Italia – Grüsse aus Norditalien

Das «Ristorante Italia» (grosses Bild) wirkt intim, obwohl das Lokal beim Kasernenareal über viele Sitzplätze verfügt und oft noch Platz für spontane Gäste hat. Das Essen? Italienische Klassiker, denen andere Zürcher Restaurants kaum Beachtung schenken. Wie grobes Kabeljau-Kartoffel-Mousse «Brandade di baccalà», die frittierten Softshell-Krabben mit Sardellenmayonnaise oder «Trippa con Pancetta» als Antipasti. Dann weiter mit Spaghetti all’amatriciana, Pasta e fagioli oder die unverschämt luftigen Gnocchi an Tomaten- oder Gorgonzola-Sauce. Auch die «Salumi»- und «Formaggi»-Auswahl kann sich sehen lassen.

Restaurant Italia in Zürich

Zwei «Italia»-Evergreens, die immer gehen: Gnocchi al gorgonzola e radicchio und Spaghetti all’amatriciana.

 

The Bagel Shop – das gewisse Extra

Bagels unterscheiden sich nicht nur in der Form von einem herkömmlichen Brötchen: Die fertigen Teiglinge kommen zuerst für einige Minuten ins heisse Wasserbad, bevor sie weiter in den Backofen wandern. Eine Kochmethode, die für eine knusprige Kruste sorgt und gleichzeitig die fluffige Krume mit leicht zäher Textur sicherstellt – das charakteristische, gewisse Extra. Der Take-away «The Bagel Shop» neben der Bahnhofstrasse macht diesbezüglich alles richtig. Sie kommen solo, mit Frischkäse als Dip oder in der Hälfte aufgeschnitten und à la minute belegt mit fünf unterschiedlichen Topping-Kombinationen.

The Bagel Shop Zurich mit Rauchlachs

Rauchlachs & confierte Tomaten! Der Take-away bei der Bahnhofstrasse überrascht mit erstklassigen Bagels.

Yokita – Japan to-go

Eine weitere empfehlenswerte Take-away-Adresse: «Yokita» am Goldbrunnenplatz – ein pinkes Häuschen, umzingelt von ockerfarbenen Wohnblöcken, die mindestens vier Stockwerke höher ragen. Durch das Take-away-Fenster kommen allerlei japanische Klassiker: «Karaage Don», «Niku Don», Gyoza und Yakisoba. Inhaberin Yoko Yamada ist in der Nähe von Kobe aufgewachsen, steht jeden Tag selbst in der kleinen Küche und schliesst jede Bestellung mit einem herzerwärmenden «Arigato» ab.

Yokita japanischer Take-away in Zürich mit Yakisoba, Gyoza und Donburi

Donburi, Gyoza & Yakisoba: In Wiedikon versteckt sich ein Take-away mit japanischen «Comfort food»-Klassikern.

Casa Ferlin – ein Traum aus Teig und Füllung

Keine offene Küche, keine fermentierte Karotte und keine QR-Codes. Das Casa Ferlin steht seit 1907 an der Stampfenbachstrasse in Zürich und weigert sich jeglichen Trends der letzten hundert Jahre zu beugen. Wer das Lokal betritt, landet in einer gut konservierten Version von Italianità, wie sie in den Erinnerungen älterer Herren existiert, die ihre Hemden noch gebügelt haben. Der erste Gastraum ist etwas dunkel, samtig, altmodisch, aber charmant und fühlt sich an wie ein Ort, der nie aufgehört hat, so zu sein wie er war. Gäste, die sich ein ebenso zeitloses, aber moderneres Setting wünschen, werden ebenfalls glücklich: Im neueren «Sala Angelo» mit Holztäfer, wo ein Kronleuchter aus Muranoglas an der Decke hängt. Die berühmten Ravioli à la «Casa Ferlin» haben ihren Ruf nicht gestohlen. Wer beim ersten Biss auf nichts ausser zartem Pastateig, saftiges, fein gehacktes Kalbfleisch und wahlweise Beurre noisette oder Rahmsauce trifft, versteht, warum nichts verändert werden muss. So schmecken Ravioli, die nie zur Massenware verkommen sind.

Casa Ferlin

Klassiker, die immer gehen: Ravioli, Kalbsfilet mit Zitronensauce und Taglierini oder Chateaubriand mit Sauce béarnaise und hausgemachten Pommes frites.

Sappo – Hokkaido in der Schüssel

Im «Sappo» beginnt Ramen mit Feuer. Hackfleisch, Knoblauch und Zwiebeln brutzeln im Wok. Dann trifft die über zwölf Stunden lang geköchelte Brühe aus Schwein und Geflügel auf den Bratensatz und verbindet sich mit einer besonders lange fermentierten Misopaste. Das Ergebnis: Eine Suppe, die Geschmack auf Geschmack schichtet – salzig und herzhaft, ohne schwer zu wirken. Auch die Nudeln spielen eine Hauptrolle: goldgelb, leicht gewellt, genau mit dem richtigen Biss. Sie stammen aus der Hauptstadt Hokkaidos und halten der kräftigen Brühe mühelos stand. Die Liebe zum Detail überrascht nicht: Sophie Nham und Christopher Williner haben bereits mit «Gyoza Yokocho» in der Markthalle im Viadukt gezeigt, wie sich Zürich für japanisches Streetfood begeistern lässt.

Sappo Ramen Zürich

Mit Miso & Thurgauer Apfelschwein! Das Restaurant Sappo Ramen widmet sich den herzhaften Ramen aus Sapporo.

Zio Panino – Italianità im Papiersäckli

Zwischen Lochergut und Albisriederplatz reiht sich Fassade an Fassade – und die Tür von «Zio Panino», wirkt so unscheinbar wirkt, dass man sie leicht übersieht. Ein kleines Schild mit einem Cartoon-Schwein ist der einzige Hinweis auf Panini, wie man sie sonst erst nach einer mehrstündigen Fahrt Richtung Süden findet. Drinnen: rot-weiss karierte Bodenfliesen, Chromhocker, ein Hauch Trattoria-Nostalgie. Hinter der Theke steht Inhaber Marco Liccione, dessen Lächeln so authentisch wirkt wie seine Zutaten. Keine Nullachtfünfzehn-Sandwiches, sondern Italianità to go. Das Menü: neun Panini, alle nach dem gleichen Prinzip. Ein knusprig-rustikales, innen fluffiges Brot, dazu Füllungen, die nach Italien schmecken. «Classico» mit Mortadella, Stracciatella, Pistaziencreme. «Diavolino» mit scharfer Salami, ‘Nduja und Scamorza di capra. «Maialone» mit Porchetta, Pecorino, Auberginencrème und Salsa Verde – wie ein Mittagessen bei Nonna.

Zio Panino Zürich

Hinter einer unscheinbaren Tür an der Badenerstrasse versteckt sich ein Take-away mit Panini wie in Italien.

Hallo Beirut – der Geschmack Libanons

Wer das kleine Lokal an der Edionstrasse hinter dem Marktplatz Oerlikon betritt, steht gleich vor der Glasvitrine, hinter der die grossen, hausgemachten Fleischspiesse um ihre eigene Achse rotieren. Einmal Rindfleisch, über Nacht mariniert mit Gewürzen aus dem Libanon, das mit Tomaten, Zwiebeln, Petersilie, Sumach und Tahini-Sauce ins Fladenbrot kommt. Dann ebenso empfehlenswertes Pouletfleisch mit den obligaten Pommes frites, Essiggurken und «Toum», das geschmacklich an Aioli erinnert.

Adresse: Edisonstrasse 5, 8050 Zürich

Hallo Beirut Zurich Schawarma Falafel

Schawarma, Falafel & Makanek! In Zürich-Oerlikon versteckt sich ein Take-away mit libanesischen Spezialitäten.

Frisk Fisk – von Oslo nach Zürich

Wer die Karte im «Frisk Fisk» durchblättert und die Gerichte am Nebentisch erspäht, könnte vergessen, dass die Schweiz ein Binnenland ist. Das Restaurant im Zürcher Niederdorf kriegt regelmässig Post aus Norwegen: Fische und Meeresfrüchte in aussergewöhnlicher Qualität, die Räuchermeister Frederik Møller Andersen in seiner Fischhalle in Oslo persönlich begutachtet und verpackt. Darunter liefert er auch seinen erstklassigen Rauchlachs nach Zürich, den «Frisk Fisk» in verschiedenen Varianten serviert: Von Hand filetiert, dann im Vakuum hängend geräuchert mit Tannennadeln, Kümmel-Holzsplitter und Fichtenspänen. Dann der Toast Skagen, wo Shrimp-Salat mit Mayonnaise und einem Touch Cognac auf ein getoastetes Shokupan kommt. Oder pochierter Heilbutt, überdeckt von einer leichten, aromatischen Hollandaise, die geschmacklich an eine Bisque erinnert. Dazu eine der besten Weinkarten der Stadt mit einer cleveren Auswahl an Weiss-, Orange- und Rotweinen, die jeden Geschmack abdeckt.

Frisk Fisk Zurich

 

Geheimtipp im Zürcher Niederdorf: Fische und Meeresfrüchte von der Küste Norwegens sowie eine Top-Weinkarte!

Misoga – die koreanische Institution

Das Restaurant am Hegibachplatz lockt mit einer Karte voller koreanischer Klassiker. Die Highlights? Dolsot-Bibimbap im glühend heissen Steintopf, wo sich Gemüse und optional Rindfleisch oder Poulet ringsum anordnen auf einer Portion Reis mit einem Spiegelei und Gochujang – einer fermentierten Chili-Paste. Bulgogi: Rindshohrücken an einer fruchtigen Marinade, den Gäste portionenweise mit Reis in ein Salatblatt einwickeln können. Oder der pikant-saure Eintopf «Kimchi Jjigae»: Seetang und Sardellen bilden die Basis, während hausgemachtes Kimchi, Schweinebauch und Tofu als Suppeneinlagen dazukommen.

Koreanisches Restaurant Misoga Zurich am Hegibachplatz

Bibimbap, Bulgogi, Jokbal & Kimchi Jjigae: Das Restaurant am Hegibachplatz glänzt mit koreanischen Klassikern.

Gyoza Yokocho – japanische Dumpling-Bar

Die prall gefüllten Teigtaschen aus Japan mit knusprig gebratenem Boden stehen in sieben Varianten auf der Menükarte des Take-aways in der Markthalle im Viadukt. Ein Klassiker, der immer funktioniert: mit milder Füllung aus Schweinehackfleisch, Chinakohl, Frühlingszwiebeln und Ingwer – passt hervorragend zur Dip-Sauce, bestehend aus Sojasauce, Yuzu und optionalem, aber sehr empfehlenswertem Chili-Crunch. Frittierte, saftige Pouletstücke mit dünner Panade («Karaage») und der Spinat-Salat an einem Sesam-Dressing («Goma ae») sind ideale Add-ons.

Adresse: Limmatstrasse 231, 8005 Zürich

Gyoza Yokocho Zurich

Dumplings & frittiertes Poulet! Ein neuer Take-away bringt frischen Wind in die Markthalle im Viadukt.

Babas Döner – Kebab vom Holzkohlegrill

Wer macht den besten Döner Kebab in Zürich? «Babas Döner» gehört sicher in die engere Auswahl. Wer das unscheinbare Lokal an der Nansenstrasse betritt, erspäht hinter der Theke den Unterschied zur Konkurrenz ziemlich schnell: Ein Dönergrill wie in den besten Dönerläden Istanbuls. Nicht Elektrizität, kein Gas, sondern Holzkohle sorgt für die richtige Hitze, die die äusserste Schicht des Dönerspiesses langsam knusprig röstet. Natürlich ist der «Yaprak»-Spiess ebenfalls keine Nullachtfünfzehn-Ware: «Babas Döner» setzt auf Schweizer Rindshuft, über Nacht mariniert und täglich frisch von Hand geschichtet mit etwas Rindsfett, damit das Dönerfleisch beim Grillieren saftig bleibt. Früh kommen lohnt sich nicht nur, um lange Warteschlangen zu umgehen: Die ersten Abschnitte des Dönerspiesses sind besonders mürbe und schmelzen fast auf der Zunge.

Babas Döner Zürich

Schweizer Premiere: In Zürich gibts nun Döner wie in Istanbul. Von Hand geschichtet, auf Holzkohle grilliert!

Silex – «Casual Fine Dining» am Bahnhof Wiedikon

Das «Silex» beim Bahnhof Wiedikon gehört zu den besten Restaurants in Zürich, Küchenchef George Tomlin zu den talentiertesten Chefs der Stadt. Seine Handschrift: Ausgeklügelte Gerichte, die auch als «Comfort food» durchgehen könnten. Und stets im Fokus: Zutaten von erstklassiger Qualität, wild und überraschend miteinander kombiniert. In London hat der Engländer prominente Stationen hinter sich: Sous-Chef im Sternerestaurant «The Clove Club», bevor er der Wein-Bar «P. Franco» zum damaligen Kult-Status verhalf.

Restaurant Silex in Zürich von George Tomlin, Julia von Meiss und Jean-Denis Roger

Das «Silex» beim Bahnhof Wiedikon gehört zu den spannendsten Restaurants in Zürich.

Old Inn – Zürichs Gastropub

Was als Zweitrestaurant von Dan Shu begann, ist mittlerweile auf Augenhöhe mit dem kultigen Erstling «Gaijin». Tristan Jaensch entwickelte das «Old Inn» zusammen mit Dan Shu vom Gastropub mit japanischem Einschlag zur ernstzunehmenden kulinarischen Destination. Erkocht nicht nur präzise, sondern mit Herz und mit Wucht. Sein Menü ist eine Abfolge von Comfortfood par excellence. Dazu kommt das stimmige Interieur: ein Pub wie aus dem Bilderbuch. Grosszügige Räumlichkeiten, ein Barbereich mit Hockern, viel dunkelbraunes Holz und lange Sitzbänke aus gepolstertem, weinrotem Leder, die für Gemütlichkeit sorgen.

Old Inn Zurich Scotch Egg

Das Erfolgsrezept des «Old Inn»: Gastropub-Food mit japanischem Einschlag.

Bahn Mi Bao – Zürichs bestes Bánh Mì

Bánh Mì wie in Ho-Chi-Minh-Stadt? In Zürich-Oerlikon kommt der unscheinbare Take-away Bahn Mi Bao dem Vorbild deutlich näher als die Konkurrenz. Pâté sei dank: Die Schweinsleberpaste gibt dem Sandwich Tiefe, ohne sich aufzudrängen oder nach Schweinsleber zu schmecken – ein Detail, das viele lieber umgehen, als es richtig zu machen. Dabei ist sie das würzige Bindeglied, das alles zusammenhält. Auch das Brot muss stimmen. Luftig. Weich. Bei «Bahn Mi Bao» täglich inhouse frisch gebacken nach eigenem Rezept. Die Kruste splittert beim ersten Biss, ohne den Gaumen zu verletzen wie ein französisches Baguette. Dazu hausgemachte Mayonnaise mit Eigelb und Zwiebelöl, Pickles mit dezenter Säure und Fleisch – am liebsten mehr als eines, geschmort oder geröstet. Zum Schluss Koriander und Gurke für Balance und noch mehr Frische. Vier «Bánh Mì»-Varianten stehen zur Auswahl. Der Favorit: mit vietnamesischer Lyoner aus Eigenproduktion und mariniertem, geröstetem Schweinebauch nach Char-Siu-Art.

Banh Mi Bao Zurich

Hausgemachte Pâté, frisch gebackenes Brot! Für dieses Bánh Mì lohnt sich der Weg nach Zürich-Oerlikon.