Kunst & Carello. Kaum ein Restaurant in Zürich versprüht so viel Italianità und Eleganz wie das «Conti». Hierher kommt man, um die grossen Klassiker der italienischen Küche zu geniessen, aber auch um den Blick schweifen zu lassen. Denn es gibt viel zu sehen im vielleicht schönsten Speisesaal der Stadt: die einzigartige Architektur mit hohen Stuckdecken, weissen Säulen und fast bodentiefen Fenstern, zahlreiche liebevoll ausgewählten Kunstwerke, die Berkel, auf der 24 Monate gereifter Prosciutto di Parma frisch aufgeschnitten wird, und nicht zuletzt den Carello, der im Winterhalbjahr mittags durchs Lokal rollt. Dienstags ist der silbern glänzende Wagen mit Kalbscarrébraten bestückt, mittwochs mit Brasato und Polenta, donnerstags mit Kalbshaxe und Safranrisotto, freitags als kleiner kulinarischer Exkurs nach Frankreich mit Bouillabaisse. Bild oben: Küchenchef Marco Fontò und seine Ravioli.

15.12.2026, Zürich, Restaurant Conti (photo by Remy Steiner for Gault Millau)

Hohe Räume, sorgsam ausgewählte Kunst: Das Interieur trägt viel bei zum Zauber des «Conti».

Grosszügigkeit & stille Kraft. Seit 22 Jahren gehört das «Conti» nun schon zum gastronomischen Portfolio der Familie Bindella. Sehr zur Freude von Rudi Bindella senior, der sagt: «Ich habe dieses Lokal immer sehr bewundert und mir gewünscht, dass wir es eines Tages verantworten dürfen.» Dass die Tische im «Conti» deutlich grosszügiger sind und weiter auseinander stehen als anderswo, ist kein Zufall. «Das hilft uns, die stille Kraft dieses Ortes zu bewahren», betont Bindella. «Conti»-Gast sei man fürs Leben. «Manche Gäste kommen seit 40 Jahren. Wir haben es uns deshalb zur Aufgabe gemacht, die Tradition fortzuführen. Dieses Ristorante ist für unsere Unternehmung ein Bijou und Aushängeschild.» 

 

Conti

Einer der grossen «Conti»-Klassiker: Spaghetti all'astice.

15.12.2026, Zürich, Restaurant Conti, Gericht; Rindstatar (photo by Remy Steiner for Gault Millau)

Auch das dezent gewürzte Tatar ist von der Karte nicht wegzudenken.

Der Hummer wird am Tisch geknackt. Die «Key Player» vor Ort heissen Guirino Amorelli und Marco Fontò. Amorelli ist Herr über Speisesaal und Weinkeller, Fontò der Garant für Sorgfalt und Handwerkskunst in der Küche. Beide sind dem «Conti» seit vielen Jahren verbunden. Besonders hoch im Kurs stehen bei den Stammgästen die Ravioli mit hauchdünnem Teig, das Tatar, die puristische Grigliata di pesce mit Dorade, Seezunge, Riesencrevetten und Hummerschwanz von Partner Bianchi sowie die Spaghetti alle vongole veraci oder all’astice mit traumhafter Bisque, für die der Hummer am Tisch geknackt wird. Dass der Service für ein wenig Show am Tisch sorgt, gehört im «Conti» einfach dazu. Die vor den Gästen zubereitete Zabaione ist das Signature-Dessert des Hauses.

15.12.2026, Zürich, Restaurant Conti, Gericht; grigliata di pesce (photo by Remy Steiner for Gault Millau)

Der taufrische Fang für die Grigliata di pesce stammt von der mit Bindella befreundeten Familie Bianchi.

Herzlich, zuvorkommend, achtsam. In der warmen Jahreszeit wird das «Conti» zum «Boulevard-Café». Dann sitzt man auf der Terrasse und sieht dem emsigen Treiben eingangs der Dufourstrasse zu. In unmittelbarer Nachbarschaft: das Opernhaus Zürich, dessen Besucherinnen und Besucher sich vor der Musik gerne auch die grosse kulinarische Oper gönnen. «Das Opernhaus und das Conti gehören einfach zusammen», findet Rudi Bindella senior. «Überhaupt verdanken wir dem Seefeld ein tolles Publikum aus Wirtschaft, Medien und Kultur, das die Begegnung und Verständigung am Tisch schätzt. Unser wichtigstes Anliegen bleibt, den Gästen herzlich, zuvorkommend, achtsam und dienstbereit zu begegnen. Das gelingt Guirino Amorelli und seinem Team vorbildlich.»

Fotos: Remy Steiner, HO