Mehr als Pasta. Für ihre handgeformten Tortellini, Agnolotti und Cappelletti kennt man «Bom e belli» längst. Hinter dem Format stehen Naomi Biaduo und Raban Jacoby, die in der «Kantine» bei der Hardbrücke auch einen Mittagstisch betreiben. Mit der «Uche Chop Bar» zeigt Biaduo eine andere, persönlichere Seite. «Ich habe einen Ort gesucht, der mich nach Nigeria oder Ghana zurückversetzt, wo ich meinen Papi besuche», sagt sie. «Und ich hatte das Gefühl, dass ich nicht die Einzige bin, die so einen Ort sucht.» Vorbild sind die kleinen Lokale mit Snacks, Drinks und Grillgerichten, wie man sie aus Westafrika kennt. Nun findet das Pop-up zum dritten Mal statt: noch bis 26. September an der Neuen Hard 8, draussen, ohne Reservation. Die unkomplizierten Ausgaben helfen auch, die aufwändigeren Gastspiele mit Köchen aus Westafrika zu finanzieren. Der Höhepunkt dieses Jahr: vier Abende mit Glory Kabe (grosses Bild oben), vom 23. bis 26. September. Die Pariserin mit kongolesischen Wurzeln gehört zu den Pionierinnen der afro-veganen Küche. So bezeichnet sie ihren Ansatz, Gerichte aus Afrika und seiner Diaspora rein pflanzlich zu interpretieren. Sie kochte unter anderem im «Soho House» in Paris und Berlin; die «Vogue» zählt sie zu den Köpfen, die mit ihren unterschiedlichen Diaspora-Küchen die Pariser Gastroszene verändern. Ein Gastspiel, das man sich vormerken sollte.

Plastikstühle, bunte Stoffbahnen und gestapelte Harassen: Die «Uche Chop Bar» serviert an der Neuen Hard 8 westafrikanische Snacks unter freiem Himmel.
Von Accra bis Brasilien. Schon davor läuft die Plancha: Schweinskoteletts, Leber und mit Suya gewürzte Mistkratzerli, aufgeklappt im Butterfly-Stil. Dazu Jollof-Reis, die frittierten Bohnenküchlein «Akara» und «Tatale», ghanaische Küchlein aus Kochbananen. Kabe spannt zum Finale den Bogen über Westafrika hinaus. «Ich kombiniere ‹Red Red› aus Ghana mit Pastel, einem traditionellen brasilianischen Snack», erklärt die Köchin. Der ghanaische Bohneneintopf trifft dabei auf die brasilianische Teigtasche. Ausserdem plant sie Ravioli aus Kochbanane und eine eigene Egusi-Variante mit pflanzlicher Ricotta aus Kürbiskernen. Weiter gibts kongolesischen roten Reis mit grillierten saisonalen Pilzen sowie in der Schale geröstete Kochbanane mit Moringa-Pesto. Dazu «Koki Corn», eine kamerunische Maisspezialität, die sie als Tamale interpretiert. Drinks gibts täglich ab 17 Uhr, Essen ab 18 Uhr. Und der Standort bleibt auch nach dem Pop-up eine Foodie-Adresse: Hier entsteht der feste Imbiss der «Kantine», mit Take-away über Mittag und zusätzlichem Abendbetrieb im Sommer und während der Weihnachtszeit.
>> Uche Chop Bar
Neue Hard 8
8005 Zürich
Dauer des Pop-ups: 14. bis 26. September 2026
