Fotos: David Birri
Von Geisenheim nach Fläsch. Die Gantenbeins? Sie gehören eigentlich fast schon traditionsgemäss zur Equipe der Garden Party. Und doch suchte man zeitweilig vergebens an ihrem Weinstand, denn sie waren unterwegs, um das eine oder andere Häppchen bei den Starchefs zu probieren. Und wer schenkte in der Zwischenzeit den Pinot Noir und den Chardonnay des Jahrgangs 2018 aus? Die Nachfolger Ulrike und Andreas Hütwohl – ein starkes Zeichen. Lange gab es in der Branche wilde Spekulationen über einen möglichen Verkauf des berühmtesten Schweizer Weinguts an fremde Investoren. Doch stand dies in Fläsch GR gar nie zur Debatte. Martha und Daniel Gantenbein haben ihre Nachfolge frühzeitig und akribisch geplant. Und mit Ulrike und Andreas Hütwohl eine perfekte Lösung gefunden. Die beiden exzellent ausgebildeten Geisenheim-Absolventen sind fest in die Bündner Herrschaft gezogen und haben kurzerhand ein Haus Wand an Wand mit den «Gantis» gekauft. Grosses Bild oben (v.l.): Andreas & Ulrike Hütwohl, Daniel & Martha Gantenbein.
Vier Profis, acht Hände. Statt eines abrupten Stichtags setzen die Wein-Ikonen auf einen fliessenden Übergang. Die vier Winzer sind längst zu einem engen Team zusammengewachsen, Arbeit gibt es genug: «Laubarbeit im Frühling, Ernte, Abfüllen», sagt Daniel Gantenbein, «es gibt genug Momente im Weinjahr, bei denen acht Hände gebraucht werden.» Für Martha und Daniel Gantenbein, die ihr Gut in den letzten Jahrzehnten unermüdlich an die Weltspitze geführt haben, bringt diese Konstellation trotzdem auch persönliche Freiheiten zurück: «Es tut uns gut, dass wir nicht mehr immer im Vordergrund stehen müssen – wir sind keine Rampensäue», sagt Martha Gantenbein mit Augenzwinkern. Der Betrieb profitiere aber auch spürbar vom frischen Wind: «Die beiden haben eine ungeheure Dynamik, Marketing beherrschen sie besser als wir.»

Hatten genug Zeit, um durch die Garden Party zu stromern: Martha und Daniel Gantenbein.
«Wir machen so weiter wie bisher.» Dass sich am Stil der heiss begehrten Fläscher Weine etwas ändert, ist nicht zu befürchten. Der Fokus auf Pinot Noir und Chardonnay (zudem ein paar Flaschen Riesling) bleibt unangetastet. Und so macht Andreas Hütwohl am Weinstand auch gleich eine klare Ansage zur künftigen Philosophie: «Wir machen so weiter wie bisher.» Bleibt eigentlich nur eine letzte, augenzwinkernde Frage am Ende dieser überaus harmonischen Stabsübergabe: Wird das Ehepaar Hütwohl bald schon die berühmte Etikette ändern? «Ich nehme es nicht an», sagt Daniel Gantenbein mit einem Lachen.

