Früher Blumen, heute Einladung. «An diesem Abend begrüssen wir oft Gäste, die sonst nicht zu uns kommen», sagt Daniela Segmüller über den anstehenden Valentinstag. Zusammen mit ihrem Ehemann Markus Segmüller leitet sie die Segmüller Collection, zu der inzwischen neun Restaurants gehören. Darunter das «Carlton» an der Zürcher Bahnhofstrasse (15 Punkte), die Bodega Española in Zürich (13 Punkte) oder das «Sablier» gleich neben dem Flughafen Kloten (15 Punkte). Schenkte man früher «seinem Schatz» Blumen, ist es inzwischen in der Schweiz üblich geworden, mit der oder dem Liebsten ins Restaurant zu gehen. Man spreche, so Daniela Segmüller, damit auch an eher umsatzschwachen Wochentagen eine beachtliche Kundschaft an, «eine Riesenchance!». Eigentlich sei es dieses Jahr fast schade, «dass der Valentinstag auf einen Samstag fällt, an dem wir eigentlich sowieso gut gebucht sind.»

Aussergewöhnliche Mehrgänger. Zu einem gelungenen Valentinstags-Abendessen auswärts gehört natürlich ein spezielles Menü. Im «Sonnenberg» in Zürich setzen die Segmüllers etwa auf einen aphrodisierenden Fünfgänger unter dem Motto «Dark Temptations»; die Gäste werden gebeten, sich in rot und schwarz zu kleiden. Lockerer ist die Kleiderordnung bei Bernadette Lisibach, die in der «Neuen Blumenau» in Lömmenschwil die Gäste mit einem fünf- bis siebengängigen Menü «in die Welt des Genusses und der Sinnlichkeit entführen» möchte. Ein Valentins-Dinner ebenfalls auf 17-Punkte-Niveau gibt’s im Mandarin Oriental in Luzern, genauer im «Colonnade» bei Starchef Gilad Peled. Der Hauptgang des exklusiven Abends? Bresse-Taube mit Périgordtrüffel, Pilzen und Schwarzwurzeln. Und ein Tipp für die Berner: Auch im «Essort» (15 Punkte) wird ein Wine and Dine in fünf Gängen angeboten.

Bernadette Lisibach Chef de Cuisine

Bernadette Lisibach will Gäste in die «Welt der Sinnlichkeit» entführen. 

Stefan Jäckel Vierhänder mit Göschel & Jäckel, Storchen, Zürich

Stefan Jäckel empfängt die Kundschaft ganz romantisch bei Kerzenlicht.

Ambiente für Liebeshungrige. «Die Location ist idealerweise feierlich dekoriert», sagt Gastgeberin Daniela Segmüller. «Wir Restaurateure machen ja vor allem das Setting – die gute Stimmung kommt von den Gästen.» Dies dürfte der Fall sein in Segmüllers «Sablier», wo für die «Nuit d’Amour» nicht nur dekoriert  wird, sondern auch eine Liveband aufspielt. In der «Rotisserie» im Zürcher Hotel Storchen werden die elektrischen Lichter ausgeknipst; 17-Punkter Stefan Jäckel serviert seine vier liebevoll komponierten Gänge im Kerzenschein. Auf dieselbe Beleuchtung setzt man im «Rubina» in Zürich (14 Punkte), wo man entweder à la carte bestellt oder in Zelten draussen Raclette geniesst. Sogar ein Lagerfeuer wird im «Panorama Hartlisberg» (17 Punkte) entfacht. Nach dem Apero im Jeunes-Restaurateurs-Betrieb mit gegrillten Satayspiesschen geht man für die folgenden vier Gänge aber nach drinnen. Hauptgang: Chateaubriand! Pianobegleitung und Kerzenschein gibt’s im Zürcher «Studio Bellerive», auf den Tisch kommt ein stimmiger Viergänger.

Ab ins Bett! Wenn man ganz liebestrunken den Dessert verschlungen hat, kann es ja passieren, dass man den Weg bis nach Hause nicht mehr schafft. Und sofort ins Bett möchte. Dann bietet sich etwa das Resort auf dem Bürgenstock an, wo gleich der ganze Monat im Zeichen der Liebe steht. Neben dem «Oak Grill Love Menu» wird auch ein «Valentine's Afternoon Tea» angeboten. Packages mit Übernachtung sind auch buchbar im «Schlüssel» in Beckenried (14 Punkte) und im «La Réserve Eden au Lac» in Zürich. Dort bekommt man das La-Muña-Sushi (16 Punkte) aufs Zimmer geliefert.

Garden Roll: Enoki Pilz, junger Spargel, Gurke, Avocado, knusprig-gebratene Süsskartoffel, Miso Sauce, La Muna, La Réserve Eden au Lac, Zurich © HO

Sushi auf dem Zimmer gibt es im «La Réserve Eden au Lac», Zurich.

Daniel Aschwanden, Schlüssel, Beckenried, NW © Herbert Zimmermann

Erst geniessen, dann übernachten, so die Devise im «Schlüssel» Beckenried.

Aussergewöhnliche Events? Gibt es auch! Wer seinem Herzensmenschen etwas wirklich Überraschendes bieten möchte, hat zwei Möglichkeiten: Es bietet sich auf der einen Seite eine Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee an; das «Valentinsschiff» verlässt den Hafen Luzern um 19 Uhr, geboten wird auf der zweieinhalbstündigen Fahrt ein 3-Gang-Menü. Spannend klingt auch das Programm im Walter Zoo in Gossau SG. Dort gibt es Apero, einen Fondue-Dreigänger und ein Referat über das Liebesleben der Schimpansen!

Bitte keine Sitzung nach 16 Uhr. Einfach ignorieren kann man den Valentinstag heute kaum mehr. Daniela Segmüller hat jüngst von einem Gast, der in der Unternehmensberatungsbranche tätig ist, vernommen, dass es inzwischen verpönt sei, am Valentinstag nach 16 Uhr noch Sitzungen anzusetzen. Wenigstens einmal jährlich kommt also der gemeinsame Genuss vor dem geschäftlichen Geplauder... Feiert Daniela Segmüller den Valentinstag mit ihrem Mann Markus? «Wir sind dann am arbeiten. Dafür fehlt uns leider die Zeit!»

>> Alle Valentinstags-Events bei der Segmüller Collection: www.segmueller-collection.ch/events

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