Ohne Lastenvelo geht’s nicht. Für ihre Stammgäste machen Martina Odermatt und Thomas Pollet alles. Sie schliessen ihre sympathische Beiz in der Luzerner Eisengasse und wirten in den Sommermonaten im trendig-historischen Hotel «Beau Séjour». Dort hat’s zwar eine traumhaft schöne Terrasse, aber keine ordentliche Küche, lediglich einen Grill und zwei Herdplatten. Also werden die Gerichte in der autofreien Altstadt vorbereitet, dann im elektrischen Lastenvelo transportiert und im «Beau Séjour» vollendet. Stress? «Nicht wirklich», sagt Martina Odermatt, «wir gehen tagsüber in die Badi, dann decken wir auf und freuen uns auf die Gäste.» 

Team: Steffen Holst, Martina Odermatt, Carla Fischer, Thomas Pollet - Madgi Beiz Luzern - Chefkoch Thomas Pollet - 16. August 2024 - Copyright Olivia Pulver

Das «Magdi»-Team zieht in die Sommerresidenz: V.l. Steffen Holst, Martina Odermatt, Carla Fischer, Thomas Pollet.

«Le petit bonheur d’été». Der Name ist Programm: «Le petit bonheur d’été» heisst das «Magdi»-Menü. Der Viergänger ist unkompliziert und abwechslungsreich, angeboten wird in erster Linie, was die Köche Thomas Pollet und Steffen Holst auf dem Luzerner Wochenmarkt finden. Dazu gibt es ein paar smarte Brasserie-Gerichte. Regenvariante: Dinner im wunderschönen Ballsaal! 60 Plätze stehen in der Sommerresidenz zur Verfügung. Frühzeitig reservieren!

Hotel Beau Séjour, Luzern, LU

Smarte Lösung: Im Sommer zieht das Magdi-Team ins «Beau Séjour» ein.

Madgi Beiz Luzern - Chefkoch Thomas Pollet.

Chefkoch Thomas Pollet: Er kauft am Wochenmarkt ein und überrascht seine Gäste immer wieder. 

Das «Pâté en croûte»-Geheimnis. Nur die berühmte «Pâte en croûte» ist im «Beau Séjour» nicht im Angebot. Die grandiose Pastete, mal mit Alpstein-Poulet, mal mit Kalb, mal mit Wild aus dem Revier Neuenkirch-West, gibt’s nur im Stammhaus an der Eisengasse. Der Chef bereitet sie jeweils am Samstag zu: «Das reicht dann für die ganze Woche.» Auch Rüebli, Champignons und Judasohren sind drin, Zwiebeln und Gurken gibt’s dazu, eine Prise «Fleur des Alps» aus Bex VD und geröstete Rapssamen. Erstklassig!

Blumenkohlsalat, Sauerrahmforelle, Knollensellerie-Pastramie, Sauerteig-Baguette und Popcorn-Butter.

Magdi-Style: Blumenkohlsalat, Sauerrahmforelle, Knollensellerie-Pastrami, Sauerteig-Baguette & Popcorn-Butter.

Milchsäuli oder Picanha? Wir klettern an der Eisengasse die steile Treppe zum gemütlichen Restaurant immer wieder gerne hoch: Wohlfühl-Atmosphäre, Wohlfühl-Küche, ein fast schon freundschaftlicher Service. Stammgäste konsultieren umgehend, was auf der schwarzen Schiefertafel als Tagesspezialität angepriesen wird. Führt schon mal zur Qual der Wahl: Milchsäuli von Toni Odermann oder Picanha vom «Uelihof»-Rind. Wir hatten Schwein mit dem Schwein: Zur «Fledermaus» geschnitten, sorgfältig grilliert, mit Semmelknödel und Pastinake serviert. In der Hollandaise dazu Bärlauch; nicht gerade wenig. Hervorragend auch der grüne Spargel, mit hausgemachter (!) Stracciatella und Sonnenblumen-Kernen. Dessert? An der crèmigen Sauerrahmglace aus dem Pacojet führt kein Weg vorbei. Erstklassigen Schweizer Wein gibt es auch glasweise. «Alte Rebe» etwa von Patrick Adank aus der Bündner Herrschaft.

www.magdi-luzern.ch


Fotos: Olivia Pulver, Mitch Hottinger, HO