Für das «Garhwal» lohnt es sich, die Stadt einmal zu durchqueren. Die Familie Rawat serviert beim Schwamendingerplatz nord- und südindische Küche, deren Currys mit kräftigen Gewürzen und feinen Zwischentönen begeistern. «Chicken Tikka» kommt mit Kashmiri-Chili-Joghurt-Marinade aus dem Tandoori-Ofen, «Pahadi Lamb Masala» mit Koriander, Minze und Bergmasala aus Uttarakhand. Auch vegetarisch wirds spannend: «Dahi Baingan» kombiniert geröstete Aubergine mit Joghurt, Curryblättern und Senfkörnern. Dazu gehört das erstklassige Naan aus dem Tandoor-Ofen. Aussen stellenweise knusprig, innen weich, luftig und geschmeidig.

Bei Familie Rawat im «Garhwal» sind die erstklassiges Naan aus dem Tandoor ein Must zu den kräftig gewürzten Currys.
Von aussen wirkt das «Lè Cuisine» an der Neugasse unscheinbar. Was aus der winzigen Küche kommt, gehört dafür zu den besten chinesischen Gerichten der Stadt. Die Highlights? Die Sichuan-Suppe mit Ribeye oder Fisch sowie die Sichuan-Wantans. «Mouth Watering Chicken» mit zartem Schenkelfleisch an einer sauer-scharfen Szechuan-Sauce. Und der Schweinebauch nach Shanghai-Art, butterzart, mit einer dunkelbraunen, süss-salzigen Glasur. Dazu chinesischer Brokkoli mit Biss.

Winzige Küche, grosser Geschmack: Im «Lè Cuisine» an der Zürcher Neugasse treffen Sichuan-Schärfe und butterzarter Schweinebauch nach Shanghai-Art aufeinander.
Für diese Adresse gehts knapp über die Stadtgrenze: ins «Hongxi» im Glattpark. Die Stärke des grosszügigen Restaurants? Dim Sum aus dampfenden Bambuskörbchen. «Har Gau» mit prallen, süsslichen Crevetten, die durch den geschmeidigen Teig schimmern. Oder «Xiao Long Bao» mit Schweinefleisch und aromatischer Brühe im Innern. Auch die Aubergine mit Schweinehack lohnt sich: schmelzig im Biss, süsslich, salzig und mit der richtigen Portion Schärfe. Wer Ente bestellt, rollt sie mit Gurkenstreifen, Frühlingszwiebeln und Hoisin-Sauce in dünne Pfannkuchen.

Dampfende Bambuskörbchen sind im «Hongxi» im Glattpark die Hauptattraktion: Darin warten Dim-Sum mit dünnem Teig und aromatischen Füllungen.
Im «Sappo» an der Josefstrasse beginnt Ramen mit Feuer. Hackfleisch, Knoblauch und Zwiebeln brutzeln im Wok, bevor die über zwölf Stunden geköchelte Brühe aus Schwein und Geflügel auf den Bratensatz trifft. Dazu lange fermentierte Misopaste. Das Ergebnis: herzhaft, tiefgründig, ohne schwer zu wirken. Die goldgelben, leicht gewellten Nudeln kommen direkt aus Sapporo und haben genau den richtigen Biss. Obendrauf: Chashu vom Thurgauer Apfelschwein, Mais, Bambus, Frühlingszwiebeln und ein wachsweiches Ei. Ebenfalls stark: die vegane Variante mit Lotuswurzel, Kikurage-Pilzen und Okra.

Über zwölf Stunden köchelt die Brühe im «Sappo»: Nudeln aus Sapporo und Misopaste bringen Hokkaido in die Schüssel.
Das «Bimi» zeigt seit über zwanzig Jahren, wie leicht und raffiniert japanische Küche sein kann. Puristische Gerichte, bei denen die Zutaten im Mittelpunkt stehen. Ein Highlight vom Grill: Gindara mit heller Saikyo-Miso-Marinade. Dazu Tempura mit Crevetten und Gemüse in einem hauchdünnen Teigmantel oder «Chawanmushi», gedämpfter Eierstich mit Poulet, Crevetten und Shiitake. Auch Sushi und Sashimi gehören zum Programm. Wer weniger Zeit hat, bestellt mittags die saisonale Bentobox – am besten gleich bei der Reservation vorbestellen.

Hauchdünnes Tempura, feiner Eierstich und Fisch vom Grill: Das «Bimi» beim Zürcher Opernhaus setzt seine Zutaten mit leichter Hand in Szene.
Gemusterte Plastiktischdecken, kunterbunte Plastikteller, Serviettenspender und Besteckboxen: Willkommen im «555+» im Erdgeschoss des Boutiquehotels Greulich. Auch die Gerichte machen der Hommage an Bangkoks Streetfood alle Ehre: sauer und süss, scharf und salzig – oft alles gleichzeitig auf dem Löffel. «Laab» mit grilliertem Poulet, Kräutern, geröstetem Klebreis, Limettensaft und Fischsauce. Ein ganzer, frittierter Wolfsbarsch mit Pfeffersauce und Knoblauch. Oder Panang-Curry mit butterzartem Shortrib. Die Karte ist klein, aber fast jedes Gericht eine Hauptattraktion.

Sauer, süss, scharf und salzig – oft alles zusammen auf dem Löffel: Das «555+» im Zürcher Hotel Greulich feiert Bangkoks Streetfood-Küche.
Dan Shus «Gaijin» beim Stauffacher kocht japanisch, ohne japanische Klassiker nachzukochen. Miso, Sojasauce, Mirin, Nori und Shichimi bilden die aromatische Grundlage, daraus entstehen Gerichte mit eigenem Charakter. Im aktuellen Omakase folgen etwa grillierte Kingfish-Backe mit Himbeer-Ingwer, Black-Tiger-Crevetten an Chili-Butter-Zitronensauce und eine butterzarte Pekingente mit hausgemachter Hoisin-Sauce. Ein Highlight bleibt der geröstete Rosenkohl nach Takoyaki-Art mit Bonitoflocken, gepufftem Reis und Chili-Aioli. Ein Izakaya für Gäste, die sich gerne überraschen lassen.

Japanische Aromen, Dan Shus Handschrift: Im «Gaijin» beim Zürcher Stauffacher steckt das Omakase voller Überraschungen.
Die «Sala of Tokyo»-Crew kann Ramen. Mit «Tsuru tsuru» zeigt sie, dass auch Udon in Zürich eine Bühne verdient. Die dicken, weissen Weizennudeln sind seidig-glatt, elastisch und bissfest, warm oder kalt serviert. Bei «Kamatama» kommen Bonitoflocken, Nori, Frühlingszwiebeln und ein rohes Ei dazu, das beim Mischen zur Sauce wird. «Kitsune» verbindet japanische Pilze, frittierte Tofutaschen, Ingwer und Tempura-Flocken mit einer aromatischen Dashi. Dazu Sashimi, Tamago und Donburi. Schlürfen ausdrücklich erwünscht.

Seidig-glatt, elastisch und bissfest: Im «Tsuru tsuru» bekommen dicke Udon-Nudeln ihre Bühne. Schlürfen ist ausdrücklich erwünscht.
Der «Sala of Tokyo»-Sprössling «Yume» serviert Ramen, die in Zürich ihresgleichen suchen. Die geraden Weizennudeln aus der japanischen Maschine sind geschmeidig, elastisch und bissfest. Täglich frisch gekochte Brühen aus grossen Töpfen bilden die Basis: Schwein für «Shoyu», Miso für die kräftigere Variante oder Poulet für «Yume’s Toripaitan», eine cremig-schaumige Suppe mit saftigem Fleisch. Dazu kommen zarte Chashu-Scheiben, ein mariniertes Ei und laktofermentierte Bambussprossen. Wer Schärfe mag, bestellt «Tantanmen» – oder den noch konzentrierteren «Spicy Beef Don» auf Reis.

Täglich frisch gekochte Brühen und elastische Weizennudeln bilden im «Yume» die Basis für Ramen mit Tiefgang.
Dan Shu und seine Frau May führen «Baobae» als persönlichstes ihrer Projekte. China, Kanada und Singapur treffen auf Shus verspielte Handschrift, die Gerichte kommen zum Teilen in die Tischmitte. «Salt and Pepper Squid» mit Five-Spice und Chili-Mayonnaise, goldbrauner «Prawn Brioche Toast» oder Dumplings mit Rindfleisch, schwarzem Essig und Chili-Crunch. Dazu «The Baobae»: knusprige Baos mit Entenconfit, Hoisin, Kewpie-Mayonnaise und Pickles. Die Karte verbindet kräftige, würzige Teller mit leichteren Gerichten und bleibt stets angenehm zugänglich.

Zum Teilen gedacht: Dan Shu und seine Frau May bringen im «Baobae» am Zürcher Lochergut chinesische Aromen mit Einflüssen aus Kanada und Singapur zusammen.
Für dieses Bánh Mì lohnt sich der Weg nach Zürich-Oerlikon. Im kleinen Lokal an der Tramstrasse wird die vietnamesische Sandwich-Grundformel ernst genommen: Das Baguette wird täglich nach eigenem Rezept inhouse gebacken, luftig und weich, mit einer Kruste, die beim ersten Biss splittert. Entscheidend ist die hausgemachte Pâté aus Schweinsleber, die dem Sandwich Tiefe gibt, ohne sich aufzudrängen. Dazu kommen Mayonnaise mit Eigelb und Zwiebelöl, Pickles, Gurke, Koriander und je nach Variante Lyoner, gerösteter Schweinebauch, Pouletschenkelfleisch oder Tofu und Shiitake.

Die Kruste splittert beim ersten Biss: «Bánh Mì Bao» in Zürich-Oerlikon backt seine Baguettes täglich selbst und füllt sie mit hausgemachter Pâté, Pickles und Kräutern.
Am Goldbrunnenplatz steht ein pinkes Häuschen, kaum sechs Quadratmeter gross und trotzdem voller japanischer «Comfort food»-Klassiker. Bei «Yokita» gibt es fast kein Sushi, dafür Donburi, Udon, Curry, Gyoza und Yakisoba. Besonders stark: «Karaage Don» mit saftigem Poulet und Kewpie-Mayonnaise sowie «Niku Don» mit dünn geschnittenem Schweinefleisch an Sojasauce, Sake und Mirin. Auch die Gyoza überzeugen mit aromatischer Füllung und knusprigem Boden. Inhaberin Yoko Yamada schliesst jede Bestellung mit einem herzlichen «Arigato» ab.

Kaum sechs Quadratmeter, voller japanischer Lieblingsgerichte: Yoko Yamada serviert im «Yokita» am Zürcher Goldbrunnenplatz Donburi, Gyoza und Yakisoba.
Wer lange genug am Milchbuck unterwegs ist, trifft auf «Hang’s», ein vietnamesisches Restaurant zwischen Tramlinien und Wohnsiedlungen. Hang Trân kocht Gerichte aus ihrer Heimat Hội An, tadellos abgeschmeckt und tief in Familienrezepten verwurzelt. «Phở Bò» kommt mit kräftiger Rindsbouillon, zartem Filet, geschmorter Schulter, Reisnudeln und frischen Kräutern. «Cơm Gà Hội An» verbindet Poulet, grüne Papaya, Limette, Minze und Koriander. Dazu «Bò Lá Lốt», Rindshackfleisch im Betelblatt vom Grill. Vietnamesische Küche mit persönlicher Handschrift.

Ein Stück Hội An am Zürcher Milchbuck: Hang Trân schöpft im «Hang’s» aus Familienrezepten und verleiht ihrer vietnamesischen Küche eine persönliche Handschrift.
Im kleinen «Mura» im Seefeld kocht Kenichi Arimura japanische Küche mit beeindruckender Präzision. Mittags gibts Bentoboxen, abends ein Omakase-Menü über rund elf Gänge. Dashi, Miso, Sesam und Soja verstärken die Produkte, statt sie unter einer pauschalen Umami-Wucht zu begraben. Ein Auszug aus dem Abendprogramm: Aubergine mit Frühlingszwiebeln und Ingwer in Dashi, seidig-feiner Eiertofu in kalter Suppe sowie dreimal Nigiri mit Gambero Rosso, Toro und Foie gras. Dazu kalte Grüntee-Soba mit Gurke und Daikon-Kresse. Ein stilles, sehr konzentriertes Erlebnis.

Präzision statt grosser Gesten: Kenichi Arimura lässt im «Mura» im Zürcher Seefeld die Produkte sprechen – abends in einem Omakase über rund elf Gänge.
Bei «San San» dreht sich alles um Onigiri, die japanischen Reisdreiecke mit Nori und Umami. Handgemacht und frisch stehen sie in vielen Varianten bereit: Yakitori, Thunfisch mit Yuzu-Kosho-Mayonnaise, frittierte Crevetten, grillierter Aal oder Rindfleisch mit Yakiniku-Sauce. Auch die veganen Versionen machen Freude – etwa mit Teriyaki-Aubergine, Kürbis und Miso oder hausgemachter Pflaumenpaste und Shiso. Zwei Standorte an der Zoll- und Limmatstrasse machen den unkomplizierten Lunch besonders einfach. Drei Stück sind eine gute Portion, wenn daraus eine Mahlzeit werden soll.

Handgemacht für den unkomplizierten Lunch: Bei «San san» stecken Yakitori, Fisch oder raffinierte vegane Füllungen in den Onigiri.


