Fotos: Stefan Matzke
Platzreife als Fünfjähriger! Um Golf ging’s auch. 60 Köche, Hotelmanager und Gäste gingen beim 27. GaultMillau-Golfturnier auf der trotz Sommerhitze perfekten Anlage in Engelberg an den Start. Star auf den Fairways: Kilian Reinalter, Hotelmanager in der «Villa Florhof» in Zürich, Traum-Handicap +0.2 (Bild oben)! Er trainierte dieses Jahr wegen der Eröffnung des Lalique-Boutiquehotels weniger als auch schon, zum klaren Turniersieg reichte es trotzdem. Kilians Drives sind lang und elegant. Verwunderlich ist das nicht. Er ist auf dem Golfplatz aufgewachsen («Hanusel Hof» im Allgäu) und griff schon früh zu Holz und Eisen. Kilian: «Die Platzreife-Prüfung habe ich als Fünfjähriger bestanden.»
Erst Golfturnier, dann auf die Hochwild-Jagd: Geny Hess (l.) und Ueli Kellenberger übernachteten nach dem Turnier draussen im Wald.
Eine Nacht im Wald. Nach der Runde auf den Hochsitz. Geheimfavorit Ueli Kellenberger (16 Punkte im «Rössli» Bad Ragaz) trauerte dem entgangenen Sieg nicht lange nach. Er hatte nach dem Turnier noch einen zweiten Termin. Der Start zur Hochwildjagd stand im Morgengrauen an. Kellenberger begleitete Geny Hess und Schweisshund Bella zum Hochsitz aufs «Finälpli», übernachtete im Schlafsack draussen im Wald. Anfahrt mit einem abenteuerlichen, offenen Bähnli, Fussmarsch und genügend Proviant im Rucksack, «falls wir bei Tagesanbruch nicht wie geplant einen Hirsch schiessen und die Leber über dem Feuer zubereiten können.»

Die Drei aus der «Villa Hundert»: v.l. Christian Brangenfeldt, Lea Burckhardt und John Jezewski. Blumenkohlblätter auf dem Grill!

«Chark-Smutti» wie zu Hause in Schweden: Blumenkohl, Kräuter und Charcuterie-Reste in einer geheimnisvollen Suppe. Umami pur.
Blumenkohlblätter vom «Green Egg». Traditionsgemäss kochen am GaultMillau-Turnier Top-Chefs für ihre Kollegen. John Jezewski und Christian Brangenfeldt legten riesige Blumenkohlblätter (!) auf den Green Egg-Grill und servierten «Chark-Smutti», eine verblüffende schwedische Schinkenbrühe. «Etwas Salami war auch noch drin», teilte Christian den verblüfften Chefs mit und stellte Köchin Nummer 3 im Team vor: «Lea Burckhardt, unser Rising Star.» Lea mag offenbar Abwechslung: Sie kochte erst klassisch in der Zürcher Kronenhalle, ehe sie zu den verrückten Kerlen in die «Villa Hundert» in Engelberg wechselte und am Turnier Knoblauch und Thymianbutter auf die Blumenkohlblätter pinselte.

Ein Emmentaler Menü für seine Kollegen: Daniel Lehmann aus der «Moosegg» in Emmenmatt mit seinen Köchen Silvan Reist (l.) & Stefan Burri (r.).

10 Tage im Pinot Noir eingelegt: «Suure Mocke» vom Napfschwein-Hals.
«Suure Mocke» vom Napfsäuli! Daniel Lehmann vom Boutiquehotel Moosegg in Emmenmatt, 16-Punktechef und Jeunes Restaurateurs-Ikone, hatte am Turnier zwei Jobs. Erst ging er entspannt auf die Runde, dann stieg er in seine weisse Kochblouse und bereitete für dio 60 Gäste ein begeisterndes Menü zu: Emmentaler Lachsforelle, «Suure Mocke», Kemmeriboden-Merängge mit «Nidle von der Hüpfenboden Käserei». Masterpiece? Der «Suure Mocke» vom Napfschwein-Hals. Erfolgsgeheimnis: Lehmann hat das «Säuli» klassisch gegart und für zehn Tage im Pinot Noir eingelegt.
Schweizer Top-Winzer unter sich: Gilles Besse (l., Domaine Jean-René Germanier, Vétroz), Maurizio Merlo (Castello di Morcote).
Chardonnay aus der Amphore. Gastwinzer am Turnier: Maurizio Merlo, der mit seiner Frau Gaby Gianini die grandiose «Tenuta Castello di Morcote» hoch über dem Luganersee führt, mit Weinbergen, Boutiquehotel und zwei GaultMillau-Restaurants. Er entkorkte seine Grossflaschen und seine «Riserva» und hatte noch eine Überraschung auf Lager: Chardonnay aus der Amphore! Bei der Siegerehrung floss der Champagner: Laurent-Perrier «La Cuvee». Gefeiert wurden weitere Kategoriensieger: Humidor-Bauer Remo Nüesch, Triathlet Simon Anderegg (15 Punkte im «Victoria» Meiringen), Laurent-Perrier-Chef Sezai Özkan und Amex-Managerin Katharina Ley: Sie hämmerte den Ball auf 197 Meter, gewann so die «Longest Drive»-Wertung. «Dafür habe ich hart trainiert», lächelte die American Express-Managerin.



