Madelyne Meyer Edvin Uncorked
Züri isst | Pascal Grob bloggt

Madelyne Meyers Hotspots in Zürich

Die Kult-Weinbloggerin schwärmt vom Wissen der Globus-«Kellermeister» und findet Inspiration bei «En Soie».

05. Mai 2019

Lieblingsrestaurant? Ins «Lotti» gehe ich bestimmt einmal im Monat – meistens zum Abendessen. Die hohe Decke erzeugt zusammen mit dem Licht eine entspannende Atmosphäre im Restaurant. Mich und Mitinhaberin Anna Zimmermann – eine gute Freundin von mir – verbindet eine Affinität zu Wein, die sich am Weinkühlschrank im Restaurant voll mit Raritäten aus dem Bordeaux zeigt. Ich bestelle am liebsten Gerichte vom Holzkohlegrill – wie der Pulpo-Tentakel oder das Grillgemüse mit dem ausgezeichneten Markbein. Ausserdem sind die wenigen Gehminuten vom Zürich Hauptbahnhof für mich als Pendlerin ideal, um Leute zum Apéro oder Meeting zu treffen.

Pulpo im Restaurant Lotti in Zürich

Teller zum Teilen im «Lotti»: Pulpo vom Grill und geräucherte Bio Forelle mit Gerste, Apfel und Meerrettich.

Restaurant Lotti in Zürich

Die Macher der Wirtschaft Neumarkt und des Restaurants Certo eröffneten ein neues Lokal an der Bahnhofstrasse.

Wein-Shop? An Samstagen durchstöbere ich gerne die Weinregale im Globus. Was mir besondere Freude bereitet: Das Personal weiss, wovon es spricht! Das verdanken sie David O’Halloran, dem «Senior Buyer Wein und Spirituosen», der seine Angestellten liebevoll «Kellermeister» nennt und ihr Wissen mit Schulungen und Weiterbildungen fördert. Sie können beispielsweise ohne Weiteres aus dem Stehgreif die guten Jahrgänge vom Barbaresco aufzählen. Ein Mehrwert, von dem jeder Kunde profitieren sollte. Ausserdem veranstaltet Globus regelmässig eine Weindegustation – eine gute Chance, um Weine aus dem höheren Preissegment zu probieren.

David O'Halloran im Globus

Globus-Experte David O'Halloran nennt seine Mitarbeiter liebevoll «Kellermeister». (Foto: Claudia Link)

Inspirationsquelle? «En Soie» tut Zürich gut und ich freue mich, dass sie langsam zur Zürcher Institution mutieren. Ein Shop mit Kleidern und Accessoires, aber auch handbemalten Vasen, Krügen und Tellern. Für meine täglichen Einkäufe benutze ich oft ihre Jutensäcke. Das Geschäft befindet sich mitten in der Altstadt, geführt von den Töchtern von Dieter Meier, und versprüht eine familiäre Ambiance. Mir gefallen die Bildwelten, die «En Soie» erschafft. Die mit viel Blumen dekorierten Schaufenstern dienen mir immer wieder als Inspiration für Illustrationen auf meinem Wein-Blog. Unverständlich, wie manche Leute einfach an ihnen vorbei spazieren können, ohne einmal hereinzuschauen.

 

Einkaufstipp? Nochmals eine Weinhandlung! Gut – eigentlich handelt es sich bei der «Metzg» um ein Restaurant, das ich erst durch ein «Wine & Dine» mit «Gut Oggau» entdeckt habe. Das Lokal an der Langstrasse verkauft ausschliesslich Naturweine und führt tolle Wein-Literatur wie «Stein und Wein», das sich mit den Terroirs der Schweizer Weinbauregionen auseinandersetzt. Ein Buch, das mir für mein eigenes, kommendes Weinbuch bereits wertvolle Informationen geliefert hat. Ebenfalls im Sortiment befinden sich kleine Prozellankrüge in Form einer Kuh, um Milch oder Rahm beim «Käfele» einzuschenken. Die Milch fliesst dabei aus ihrem Mund heraus – so schön!

Restaurant Metzg in Zürich

Die «Metzg» an der Langstrasse fungiert als Restaurant, Take-Away, Spezialitätenmetzgerei und Weinhandlung.

Rinderhaxe und Bratkartoffeln im Restaurant «Metzg» an der Langstrasse in Zürich

Selbst in den simpelsten Beilagen steckt dieselbe Sorgfalt wie in der Zubereitung des Fleisches.

Geheimtipp? Eine Gruppe gestörter, junger Leute – im positiven Sinne – mit Hang zu Schweizer Weinen und Jazz führen das Restaurant Rechberg. Samstagabends veranstalten sie meistens ein Jazzkonzert mit Essen und achten darauf, dass während die Musik spielt, kein Mucks aus der Küche kommt. Die Gerichte sind währschaftlich und bestehen nur aus Zutaten, die bereits 1837 in Zürich existierten. Darüberhinaus besticht ihre von Hand geschriebene Weinkarte namens «Schatzcharte» durch wunderbar gereifte Weine wie ein «Completer» aus 2008 – eine autochthone Weissweinsorte aus Graubünden mit besten Lagerfähigkeiten. Die «Rechberg»-Crew pflegt den persönlichen Kontakt zu vielen Winzern – ein seltener Fall in der Gastronomie.

 

>> Madelyne Meyer arbeitet als Marketingleiterin für die Weinkellereien Aarau. Besser bekannt ist sie aber unter ihrem Pseudonym «Edvin». Die Kult-Weinbloggerin veranstaltet verschiedene Kurse, die sich in erster Linie an Wein-Neulinge richten. Und unterhält ihre Fans mit Geschichten aus der Wein-Welt auf Instagram und ihrem Blog, sowie in der exklusiven Kolumne auf dem GaultMillau-Channel. Im Herbst erscheint im AT-Verlag ihr erstes Weinbuch.