Fotos: Remy Steiner, Pascal Grob
«Family Affair» am «Schauenstein»-Stand. Andreas Caminada zu finden, ist einfach. Man muss an der Garden Party einfach dorthin, wo sich die längste Schlange gebildet hat. In diesem Jahr stehen erstmals drei Caminadas im Einsatz. Schlossherr Andreas hat neben seinem zwölfjährigen Sohn Finn den zehnjährigen Cla mitgebracht. «Cla ist jetzt alt genug, auch dabei zu sein. Er hat sich diesen Sommer schon einmal einen Ferienbatzen verdient, half zusammen mit seinem Bruder im Golfclub Domat-Ems bei meinem Freund Sandro Steingruber mit.» Der jüngste Caminada setzt bei seinem Garden-Party-Debüt gleich einen modischen Akzent: Er trägt schwarze Socken und Adiletten zur dunkelblauen Kochjacke. «Ich war bei meiner Grossmutter zu Hause und habe keine anderen Schuhe gefunden», erklärt er seinen Style. Bild oben: Andreas, Cla und Finn Caminada plus Heiko Nieders Zitrus-Hummer.
Immer schön mit der Pinzette: Cla Caminada beim Dekorieren der «Schauenstein»-Kreation.
Stekovics-Tomaten aus dem Schlossgarten. Doch was haben sich Andreas Caminada und sein kongenialer Partner Marcel Skibba für die Garden Party ausgedacht? Ein Vegi-Gericht, in das nur Zutaten aus dem Schlossgarten dürfen: Tomate - Mirabelle - Kimchi! Rotes und gelbes Gemüse, Tomatensud, Tomatenschaum, Kapuzinerkresse und Chiliöl. «Der Garten bleibt die grösste Inspiration für uns», betont Skibba. Ein beträchtlicher Teil der Tomaten spriesst inzwischen draussen direkt auf der Erde. Es sind Buschtomaten vom österreichischen «Paradeiserkaiser» Erich Stekovics, die der Küchenchef von einer Ferienreise ins Burgenland mitgebracht hat. Skibba fand in der Nacht vor der Garden Party erst spät Schlaf. «Und dann habe ich geträumt, dass ich mit dem Service Menükarten sortieren muss», erzählt er und lacht.

Frühaufsteher: Philippe Chevrier war schon um fünf wach.

Sommerliche Haute Cuisine: Marinierte Dorade mit Koriandersorbet.
Die scharfe Visitenkarte des «Marathon Man». Der Frühaufsteher-Preis geht in diesem Jahr an Philippe Chevrier von der Domaine de Châteauvieux, den dienstältesten 19-Punkte-Chef der Schweiz (seit 1997!). Er musste schon um kurz vor fünf aus den Federn, um gemeinsam mit seinem Team die fast 400 Kilometer lange Reise nach Bad Ragaz anzutreten. Nach einem intensiven Service im Restaurant. Da trifft es sich gut, dass Chevrier ein echter «Marathon Man» ist. Er läuft und läuft und läuft in seiner Freizeit, unter anderem auch schon beim New York Marathon. Die kulinarische Visitenkarte von Chef Philippe ist nicht minder beeindruckend: rote Dorade, mariniert in einem Sud mit Limette und tüchtig scharfen Rocoto-Chilis. Dazu gibt's Mais, Süsskartoffel und – Achtung! – ein super erfrischendes Koriandersorbet.
Seit 21 Jahren ein starkes Team: Tanja Grandits mit ihrem Küchenchef Marco Böhler.
Tatar bei Tanja. Die beste Köchin im Land setzt an der Garden Party auf Rindstatar. «Mein Team hatte die Idee, Tatar zu servieren, und wir haben uns dann gemeinsam für Tomatenbrioche, Anis-Hollandaise, Hibiskus und Radiesli als weitere Komponenten entschieden», erklärt Tanja Grandits. Funktioniert ganz ausgezeichnet! Und sieht mit all dem leuchtenden Rot auch noch spektakulär aus. Das Beef stammt aus dem Kanton Basel-Landschaft. «Stucki»-Küchenchef Marco Böhler: «Wir verwenden Huft von der Metzgerei Jenzer in Arlesheim. Da stimmen Biss und Geschmack optimal.»

Ihn bringt nichts aus der Ruhe – ausser Teenager: Heiko Nieder, Starchef und Vater zweier Töchter.
Hummer vom anderen Stern. Heiko Nieder («The Restaurant», Zürich) schickt feinsten Hummer aus der Bretagne auf einen kulinarischen Abenteuer-Trip mit drei Zitrusfrüchten (Buddhas Hand, Cedri, Yuzu), Avocado und Ingwer. Ätherische Frische, belebende Säure, ein Hauch Schärfe, so geht grosse Küche! Keine Angst mit so einem anspruchsvollen Gericht für 500 (!) Gäste auf die Nase zu fallen? «Nein, nein», winkt Chef Heiko ab. Den Mann, der im «The Dolder Grand» über vier Restaurants mit insgesamt 67 GaultMillau-Punkten wacht, bringt so schnell nichts aus der Ruhe. «Nervös machen mich nur Teenager, ich habe zwei davon zu Hause.» Das «Dolder»-Team hat sogar GaultMillaus «Gastgeberin des Jahres 2026» an den Garden-Party-Stand mitgebracht. Evelyn Igl koordiniert charmant die Ausgabe der Gerichte, um kurz vor halb zwei kann sie vermelden: Zitrus-Hummer ausverkauft!

Happy über das Wiedersehen mit guten Freunden: Marco Campanella.

Wow, wow, wow! Black Cod mit Sepia, XO-Zucchini und Wasabi-Dashi.
Campanella schwitzt, herzt und brilliert. Marco Campanella («La Brezza» Ascona & Arosa), neben Silvio Germann («Mammertsberg», Freidorf TG) und Guy Ravet (Grand Hôtel du Lac, Vevey) einer der drei Chefs im «Mercedes-Dörfli» beim Pool, freut sich riesig über das Wiedersehen mit vielen guten Freunden und die grosse Bühne. Eine besonders herzliche Umarmung gibt es für Germann. Dei beiden arbeiteten einst auf «Schloss Schauenstein» zusammen, sind immer eng verbunden geblieben. Chef Marcos Beitrag zum kulinarischen Glück der Gäste: Black Cod mit Sepia, knackigen XO-Zucchini und Wasabi-Dashi. Campanella, der in den beiden «La Brezza»-Restaurants in Ascona (Sommer) und Arosa (Winter) auf 19-Punkte-Niveau kocht, lässt sich auch von der Hitze nicht aus dem Konzept bringen, dekoriert jeden Teller liebevoll mit Blüten. Ein Perfektionist kann eben nicht aus seiner Haut!


