Cabanas unter Palmen. Palmen, Bananenbäume und Skulpturen von Ivo Soldini im Park. Glückliche Gäste, die zwischen Pool, Sauna und Cabanas hin und her surfen. Kunst an allen Wänden. Und überall vertraute Gesichter. Die «Villa Castagnola» ist 141-jährig, im Privatbesitz, liebevoll gepflegt. Die meisten Mitarbeiter arbeiten seit Jahren und Jahrzehnten hier, sind Teil der Familie. Ivan Zorloni: «Klar, ziehen Mitarbeiter mal ein Haus weiter. Aber sie kommen auch immer wieder gerne zurück.» Die Besitzer investieren Jahr für Jahr Millionen in ihre Villa, auch für Dinge, die der Gast gar nicht sieht: Back of the house, in die Sicherheit. Chillen kann man auch im Zimmer – dank grosszügigen Terrassen zum See.

Villa Castagnola, Chef Alessandro Boleso 2023

Alessandro Boleso ist der Executive Chef in der Villa Castagnola. Grosse Meerfische sind seine Leidenschaft.

Pesce & Prada. Der für das Wohl der Gäste wichtigste Mann ist auch schon länger hier. Alessandro Boleso bespielt mit seiner riesigen Brigade gleich drei Restaurants. Frühstücksbuffet und riesige Club Sandwiches für die «Banana»-Bar gehören zusätzlich zum Pflichtenheft. Bolesos Arbeit beginnt früh am Morgen. Per WhatsApp ist er in Kontakt mit dem Fischhändler seines Vertrauens. Ist der Fang besonders attraktiv, gibt’s ein Foto – und Boleso schlägt zu. Im «Mercato del Pesce» in Lugano weiss man, was der Chef am liebsten mag: «Die grossen Dinger. Vier Kilo und mehr.» Auch zur besten Metzgerei Luganos hat er den heissen Draht: Altmeister Mauro Prada steuert die Lieferungen in die «Villa». Schweizer Fleisch hat Vorrang.

Risott agli agrumi e champagne

Klassiker: Risotto agli Agrume, mit Champagner.

Alessandro Boleso, Executive Chef (links) und Junio Carlo Pini, Executive Sous-Chef (rechts) Villa Castagnola, Lugano, TI

Eingespieltes Team: Alessandro Boleso, Junio Carlo Pini.

Brüggli Saibling mit Blumenkohl, Bittermandel und Dill

Brüggli-Saibling mit Blumenkohl, Bittermandel & Dill.

Schnecken-Risotto im «Arté». Für ein Fine Dining-Erlebnis spazieren die Gäste runter zum eleganten Ristorante «Arté». Der junge Veltliner Junio Carlo Pini ist dort der Chef. Alessandro Boleso vertraut ihm, lässt ihm Freiheiten und Experimente zu. Highlights beim letzten Besuch: Fjord-Forelle aus Norwegen zum Start. «Casoncelli» mit Lammfleisch, Morcheln und Bärlauch. Risotto mit in Kleinstteile geschnittenen Schnecken aus Frankreich. Der Carnaroli war perfekt, auch dank ziemlich viel «Burro Acido». Der Risotto wird erst bei Bestellungseingang zubereitet; Regenerieren ist im «Arté» kein Thema. Regisseur im Haus am See: David Bolzonello, Mâitre seit 17 (!) Jahren.

Riesenkarte im «Le Relais». Im eigentlichen Hotelrestaurant liegen zwei Degustationsmenüs auf (eines für Vegetarier), und das à la carte-Angebot ist enorm. Der Aufwand für die einzelnen Gerichte auch. Komponenten beim «Spaghetto»: Krabben-Crème, die letzten Puntarelle der Saison und «Limone bruciato» (verbrannte Zitrone) für die Sommerfrische im tiefen Teller. Der prächtige Hummerschwanz gehört zu den Klassikern des Hauses. Auf die beiden «dicksten Dinger» in der Villa (für zwei Personen) wartet man 45 Minuten: Branzino in sale, Bistecca alla Fiorentina. Das Warten lohnt sich. Den «Hauswein» können wir auch empfehlen; die jungen Topwinzer der «Cantina del Cantone» produzieren ihn fürs Hotel.

Lido Club - Private Terrasse am See, Grand Hotel Villa Castagnola, Lugano, TI

Lido Club! Die Terrasse am See, nur für Gäste der Villa Castagnola. 

«La Rucola» & Lido. Das dritte Ristorante im Resort ist unkompliziert und familienfreundlich: «La Rucola». Burger & Clubsandwiches. Drei verschiedene Tatars. Risotto, Tortelli und Spaghetti. Goldbrasse und Lachsforelle. Aufgetragen wird auf einer der schönsten Terrassen Luganos. Geheimtipp: Das «Lido» unten am See. Drinks, Snacks, Sonnenuntergang. Nur für Hotelgäste.

www.villacastagnola.com

 

Fotos: Ydo Sol, Thomas Buchwalder, HO