Ziemlich mutig ein Restaurant inmitten einer Pandemie zu eröffnen – ausser das verheiratete Duo in der Küche heisst Paulo Timoteo und Lorena Olmo. Sie lebten zuvor in Madrid, kochten jahrelang im weltberühmten Drei-Sterne-Restaurant DiverXO und haben nun ihr eigenes Lokal in Zürich eröffnet. Puente bedeutet Brücke auf Spanisch: Ein Sinnbild für die peruanische Küche, die aus zahlreichen Regionalküchen besteht, geprägt von indigenen Völkern, spanischen Eroberern sowie japanischen und chinesischen Einwanderern. Einen ähnlichen Mix zeigt auch die Karte des Restaurants an der Klingenanlage im Zürcher Kreis 5.

Puente Zurich

Geplant war das Lokal in Madrid, schlussendlich eröffneten Olmo und Timoteo aber in Zürich ihr erstes Restaurant. 

Puente Zurich

Zwei Highlights der Karte: «Ceviche clásico» und «Gazpacho acevicado».

Wer das «Püente» betritt, riecht sofort die Holzkohle. Ein kurzer Blick in die offene Küche zeigt den Asado-Grill aus Eigenbau und ein Herd, wo ebenfalls glühende Kohlen den Wok auf höllische Temperaturen erhitzen. Doch zuerst kam eine Runde Ceviche auf den Tisch: Das Gericht, an dem sich jedes peruanische Restaurant messen lassen muss. Olmo und Tomiteo servieren verschiedene Variationen davon. Klassisch mit Wolfsbarsch, «Tigermilch», roten Zwiebeln und einem nicht so klassischen dünnen Cracker voller Süsskartoffel-Tupfer, der die knackige Säure wunderbar kontrastiert. Sowie eine ebenso beeindruckende Version, die es mit peruanischem Mais («Choclo») und einem Klassiker der spanischen Küche vereint: Gazpacho. Erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden.

Puente Zurich

China trifft auf Peru: Dumplings gefüllt mit «Aji de gallina» – ein peruanischer Eintopf aus Pouletschenkelfleisch.

Puente Zurich

Die «Püente»-Macher: Gastgeberin Nicole Walder sowie Paulo Timoteo und Lorena Olmo – das Duo in der Küche.

Auch was danach folgte, liess meine Mundwinkel nach oben schnellen. Knüller eins: Dumplings umgeben von Parmesan-Schaum und gefüllt mit «Aji de gallina» – ein peruanischer Eintopf aus Pouletschenkelfleisch und «Aji Amarillo»-Chili. Knüller zwei: Gehacktes aus Ente und Crevetten am Spiess grilliert, serviert mit Blaukraut, Minze und Koriander auf Reispapier zum Einwickeln, sowie Ponzu und rohem Eigelb als Dip-Sauce. Nur der Schweinebauch im gedämpften chinesischen Bun mit Zwiebel-Relish wackelte. Der Grund? Eine milde «Huancaina»-Sauce, die dem deftigen Fleisch zu wenig entgegensetzen konnte. Die Hauptgänge wiederum waren ein Wechselbad der Gefühle. Vollste Zufriedenheit beim langsam grillierten Mistkratzerli, über Nacht mariniert mit Joghurt und Masala-Gewürzen. Enttäuschung bei der überkochten, oder eher -grillierten, Gelbschwanzmakrele («Kingfish») mit überdimensioniertem Blumenkohl als Beilage – ich tippe jedoch auf einen unglücklichen Ausrutscher. Das nächste «Restaurant to watch» in Zürich?

Puente Zurich

Ziemlich mutig: Das peruanische Restaurant Püente eröffnete Mitte August inmitten einer Pandemie.

Puente Zurich

Über Nacht mariniert und danach langsam grilliert: das saftige Mistkratzerli mit Tomaten, confierten Portobello-Pilze an einer Meerrettich-Sauce.

 

Kontakt
Püente
Baumgasse 10
8005 Zürich
Tel. +41 44 869 00 00
https://puente.ch/
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Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag, 17.00 bis 23.00 Uhr
Sonntag, 12.00 bis 17.00 Uhr

 

Preise
Vorspeisen 18-19 CHF, Ceviches 21-22 CHF, Hauptgänge 29-34 CHF, Desserts 10 CHF

 

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