Züri isst | Pascal Grob bloggt

Soi Thai: Das Kult-Pop-Up gibt Gas

Küchenchef Felix Schulenburg verleiht den thailändischen Gerichten noch mehr Finesse und Tiefgang.

21. August 2018

Zürcher mit einem Flair für thailändisches Essen wissen: Wer im August seine Sehnsucht nach grünem Curry, Papayasalat oder dem Fleisch-Salat «Larb» stillen möchte, muss dafür nicht extra nach Bangkok fliegen. Bereits zum vierten Mal öffnet «Soi Thai» die Holztüren der ehemaligen Seilerei Denzler an der Rämistrasse oberhalb des Bellevues für einen Monat. Wäre jedoch alles wie gehabt, würde ich an dieser Stelle keinen neuen Beitrag verfassen. Dieses Jahr spannen die Initianten Valentin Diem und Patrick Schindler mit Felix Schulenburg zusammen – ehemaliger Sous-Chef und Produktionsküchenchef des «Bo.lan». Eines der renommiertesten Restaurants in Bangkok, das sich von traditionellen Rezepten inspirieren lässt und ausschliesslich auf Bio-Produkte setzt.

Felix Schulenburg war zuvor Produktionsküchenchef im «Bo.lan» – eines der renommiertesten Restaurants in Bangkok.
Neu bietet das thailändische Kult-Pop-Up den Gästen auch Aussensitzplätze.

Schulenburgs Know-How zeigt sich bereits bei den Soi-Thai-Klassikern, denen er mit kleinen Änderungen mehr Finesse und Tiefgang verleiht. Den frittierten Albeli «Pla Tort» spendiert er einen neuen Salat mit Lotussprossen und Pomelo. Der Schweinehackfleisch-Salat «Larb» enthält nun auch weitere Teile des Tiers wie Zunge und frittierte Ohren. Und auch die zum grillierten Pouletfleisch «Gai Yang» servierte Sauce aus Tamarindenwasser, Limettensaft und geröstetem Reispulver aromatisierte Schulenburg weiter mit Pandan und grilliertem Chili. Den grössten Unterschied werden «Soi Thai»-Stammgäste jedoch bei den Curries feststellen. Eine kleine Produktionsküche in Ayutthaya (nördlich von Bangkok) mörsert Currypasten nach Schulenburgs Rezepten und Richtlinien, die er im Pop-Up für sein wechselndes «Curry of the day» verwendet.

Eine Pilzsuppe voller Umami und frittierte Albeli mit Pomelo und Lotussprossen.
Bereits zum vierten Mal öffnet «Soi Thai» die Türen zur ehemaligen Seilerei Denzler an der Rämistrasse.

Desweiteren befinden sich auf der laminierten Menükarte auch zwei neue Gerichte. Die milde Pilzsuppe basierend auf einer vegetarischen Dashi kontert scharfe Gerichte wie den immer noch exzellent abgeschmeckten Papaya-Salat «Som Tam». Und ein Relish (Nahm Prik) aus Kokosmilch, fermentierten Pilzen, Zitronengras, Ingwer, Eschalotten und pulverisierten Crevetten schmeckt so gut, es würde auch eine Tomate im Winter in eine Geschmacksgranate verwandeln. Reis gibts wie gewohnt à discretion für drei Franken pro Person. Und wer bisher nur mit Mühe ein Restaurant für Sonntag- und Montagabend finden konnte, darf sich freuen: «Soi Thai» öffnet dieses Jahr jeden Abend und lässt dafür mittags den Wok und Grill ruhen.

Die Wartezeit auf einen freien Tisch können Gäste mit einem Drink von der Bar auf Plastikhockern überbrücken.
In Thailand produzierte Currypasten verleihen den Curries mehr Tiefgang. Auch das Relish ist Spitzenklasse.

 

Kontakt
Soi Thai Pop-Up-Restaurant
Rämistrasse 24
8001 Zürich
http://www.soithai.ch/
Auf Google Maps anzeigen

 

Infos
Dauer des Pop-Ups: 20. August bis 15. September
Montag bis Sonntag, 17.30 bis 0.00 Uhr

 

Preise
Alle Gerichte 6-19 CHF

 

Empfehlungen
Curry of the day, Larp, Pla Tort, Som Tam, Nahm Prik