Grande – Frontrow am Limmatquai

Auf der Terrasse des «Grande» scheint die Sonne besonders lange. Der Café-Bar-Betrieb liegt direkt am Limmatquai, wo Passanten im Sekundentakt vorbeiziehen, während im Hintergrund die Limmat fliesst. Gäste haben bei Espresso oder Cappuccino die Wahl zwischen einer helleren Spezialitätenkaffee-Röstung und einer dunkleren Variante, die sich stärker am italienischen Vorbild orientiert. Später übernehmen Wein, Bier und Cocktails. Ein unkomplizierter Treffpunkt für fast jede Tageszeit – mit einer der besten Frontrows der Zürcher Altstadt.

Café Grande Zurich

Das Café Grande bietet beste Sicht auf das Limmatquai und liegt nur wenige Schritte vom Zürich HB entfernt.

Bar 45 – vom Espresso zum Aperitivo

Welches aussergewöhnliche Merkmal verbindet die Betriebe der «La Stanza»-Macher? Ein Flair, das auch in Paris oder London funktionieren würde. Die «Bar 45» im UBS-Hauptsitz beweist das mit brasilianischem Marmor, hohen Decken und einer Eichenholztheke, die gefühlt bis zum Paradeplatz reicht. Bereits morgens gibts Espresso, Sfogliatelle und Brioches, später Panini, Aperitivo und Cocktails. Ein grosszügiger Café-Bar-Betrieb, der trotz imposanter Kulisse nie ins Protzige kippt.

Bar 45 Holztheke in Zürich

Grossstadtflair an der Bahnhofstrasse: In der «Bar 45» trifft eine endlos lange Eichenholztheke auf brasilianischen Marmor und Champagner im Glas.

Kronenhalle – Klassiker ohne Verfallsdatum

Weshalb die «Kronenhalle» auch nach unzähligen Besuchen nicht langweilig wird? Die entschleunigende Atmosphäre, ihre bewundernswerte Resilienz gegenüber Food-Trends und ein Service, der so reibungslos funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk. Dazu eine Karte voller Klassiker, die kaum Konkurrenz zu fürchten haben: kräftige Bouillon mit einem fluffigen Leberknödel, Matjeshering mit Crème fraîche und Apfel, ein saftiges Mistkratzerli oder Kalbsfilet geschnetzelt «Kronenhalle» mit einer Bilderbuch-Rösti. Mittwochs und samstags rollt mittags zudem der «Bollito misto» in der Voiture an den Tisch.

Kronenhalle Zürich

Zürcher Grandesse mit Geschichte: In der «Kronenhalle» hängen bedeutende Kunstwerke dort, wo andernorts bloss Dekoration wäre.

Kronenhalle Bar – Cocktailgeschichte in Mahagoni

Durch den Eingang an der Rämistrasse tauschst du Stadtlärm gegen Ruhe und Diskretion. Runde Marmortische stehen zwischen dunkelgrünen Ledersesseln, die Wände sind in Mahagoni eingekleidet, dazwischen hängen Picasso, Miró und Chagall unter Leuchten von Diego und Alberto Giacometti. Noch wichtiger: Auch hinter der Theke wird die Tradition ernst genommen. Klassiker sitzen ohne Fehl und Tadel, daneben stehen Eigenkreationen wie der rauchig-fruchtige «Dürrenmatt» mit Bowmore, Lillet Blanc und Grand Marnier. Eine Bar, die ihre Geschichte nicht inszenieren muss – sie ist einfach da.

Kronenhalle Bar Christian Heiss in Zürich

Christian Heiss hinter der Theke: In der «Kronenhalle Bar» trifft Cocktail-Handwerk auf Mahagoni, Giacometti-Leuchten und viel Geschichte.

Sternen Grill – Bratwurst, Bürli, Senf

Ob auf diesem Grill tatsächlich die beste Bratwurst der Stadt liegt, sei dahingestellt. Fakt ist: Der «Sternen Grill» am Bellevue ist Kult, die Wurst schmeckt – insbesondere in Kombination mit dem knusprigen «Gold-Bürli» und jenem Meerrettich-Senf, der zuverlässig Tränen in die Augen treibt. Wer etwas mehr Hunger mitbringt, bestellt eine zweite Wurst, einen Cervelat, Currywurst oder ein halbes Güggeli und einen Kartoffelsalat dazu.

Schwerzmann – Kirschstängeli ohne Zuckerkruste

Seit Jahrzehnten produziert die «Schwerzmann Fabrikation» ihre Kirschstängeli im Zürcher Oberdorf. Die Besonderheit? Keine Zuckerkruste. Zwischen dunkler Schokolade und flüssigem Alkohol befindet sich nichts, das unnötig Süsse beisteuert. Neben Kirsch gibts die Stängeli auch mit Pflümli oder Williams. Das Resultat schmeckt direkter, kräftiger und deutlich eleganter als viele klassische Varianten. Ein ideales Zürcher Mitbringsel – sofern die Schachtel den Heimweg überlebt.

Hatecke – Engadin mitten in Zürich

«Allegra!» ertönt es beim Betreten der Edelmetzgerei am Löwenplatz. Mit «Hatecke» kommt Zürich in den Genuss von erstklassigem Fleisch aus dem Engadin, verarbeitet und gereift am Hauptsitz in Scuol. Besonders spannend sind die Trockenfleischspezialitäten: zurückhaltend gesalzen, puristisch gewürzt und teilweise in der charakteristischen Dreiecksform geschnitten. Die Filiale funktioniert gleichzeitig als Bistro. Auf der Karte stehen gemischte Fleischplatten, Tatar mit Essiggurke, Petersilie und Zwiebeln oder fein aufgeschnittenes Carpaccio mit Parmesan, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Qualität, die nicht viel Begleitung braucht.

Hatecke in seiner Metzgerei in Zürich

Ludwig Hatecke bei der Arbeit: In Zürich verkauft der Engadiner Metzger seine Trockenfleischspezialitäten nicht nur über die Theke, sondern serviert sie auch gleich im Bistro.

Sando – Smashburger mit Japan-Twist

Das dreimonatige Pop-up hat seine Spuren hinterlassen, inzwischen hat «Sando» im Niederdorf ein richtiges Zuhause mit Innen- und Aussensitzplätzen. Das Erfolgsrezept ist geblieben: dünn gepresste, knusprig gebratene Burgerpattys, fluffige Buns nach japanischem Vorbild und Zutaten, die dem klassischen Smashburger einen zusätzlichen Kick geben. «Miso Bacon» kombiniert Speck mit Miso, Pickles und Umeboshi-Barbecue-Sauce. Noch besser? Die Chicken Burger aus saftigem Pouletschenkelfleisch. Besonders die koreanisch inspirierte Variante mit Gochujang, Sesam, Coleslaw und pikantem Mayo bringt Süsse, Säure und Schärfe erstaunlich gut zusammen.

Sando Zürich Burger

Japan-Twist im Burger-Bun: Bei «Sando» gibts Smashburger, Fried Chicken und Fries mit Miso, Gochujang & Co.

Old Crow – die Spirituosenbibliothek

Beim Betreten der «Old Crow» hinter dem Rennweg sticht sie sofort ins Auge: eine Spirituosensammlung, die einen beachtlichen Teil der Bar einnimmt. Über 1600 Flaschen reihen sich auf den Regalen – Whisky, Gin, Rum, Tequila, Mezcal, Bitterspirituosen und Liköre aus allen Ecken der Welt. Darunter viele rare Positionen, der klare Schwerpunkt liegt auf Whisky. Daneben beherrscht das Team klassische Cocktails ebenso wie vergessene Drinks und eigene Kreationen. Wer bei dieser Auswahl nicht weiss, wo anfangen, beschreibt einfach, worauf er Lust hat. Der Rest ist in sehr guten Händen.

Old Crow Zuerich Zürich, 14.11.2017 © Pascal Grob

Chef Markus Blattner hinter der Theke: In der «Old Crow» mixt er Cocktails vor einer Spirituosensammlung mit über 1600 Positionen.

Schwarzenbach – Zürcher Vorratskammer

Kaum etwas, das sich für die heimische Küche bei «Schwarzenbach» nicht finden lässt. Gewürze, Nüsse, Dörrfrüchte, Hülsenfrüchte, Essige, Öle, Tee und Kaffee stapeln sich im historischen Laden an der Münstergasse, den die Familie bereits seit 1864 führt. Besonders gross ist die Auswahl an Kaffees aus der eigenen Rösterei und an Schokolade kleiner Produzenten. Ein Geschäft, in das man wegen einer Packung Kaffee hineingeht – und zwanzig Minuten später mit Pistazien, Pfeffer, Schokolade und getrockneten Aprikosen wieder herauskommt.

Sprüngli – die Zürcher Konstante

Die Confiserie «Sprüngli» dominiert Zürich mit gutem Grund. Federleichte Luxemburgerli in unzähligen Geschmacksrichtungen gehören ebenso zum Pflichtprogramm wie Pralinés, Truffes und Schokolade. Aber auch die salzige Abteilung wird gerne unterschätzt: Laugengipfel, Sandwiches oder Käseküchlein funktionieren hervorragend für den kleinen Hunger zwischendurch. Wer mehr Zeit hat, nimmt im Café am Paradeplatz Platz. Wer weniger hat, braucht eigentlich nur eine kleine Schachtel Luxemburgerli – die dann meistens doch etwas grösser ausfällt.

The Bagel Shop – Lox, Reuben, Pastrami

Was einen guten Bagel von einem gewöhnlichen Brötchen unterscheidet? Die leicht zähe, fluffige Krume und eine kräftige Kruste, die durch das Wasserbad vor dem Backen entsteht. Beim «Bagel Shop» an der Nüschelerstrasse stimmt beides. Der Klassiker kommt mit Rauchlachs, Frischkäse, Zwiebeln, Kapern und Dill. Überraschend viel Umami und Süsse liefern confierte Tomaten mit Cream Cheese, während «Pastrami Dreams» oder der «Reuben» in die deftigere Richtung gehen. Die Bagels gibts nature, mit Sesam, Mohn oder «Everything»-Topping – und auf Wunsch auch nur als halbe Portion, damit noch Platz für einen zweiten bleibt.

The Bagel Shop

Bagels mit ordentlich Belag: Im «The Bagel Shop» kommen Rauchlachs, Pastrami, Lachsrogen oder confierte Tomaten zwischen die frisch gebackenen Hälften.

Bean Bank Coffee – Kaffee für Nerds

Kaffee-Nerds aufgepasst: Ein paar Schritte vom Paradeplatz entfernt serviert «Bean Bank Coffee» Spezialitätenkaffee in fast allen Facetten. Espresso und Cappuccino gehören zum Pflichtprogramm, spannender wird es bei den wechselnden Filterkaffees mit Bohnen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern. Mittlerweile röstet das Team auch selbst in Zürich und kann damit noch direkter bestimmen, was später in der Tasse landet. Der kleine Shop an der Bärengasse ist vor allem auf Take-away ausgelegt. Wer bloss einen schnellen Kaffee möchte, wird genauso glücklich wie Gäste, die über Varietät, Aufbereitung und Herkunft diskutieren wollen.

Bean Bank Coffee Paradeplatz

Nikos Chalimourdas bei der Zubereitung eines Filterkaffees: In der «Bean Bank»-Filiale an der Bärengasse dreht sich alles um Spezialitätenkaffee.

Kindli – die heimliche Zürcher Institution

Wer von altehrwürdigen Zürcher Restaurants spricht, nennt meistens dieselben Adressen. Welches Lokal sich genauso aufdrängt? Das «Kindli» am Rennweg. Im dunkelbraun getäfelten Gastraum funktioniert alles zwischen Begrüssung und Abschied so reibungslos wie ein Schweizer Uhrwerk. Auf der Karte stehen Klassiker, die durch Liebe zum Detail bestechen: Zürcher Geschnetzeltes aus Kalbsfilet mit einer Bilderbuch-Rösti, Wiener Backhendl mit dünner, knuspriger Panade und Kartoffel-Gurken-Salat oder Nüsslisalat mit einem mustergültigen wachsweichen Ei. Und wer hingeht, sollte bereits im Vorfeld Platz für etwas Süsses einplanen: Die Tarte Tatin mit Vanilleglace ist ein Must.

Kindli Zürich

Zürcher Klassiker auf einen Blick: Im «Kindli» kommen Wiener Backhendl, Rösti, Nüsslisalat und Zürcher Geschnetzeltes mit viel Präzision auf den Tisch.