Wie in der Dorfbeiz. Wer an schönen Tag auf der Terrasse des «Chappeli» sitzt, sieht auf dem Hügel oben die namensgebende Allerheiligen-Kapelle und direkt vor dem Restaurant auf der Wiese umherstreifende Alpakas und hungrige Ziegen. Es sind nur ein paar Minuten im Auto vom Stadtzentrum in diese idyllische Abgeschiedenheit, aber die Fahrt lohnt sich aus verschiedensten Gründen: Da ist zunächst das Gastgeber-Paar, seit 2014 betreiben Janine Hausmann und Christoph Köhli (grosses Bild oben) die Wirtschaft Chappeli und haben sich ein treues Stammpublikum gesichert. Im Gastraum herrscht eine familiäre Atmosphäre wie in einer Dorfbeiz.

Chappeli Grenchen

Nur ein paar Minuten von Grenchen entfernt: die Allerheiligen-Kapelle und die «Chappeli»-Alpakas.

Gastraum Chappeli

Offene Küche: der schlicht, aber wohnlich eingerichtete Gastraum der Wirtschaft Chappeli.

Mit Gygax & Humm im Team. Was auf den Teller kommt, ist allerdings durchaus mit Raffinement gekocht: Christoph Köhli beherrscht das Handwerk der klassischen französischen Küche offensichtlich, zu seinen Lehrmeistern gehört Nik Gygax (1957–2020), der im «Löwen» in Thörigen Kultstatus erlangt hatte. Im Team des viel zu früh verstorbenen 18-Punkte-Kochs arbeitete neben Köhli zur gleichen Zeit auch ein gewisser Daniel Humm. Es muss nicht das einfachste, aber ein inspirierendes Arbeitsumfeld gewesen sein, und vielleicht ist das heute noch auf den Tellern zu sehen, die Köhli serviert.

Schweinskotelette aus le Noirmont, Kartoffelstock und Frühlingsgemüse.

Der Gast erkennt, was auf dem Teller liegt: Schweinskotelette aus Le Noirmont mit Jus und Gemüse.

Mediterrane Note. Auf den Tellern, die JRE-Mitglied Christoph Köhli mit seinem kleinen Team in der offenen Küche zubereitet, erkennt der Gast sofort, was im serviert wird. Gleichzeitig ist jeder Gang präzise gekocht und mit einem gewissen Etwas versehen – oft mit einer mediterranen Note: Schweinskotelett aus Le Noirmont oder Maispoulardenbrust zum Beispiel gibt es mit gebratenem Gemüse, dazu Jus, Champagner-Risotto, Pfifferlinge und Schnittlauchöl. Oder ein Vitello Tonnato, das durch eingelegte Zitronenzesten und Wildkräuter genau jene Note erhält, das die Küche im «Chappeli» von der Durchschnittsbeiz unterscheidet.

Küchenchef Christoph Köhli

Klassisches Handwerk: Küchenchef und Gastgeber Christoph Köhli.

The Place to b. Christoph Köhli und Janine Hausmann beherrschen die Kunst der Bodenständigkeit in Perfektion. Im «Chappeli» gibt es eine Gastgebertradtition, die bis ins Jahr 1698 zurückreicht, als die nahe Kapelle noch ein Ziel für Wallfahrer war. Heute ist die schön gelegene Wirtschaft ein Treffpunkt für lokale und zugereiste Gäste, die ehrliche Küche in persönlicher Atmosphäre schätzen. Immer dienstagabends wird eine Tavolata (Fr. 89.–) serviert, welche die Qualitäten des Ortes ausgezeichnet zur Geltung bringt. GaultMillau-Rating: 16 Punkte.

>> Wirtschaft Chappeli, Grenchen

 

Created with Sketch.  | The Place to b.

Die GaultMillau-Tester stellen im Auftrag der UBS jede Woche einen «Place to b.» vor: Adressen für den gepflegten Businesslunch, für den Brunch am Wochenende, für ein Essen mit Freunden, für Trendsetter & Entdecker, für Verliebte. Bereits erschienene «Tipps der Woche» finden Sie hier. 

 

Fotos: Marcus Gyger, Karl-Heinz Hug