Vom Geheimtipp zur Sensation. Santiago Rivera, der 65-jährige Erfinder des weltberühmten «Burnt Basque Cheesecake» (Tarta de Queso, Bild oben), bereitet sich darauf vor, sein kulinarisches Imperium an seine Kinder zu übergeben, wie die «New York Times» berichtet. Der ruhige Baske, der in der engen Bar La Viña in der Altstadt von San Sebastián arbeitet, hat ein Dessert geschaffen, das seit den späten 1980er Jahren von einem lokalen Geheimtipp zur globalen Sensation wurde.
Verbrannt und cremig zugleich. Rivera experimentierte damals in seiner Freizeit mit Rezepten. Inspiriert von amerikanischen Cheesecakes, verzichtete er auf den Boden (um Zeit und Platz in der winzigen Küche zu sparen) und buk den Kuchen bei hoher Temperatur. So entstand die charakteristische karamellisierte, «verbrannte» Oberfläche bei gleichzeitig extrem cremigem Inneren – nur fünf Zutaten – Frischkäse, Eier, Zucker, wenig Mehl und Vanille – braucht es für den baskischen Cheesecake. Die einfache Zubereitung und der Kontrast aus karamellisierten Noten und cremiger Textur machten den Kuchen zum Hit.

Nur fünf Zutaten: die baskischen Cheescakes nach dem Backen bei hoher Temperatur.
Ein Milliarden-Markt. Der Durchbruch kam vor allem in den letzten Jahren durch Social Media. Der #BasqueBurntCheesecake ging auf Instagram und TikTok viral. Die «New York Times» erklärte ihn 2021 sogar zum «Flavor of the Year». Heute steht er auf von London über New York bis Tokio und Dubai auf dem Menü. In Asien, besonders Japan, ist er extrem populär. Es gibt Variationen als Eis, Soft-Eis oder mit diversen Toppings. Der globale Markt für Frozen Basque Cheesecake (und ähnliche Premium-Produkte) erreichte 2024 bereits 1,27 Milliarden US-Dollar und wächst mit rund 8,4 % pro Jahr. Der gesamte Cheesecake-Markt liegt bei mehreren Milliarden – der baskische Stil profitiert besonders von der Nachfrage nach hausgemachten und fotogenen Desserts.

Globale Sensation: Bis heute stehen Touristen und Foodies vor der Bar La Viña in der Altstadt von San Sebastián Schlange.
Erfolgreiche Food-Geschichte. «La Viña» wurde 1959 von Riveras Familie als einfache Pintxo-Bar eröffnet. Heute pilgern täglich Touristen dorthin, stehen oft im Regen Schlange und drängen sich an der Holztheke. Der Kuchen wird frisch geschnitten und ohne Schnickschnack direkt auf Pergamentpapier serviert. Rivera selbst soll den Hype etwas distanziert betrachten und bevorzugt eigentlich Desserts mit Schokolade. Und trotz aller Kopien bleibt das Original in La Viña ein Reiseziel für Foodies. Nun übernehmen die Kinder das Ruder – ein Generationenwechsel in einer der erfolgreichsten Food-Geschichten der letzten Jahrzehnte aus dem Baskenland.
Rezept
Fotos: Markel Redondo/The New York Times

