Klassiker mit Komfort. Das «Jack’s» bleibt eine sichere Berner Adresse für alle, die Brasserie-Gerichte, grosse Portionen und ein wenig Hotelgrandezza mögen. Wiener Schnitzel, Tatar, souveräner Service, grosse Weinkarte: Hier weiss man, was Gäste erwarten. Neu ist, dass die Küche unter Executive Chef Andreas Haseloh und Stephan Koltes zusätzlich ein ambitioniertes Degustationsmenü anbietet. Das ist keine kleine Fussnote, sondern verschiebt das Niveau des Hauses sichtbar.

Stephan Koltes.

Der Neue im «Jack's»: Junior Executive Sous Chef Stephan Koltes übernimmt die Küche des Kult-Restaurants im Hotel Schweizerhof.

Kalter Auftakt. Zum Start kommt eine Gurken-Grüne-Chili-Gazpacho als Amuse-Bouche: kalt, grün, cremig, frisch, mit dezenter Säure. Angerichtet mit Sauerrahmsorbet, Erbsen, Gurke, Croutons und Gurkenblüte, darunter etwas Toastbrot. Ein sauberer, frühlingshafter Beginn. Noch deutlicher zeigt sich die neue Ambition bei der Morcheltarte mit Ei und Wildkräutern: Auf einer Waffel liegt ein leicht gebeiztes Eigelb, umhüllt von Kräutercreme, darunter Pilzmousse auf Morchelbasis und Wildkräuter. Daneben eine gefüllte Morchel und Wildkräutersauce. Präzise, sorgfältig, handwerklich stark.

Hotel Schweizerhof, Jack’s Brasserie in Bern: Hier kocht ab sofort Stephan Koltes.

Kult-Adresse in Bern: die «Jack's Brasserie» im Swiss Deluxe Hotel Schweizerhof vis-à-vis des Bahnhofs.

Wachtel mit Klasse. Sehr überzeugend auch die Wachtel mit Polenta, Sellerie und Safran. Die Brust ist saftig, perfekt gegart und mit Farce gefüllt, die kleine Keule paniert, das Knöchlein sauber freigelegt. Dazu ein knuspriges, innen cremiges Krokettli, eine Kohl-Sellerie-Rolle, dezente Safransauce und süss-saure Endivie mit feiner Bitterkeit. Zum Schluss Walderdbeere mit Milchschokolade und Tanne: Milchschoggimousse im weissen Schokoladenzylinder, Tannenschaum, Bretzeli und Erdbeer-Tannen-Sorbet. Sehr gut, auch wenn die weisse Schokoladenhülle etwas schwer wirkt.

Schnitzel und Tatar. Die bewährten Klassiker sind der zweite Grund, ins «Jack’s» zu gehen. Das Rindstatar wird nach Wunsch abgeschmeckt, von Hand geschnitten, mit Baergfeuer-Chilisauce serviert und von warmem, fluffigem Brioche begleitet. Auch das Wiener Schnitzel kommt herrlich luftig an den Tisch, fast wie ein Kissen. Dazu Zitrone im Stoffsäckchen, Preiselbeeren und lauwarmer Kartoffel-Gurken-Salat, mit Bouillon statt Mayonnaise angemacht. Prima.

Jack's Brasserie Hotel Schweizerhof

Gehört zu den Evergreens auf der Karte: das Wiener Schnitzel im «Jack's».

Jack's Brasserie

Auch im Sommer sitzt man in der bildhübschen Stube angenehm kühl.

Place to b. Das «Jack’s» befindet sich im Hotel Schweizerhof Bern am Bahnhofplatz – ideal für alle, die mit dem Zug anreisen oder mitten in der Stadt essen wollen. Wie es sich für eine Institution gehört, ist das Restaurant sieben Tage die Woche geöffnet, mittags und abends. Das Vier-Gänge-Degustationsmenü kostet 115 Franken – mehr als fair gemessen an Handwerk, Produktaufwand und Tellerdichte. Wer es bestellt, erlebt ein «Jack’s», das mehr kann als Nostalgie. Wer nur ein Rindstatar oder Schnitzel will, wird ebenfalls nicht enttäuscht. GaultMillau-Rating: 14 Punkte.

>> schweizerhofbern.com/de/dining/jack-s-brasserie

 

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Die GaultMillau-Tester stellen im Auftrag der UBS jede Woche einen «Place to b.» vor: Adressen für den gepflegten Businesslunch, für den Brunch am Wochenende, für ein Essen mit Freunden, für Trendsetter & Entdecker, für Verliebte. Bereits erschienene «Tipps der Woche» finden Sie hier