Patrick Schindler
Züri isst | Pascal Grob bloggt

Patrick Schindlers Hotspots in Zürich

Der Tausendsassa geht am liebsten ins Gamper und liebt Chili-Saucen zu «Leftovers» – besonders spätnachts.

30. November 2017

Lieblingsrestaurant? Chefkoch Marius Frehner vom Restaurant Gamper gehört weltweit zu meinen absoluten Lieblingsköchen. Mit seinem intuitiven Kochstil kreiert er aus wenigen, einfachen Zutaten komplex schmeckende Gerichte mit viel Tiefe. Bei manchen Tellern könnte man gar meinen, die Idee dafür kam ihm fünf Minuten vor Service in den Sinn – was natürlich überhaupt nicht der Wahrheit entspricht.

Wer im Gamper essen möchte, muss nicht reservieren, sondern geht einfach vorbei.

Coole Bar? In die Sacchi Bar würde ich zu jeder Uhrzeit reinspazieren! Egal ob frühabends für ein Glas Wein oder spätnachts für einen Cocktail. Andere Bars mixen ausgezeichnete Cocktails aber servieren schlechte Weine. Oder ich muss viel zu lange auf meinen Cocktail warten. Hier stimmt das ganze Set-Up: Eine kleine aber feine Getränkekarte und alle Drinks sind immer sofort «ready». Endlich existiert in Zürich eine Bar mit einem gut kuratierten Getränkeangebot.

Grüne Ledersofas vor altrosa Wänden kreieren eine italienische 1950s-Nostalgie.
Ein Leuchtkasten nach dem Vorbild italienischer Tabakladen weist den Weg zur Bar.

Aussergewöhnlicher Shop? Ich bin ein grosser Fan der Chili-Saucen, die Beat Heuberger in seinem gleichnamigen Shop verkauft. Über 30 unterschiedliche, hausgemachte Sorten. Für ein Tatar eignen sie sich besonders gut, verleihen aber auch faden Speisen die nötige Würze. Und nach einer durchzechten Nacht kriege ich oft Lust auf etwas Scharfes. Kombiniert mit irgendwelchen Essensresten wie Nudeln, ist die «Sott'Olio Habanero tricolore» dann ein wahrer Segen.

 

Gemütliches Café? Mittags brauche ich eine kurze Auszeit, wenn ich für «Cultivino» in Zürich meine Runden drehe von Restaurant zu Restaurant. Das «Coffee» erlaubt mir bei einer Tasse Filterkaffe meine Gedanken zu sammeln. Dabei gefällt mir besonders die überschaubare Grösse und das zeitgemässe aber doch zeitlose Design des Lokals. Wahrscheinlich könnte das Café auch in 30 Jahren noch genau gleich so dastehen, ohne veraltet zu wirken.

Schlicht und überschaubar: Das Lokal strahlt eine familiäre Ruhe aus.
Neben Filterkaffee sind im «Coffee» natürlich auch sämtliche andere Kaffeevarianten erhältlich.

Liebeserklärung an Zürich. Als geborener Schaffhauser, besuchte ich früher Zürich vielleicht drei Mal im Jahr und bereiste stattdessen lieber grössere Städte wie London. Nun sitze ich drei Mal pro Woche im Zug nach Zürich. Denn mittlerweile gibts ein grosses Gastronomie-Angebot, das mich inspiriert und immer wieder hierher lockt. Ich schätze die Möglichkeit, innerhalb von nur 45 Minuten in eine andere Stadt anonym eintauchen zu können. Dabei erkundige ich die Stadt am liebsten zu Fuss, denn viele Orte sind so bestens erreichbar. Ins Tram springe ich nur, wenns zügig gehen muss.

 

>> Patrick Schindler arbeitet für den Weinlieferanten Cultivino aus Bern und berät Restaurants bei der Auswahl ihrer Weine. Gleichzeitig leitet er das Restaurant Myrta in Schaffhausen und steckt hinter erfolgreichen Pop-Up-Formaten in Zürich wie «Soi Thai» oder «Wild Bar». Am 1. Dezember eröffnet er zusammen mit GaultMillaus «Koch des Jahres 2016» Nenad Mlinarevic und Valentin Diem das zweimonatige Pop-Up-Restaurant «Die Stadthalle» – jetzt reservieren!