötigt: zehn Kilogramm Kaviar geniessen die Gäste der Garden Party 2026.

Der Chef packt an: Oscar Pedrioli (neuer CEO von Swiss Lachs) an der Garden Party.
Den Reiz, der die Garden Party ausmacht, brachte Swiss-Lachs-CEO Oscar Pedrioli am besten auf den Punkt: «Wenn ein Drei-Sterne-Koch in seinem Restaurant zwölf Gäste bewirtet, ist das eine Sache. Wenn man auf vergleichbarem Niveau über 500 Gäste glücklich macht, ist es eine andere.» Was er und sein Team dazu beigetragen haben? Am Stand der wohl nachhaltigsten Lachszucht der Welt – der Betrieb in Lostallo GR läuft mit 100 Prozent grüner Energie und verwertet Nebenprodukte vollständig wieder – konnten verschiedenste Lachs-Spezialitäten verkostet werden. Darunter auch eine Neuheit: das Smoked Royal Fillet, ein edles Stück aus dem Lachsrücken mit feinem, lang anhaltendem Raucharoma. Ebenso begehrt bei den Partygästen war der wohl frischeste Lachs der Welt, direkt serviert als pures Sashimi. «Am Donnerstagmorgen ist der Fisch noch im Bündner Wasser herumgeschwommen!», verriet Pedrioli mit einem Schmunzeln.

Dank ihm gibt's an der Garden Party immer genug Champagner: Sezai Özkan, Regional Director Laurent-Perrier.
«La Cuvée» kommt als erstes ins Glas, sobald die Gäste der Garden Party den Rasen betreten. Am Stand des Champagner-Hauses Laurent-Perrier steht Sezai Özkan und schenkt zusammen mit seinem Team engagiert Glas für Glas ein. Özkan verantwortet die Geschäfte von Laurent-Perrier für Deutschland, Österreich und die Schweiz und erzählt von einem besonderen Rekordjahr in der Champagne: «Es wurde wegen der Hitze noch nie so früh geerntet wie 2026, aber über die Qualität lässt sich zurzeit noch nichts sagen.» Die Qualität von «La Cuvée» ist auf jeden Fall unbestritten – insgesamt 204 Magnum-Flaschen der kunstvollen Assemblage aus Chardonnay, Pinot Noir und Meunier werden ausgeschenkt, zusätzlich wird noch eine 12-Liter-Flasche («Balthazar») geöffnet. «Unsere Kunden sind sehr gut informiert und wissen genau, was sie wollen», sagt Sezai Özkan. Trotz des allgemeinen Rückgangs beim Weinkonsum sei Laurent-Perrier erfolgreich unterwegs: «Im Luxus-Bereich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Es läuft, oder es läuft nicht. Bei uns läuft es zum Glück», so Özkan.

Kalter Kaffee: Spitzenkoch Guy Ravet zu Gast bei Nespresso.

San Pellegrino CIAO: Sabrina Hugues mit ihrem neuen Wasser.

Heiko Nieders Bestellung: Iced Yuzu Tonic und Davidoff Zigarre.
Im Koffein-Geschäft zeichnet sich ein neuer Trend ab: «Kalte Kaffee-Getränke kommen immer mehr», weiss Nespresso-Regionalverkaufsleiter Martin Thüring. Deshalb wird Nespresso-Ambassador Heiko Nieder zum Beispiel ein erfrischender «Iced Yuzu Tonic» serviert. «Das passt super zu unserem Gericht, da haben wir ein japanisches Yuzu-Öl dabei.» Eine Neuheit gibt es auch gleich daneben bei San Pellegrino, der Wassermarke aus dem Nestlé-Universum: «Ciao!» heisst das Mineralwasser mit vier Prozent Fruchtsaft, das in der Schweiz ganz neu auf dem Markt ist. Im Angebot ist Pfirsich oder sizilianische Limette. «Das Geheimnis ist zudem eine Prise Salz, so schmeckt kommen die Aromen besser zur Geltung, und es erinnert ein wenig an das Meer in Sizilien», sagt Sabrina Hugues, Brand Mangerin von Nestlé Waters.

A Family Affair: Karin, Jürg und Sarah Stäubli haben mit Chanoyu Erfolg. Rechts, Tea Master Arnaud Bachelin.

Der Chanoyu Tee der Stunde: Eiskalt serviert und alkoholfrei.
33 Grad machen mächtig Durst. Doch an der Garden Party gibt’s die perfekte Lösung: clevere Erfrischungsgetränke aus besten Zutaten von der Westschweizer Premium-Teemarke Chanoyu. CEO Jürg Stäubli ist nicht nur ein smarter Unternehmer, sondern auch ein grosser Feinschmecker, nahm seine Kinder schon früh in die besten Restaurants mit. Das hatte (sehr positive) Folgen. Tochter Sarah ist jetzt die Schweizer «Teekönigin», kreiert zusammen mit Tea Master Arnaud Bachelin für Chanoyu hochwertige Mischungen. Der Renner an der Garden Party: «Cold Brew Peach», ein Eistee der wie ein frisch gepflückter Pfirsich schmeckt. Auch Piña-Colada-Eistee, Iced Matcha Latte und Iced Ube (leuchtend violett!) schlagen voll ein. «Alkoholfreie Drinks werden immer gefragter, wir möchten in diesem Bereich die Besten sein», sagt Jürg Stäubli. Von der Garden Party ist der Unternehmer begeistert: «Wo sonst gibt es eine solche Dichte an Starchefs? Wir sind verwöhnt in der Schweiz!» Sarah Stäubli schwärmt von Dario Morescos Ravioli, Philippe Cheviers Dorade mit Koriandersorbet – und von Rolf Beelers Käsebüffet. «Käse und Tee, das passt perfekt!»

Der CEO packt zu: Aurèle Meyer und sein Appenzöller Bier.
2500 Einheiten Bier! «Wenn man mit der Garette direkt an die Tischchen fährt, nimmt doch jeder gern ein Bier», sagt Aurèle Meyer von der Brauerei Locher. Und was trinken die Leute am liebsten? Alkoholfrei? Nicht an der Garden Party: «Das helle Quöllfrisch läuft am besten», so Meyer. Beliebt sei aber auch das neue «Honey Beer», das in Bad Ragaz zum ersten Mal überhaupt dem Publikum präsentiert wurde – gewissermassen eine Weltpremiere. Das goldgelbe, leicht trübe Bier erhält durch Schweizer Bienenhonig und Holunderblüten eine sommerliche Leichtigkeit. Das Schöne daran: Fünf Rappen pro Fläschli gehen direkt an BienenSchweiz. Der Verband nutzt das Geld, um neue Blühflächen für Wild- und Honigbienen zu schaffen. Wer die Neuheit geniesst, die ab sofort zum festen Sortiment gehört, trägt unmittelbar zur heimischen Biodiversität bei! Ein Gewinn für die Bienen und die Bierfans!

Die Auster mit dem G: Die Bianchi-Profis Francesco Ingletti und Bruno Araujo.

Sie servierten tausend Gillardeau-Austern mit eingebranntem G.
Die Garden Party war noch keine zwei Stunden alt, da hatten Bruno Araujo und Francesco Ingletti am Bianchi-Stand bereits 700 Austern geknackt. «Ich schaffe ungefähr drei Stück pro Minute», meinte Bruno stolz. Was sie da wahlweise pur, mit etwas Zitrone oder klassischer Mignonette unter die Leute brachten, waren keineswegs gewöhnliche Meeresfrüchte. Es handelte sich um echte Gillardeau, auf deren Schale als Echtheitszertifikat ein eingebranntes «G» prangt: der unangefochtene «Rolls-Royce» unter den Austern. Will heissen: Ganz, ganz gute Ware. Das wussten auch die Gäste zu schätzen: «Wir mussten den wenigsten erklären, dass es sich hier um die Königsklasse handelt!» Das Bianchi-Duo wusste zudem von einem echten Fan zu berichten: «Einer war schon mehrfach da und hat 24 Stück gegessen. Ja, es war ein Mann!» Grosses Ziel sei es, bis zum Ende der Party 1000 Austern zu knacken: «Wenn jeder beim Rausgehen noch einen Absacker nimmt, dürfte es klappen.»

Wagyu-Trockenfleisch, Wagyu-Salami: Die LUMA-Profis Gil Dittmann und Marvin Baldauf an der Berkel-Maschine.
Der vielleicht verführerischste Aufschnitt der Welt? Man konnte ihn am Stand der Kultmetzger von Luma entdecken. Für das Luma-Wagyu-Trockenfleisch aus Japan wird hochwertiges «Original Wagyu A4 Striploin» von Hand mit Salz eingerieben, es reift dann während zehn Wochen im Tessin, sodass ein unvergleichliches Aromabild entsteht. Die exquisite Marmorierung, die typisch für die Delikatesse ist, garantiert ein unvergleichliches Mundgefühl – das Fett zergeht förmlich auf der Zunge: «Es schmilzt schon bei einer Temperatur von etwa 20 Grad», wussten Marvin Baldauf und Gil Dittmann hinter dem Tresen. Und darum mussten die zwei ihre verführerischen Fleischmocken auch immer wieder von der Berkel ins Trockeneis zügeln. Wetten, dass man von der Delikatesse nach drei, vier Tranchen satt wird? Gut, gibt es auch den Wagyu-Salami, wofür Schweizer Rindfleisch mit Wagyu-Fett aus Abschnitten kombiniert wird. «Für Kundschaft, die keine Söili isst, ist dieser Salami perfekt.» Es gibt ihn beispielsweise auf der Pizza im Bürgenstock-Resort. Am späteren Nachmittag kam dann übrigens auch der Koch des Jahres 2025, Marco Campanella, am Stand vorbei. Bedankte sich für die letzte Luma-Lieferung mit Pata Negra Abanico «Bellota». Und holte sich auch gleich noch ein Tellerchen mit Trockenfleisch und Salami, als wäre er im Grotto … Ganz der Tessiner halt.

Sie testet die Glace der 19-Punktechefin: Mariya Un Noun mit Tanja Grandits.

Die Qual der Wahl: Das Kalte-Lust-Angebot war gewaltig, die Nachfrage ebenfalls.
Starchef-Glace ist im Wortsinn ein Erfolgsrezept bei Kalte Lust aus Olten. Die Eis-Manufaktur hat gleich zwei Sorten von bekannten Köchen in der Kühltruhe dabei: Zum einen japanische Kirschblüte mit Tonkabohne und Bergamotte von Peter Knogl, zum andern die Kombination aus Joghurt, Limette und aus Sencha-Tee von Tanja Grandits. «Wir bekommen unglaublich viele Anfragen, wo man diese Glaces kaufen kann», sagt Kalte-Lust-Geschäftsführer Florian Stähli. Das Knogl-Eis gibt es mittlerweile auch bei Coop, und die Zusammenarbeit mit bekannten Köchen ist für Stähli nicht nur deshalb ein Gewinn: «Wir lernen unglaublich viel dabei». Und wer ist der oder die Nächste? «Wir wollten mal die Garden Party abwarten und dann entscheiden», sagt Florian Stähli. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Andreas Caminada und Daniel Humm. «Bisher haben mir leider beide abgesagt, aber wir bleiben dran», so der Glace-Fabrikant.

«Lass dir den Tag auf der Zunge zergehen»: Steffi Mittler löst ihr Sprüchli aus einem Glückskeks.

19-Punktechef Philippe Chevrier brachte seinen Patissier Manuel Pereira mit: Baba in Verbenen-Sirup.
Steffi Mittler ist die Frau für alle Fälle. Weil sich das «Igniv» im Grand Resort Bad Ragaz noch im Umbau befindet, schmeisst sie den Candy Store. Kaum zu glauben: Für GaultMillaus «Patissière des Jahres 2026» ist es der erste Garden-Party-Einsatz! «Ich habe Bad Ragaz kurz vor der Premiere verlassen und dann musste ich jeweils im ‹Mammertsberg› die Stellung halten.» Neben Candy-Store-Klassikern wie Fruchtgelees oder Cannelés verteilt Steffi Brombeer-Lavendel-Macarons (inspiriert von einem ihrer berühmtesten Desserts) und zweierlei Madeleines, einmal mit Miso, einmal mit Zitrone und Mohn. Auch die Glückskekse mit handgeschriebenen Zettelchen fehlen nicht. Auf ihrem eigenen steht: Lassen Sie sich den Tag auf der Zunge zergehen. Für die «Flying Sweets» sorgt das Team von Nadine Wächter (Culinary Director Grand Resort Bad Ragaz) und Patissier Michel Erpen: Kalamansi-Creme mit Limettenkaviar und Meringue, Haselnuss-Dacquoise mit Sanddorn-Chantilly und kandierten Sanddornbeeren, Erdbeer-Lolli mit Sambirano-Schokolade von Felchlin. Dazu eine hinreissend gute Cremeschnitte. «Trotz Hitze ein Bestseller», sagt Erpen zufrieden. Manuel Pereira, der Pastry Chef von 19-Punkte-Koch Philippe Chevrier, glänzte derweil mit Baba in Verbene-Sirup mit Frischkäseglace, Gariguette-Erdbeeren und Meringue. Prädikat: Ladies’ Favorite!

Bald 80 Jahre alt und immer noch am Herd: Bernard Ravet.

Ein Ravet-Klassiker zum Apéro: Knusprige Malakoffs mit Gruyère drin.
Der langjährige 19-Punktechef Bernard Ravet plant zwar so langsam seinen 80. Geburtstag, aber seine Lust am Kochen ist ungebrochen: An der Station der «Maison des Vins de la Côte», geführt von Tochter Nathalie, servierte er seine legendären «Malakoffs», knusprige Waadtländer Käse-Bällchen. Was verwendet der Maestro dafür? «Gruyère, sechs Monate alt. Den Aprikosensenf dazu mache ich selbst.» Die Malakoffs kriegten auch unsere Landesväter, kürzlich beim berühmten «Bundesrat-Reisli». Bundespräsident Guy Parmelin wünschte sich Ravet als Koch beim Zwischenstopp in Mont-sur-Rolle: «Er ist der Gründervater der gehobenen Gastronomie.» Ravet performte, nahm bei der Menü-Zusammenstellung gebührend Rücksicht auf alle Allergien seiner Gäste. Ravets berühmte Foie gras gab’s bei einem welschen Präsidenten auch – und wurde tüchtig nachbestellt.
Fotos: David Birri, Olivia Pulver, Remy Steiner, Digitale Massarbeit
