«The Mansard»: Das überraschende neue Viersterne-Hotel an der Gstaader Promenade.

«The Mansard»: Das überraschende neue Viersterne-Hotel an der Gstaader Promenade. Highlight: Das Rooftop-Restaurant mit 80 Plätzen und 360-Grad-Sicht.

29 Zimmer & eine Turmsuite. «The Mansard» an der Gstaader Promenade legte einen klassischen Fehlstart hin. Tempi passati! Das muntere Viersternehotel hat mit neuem General Manager und neuem Küchenchef Fahrt aufgenommen. Die nur 29 Zimmer (DZ ab 300 CHF, mit einer Turmsuite als Juwel im Angebot) sind gut belegt, an der langen Bar, in der gemütlichen Lounge und rund ums Kaminfeuer treffen sich nicht nur gutgelaunte Feriengäste, sondern auch viele Einheimische. «Das war das Ziel», sagt General Manager Stefan Ludwig, «wir wollen eine Alternative sein zu den vielen sehr erfolgreichen Hotelpalästen im Ort.» Ludwig kommt aus einem dieser Paläste: Fünfeinhalb Jahre hat er für Andrea Scherz im «Palace» gearbeitet. Bild oben: Chef Tom Walter, Ente aus dem Ofen.

Fonduespass an privilegierter Lage, auf dem Rooftop des Mansard-Hotels. Mit 360-Grad-Sicht über Gstaad.

Fondue-Spass an privilegierter Lage, auf dem Rooftop des Mansard-Hotels. Drei verschiedene Käsemischungen stehen zur Wahl.

Ein Fondue auf dem Rooftop! Magischer Ort im Hotel: «The Mansard Rooftop»! Auf Gstaads einziger Dachterrasse wird das angenehme Leben zelebriert, auch im Winter. Die Terrasse mutiert zum gut beheizen Wintergarten, Flammen züngeln hoch in ihren Behältern, und fast den ganzen Tag über gibt es vor allem eines: Fondue in drei Varianten (klassisch, Trüffel, Tomate), mit Mischungen aus der örtlichen Molkerei. Im Sommer ist der Essensfahrstuhl häufiger unterwegs Richtung Dachgeschoss. Dann gibt’s Comfort Food, Burgers, Nuggets, Salate. 360-Grad-Sicht, mit dem majestätischen «Palace» als Blickfang. 80 Plätze.

«Rind im Schnee», «Ei im Nest». Das Restaurant? Junge Karte, junger Chef. Tom Walter, 25, führt die neunköpfige Brigade. Background? Ein paar Jahre bei Tanja Grandits im «Stucki» Basel, nicht gerade in der ersten Reihe, aber Teil der Truppe. Tom: «Bei Tanja habe ich gelernt, wie wichtig Teambuilding und gute Stimmung sind. Das versuche ich in Gstaad umzusetzen.» Ein paar erste so richtig gute Gerichte hat er bereits auf der Karte: «Rind im Schnee» beispielsweise, ein mutig gewürztes Rindstatar mit Sauerrahm und einer eleganten Käse-Espuma. Drüber duellieren sich weisser Trüffel und Belper Knolle gleichzeitig; das ist eher ungewohnt. Noch besser ist «Ei im Nest»: Ein konfiertes Eigelb im Kartoffelpüree, Kartoffelchips, Bergkäse, Nussbutter in der italienischen Variante mit Knoblauch und Kräutern. Beide Gerichte kann man pimpen: Mit je zehn Gramm Kaviar; in Gstaad ist die Nachfrage dafür da.

Boutique Hotel «Miiro The Mansard», Gstaad, BE HO via STEFAN LUDWIG General Manager

Hausgemachte Gnocchi mit Pesto und Gstaader-Bergkäse-Espuma.

General Manager Stefan Ludwig, Restaurantleiterin Jasmin Gerber, Chef Tom Walter.

Die Drei vom Mansard: General Manager Stefan Ludwig, Restaurantleiterin Jasmin Gerber, Chef Tom Walter.

Gericht

Auch Vegetarier werden verwöhnt: Randensteak, elegant angerichtet.

Gnocchi, Turbot & Tom-a-hawk. Der Chef tobt sich vor allem bei den Vorspeisen aus, etwa mit einem ganz ausgezeichneten Hamachi; Petersilie und vor allem gut dosierter Limettensaft prägen das elegante Gericht. Wer Pasta mag, kann die hausgemachten Gnocchi ordern, jederzeit auch mit zehn Gramm weissem Trüffel. Beim Fisch ist ein Steinbutt immer im Angebot, und natürlich gibt’s auch Schweizer Fleisch aus Gstaads berühmter «Buuremetzg»: Ein dünn aufgeschnittenes, sauber gebratenes Kalbsnierstück etwa oder ein mächtiges Tomahawk für zwei Personen; Chef Tom nennt es «Tom-a-hawk». Der Generalmanager ist Walters Sparringpartner: Stefan Ludwig ist gelernter Koch, stand in Sterneküchen am Herd («Adlon», Karl-Heinz Hauser).

Schwerpunkt Schweizer Wein. Der Boss überträgt gezielt jungen Mitarbeitern Verantwortung («sie sollen mit uns wachsen»), schleppt auch Teller und fühlt sich wohl an der Front. Den Service leitet Jasmin Gerber («ein echtes Gstaader Kind»), die zuvor bereits im «Grand Bellevue» einen auffallend guten Job gemacht hat. Sie legt eine Karte vor, auf der jetzt auch Schweizer Top-Winzer eine Rolle spielen: Donatsch, Adank, Steiner-Krebs, Pellegrin. «The Mansard» gehört zur Miiro-Gruppe des Inders Rahul Bhatia, mit Lifestyle-Hotels in Barcelona, Paris und Wien. In «The Mansard» schaut der diskrete Unternehmer, der sein Geld mit einer indischen Airline gemacht hat, häufig rein: Er besitzt in Gstaad ein Chalet.

 www.miirohotels.com

 

Fotos: Melanie Uhkötter, Digitale Massarbeit, HO