Fotos: Digitale Massarbeit

Im Reich der Seidenfalter. Achtsamer, liebevoller, luxuriöser kann man ein historisches Gebäude (1447!) nicht umbauen. Die «Villa Florhof» ist ein glanzvolles Boutique-Hotel, die einzige «Relais & Châteaux»-Adresse Zürichs, ein riesiger Showroom für die funkelnde Kristallwelt von Lalique, mit Dutzenden von Seidenfaltern an allen Wänden und Decken. Die Investoren Silvio Denz und Peter Spuhler können stolz sein auf ihr Werk. General Manager Tanja Wegmann ebenfalls; sie hat fürs Hotel und den Service bereits ein junges, munteres Team zusammengestellt.

Teambilder Villa Florhof, Zürich, ZH

Team Florhof: Hotelierssohn Kilian Rainalter, wurde zum Hotelmanager befördert.

Teambilder Villa Florhof, Zürich, ZH

Team Florhof: Tanja Wegmann, hat starke, junge Mitarbeiter nach Zürich geholt.

Teambilder Villa Florhof, Zürich, ZH

Team Florhof: John Schiffmann hat für die Brasserie seine erste Karte geschrieben.

Luft nach oben. Und die Küche? Hat noch Luft nach oben. Für das Fine Dining-Restaurant (Eröffnung Spätherbst) sucht man nach dem rassigen Abgang von Superstar Christian Jürgens noch immer einen ambitionierten Chef, in der Brasserie nach dem richtigen Konzept. Die beiden jungen Köche John Schiffmann (ex-«Buech» Herrliberg) und Christian Hoffmann (ex-«Adlon», Berlin) haben eine erste, knappe Karte geschrieben, die sie mit attraktiven Tagesspezialitäten ergänzen wollen. Serviert wird den ganzen Tag über, im Sommer auf der ruhigen, eleganten Terrasse. Eine luxuriöse Oase mitten in Zürich.

Villa Florhof, Zürich, ZH

Oase der Ruhe! Die Florhof-Terrasse. Für Frühstück und Dinner.

VIlla Florhof

Nur 14 Zimmer. Sehr luxuriös eingerichtet. Lalique-Style.

Cannelloni alla Genovese. Highlight im Angebot: Die Cannelloni, gefüllt mit Würfeln vom Schweizer Black Angus (Laffe), nach Genovese-Art zweieinhalb Tage geschmort, mit Eierschwämmli, Gruyère und ein paar Kräutern serviert. «Gut gewickelt» heisst es dazu auf der Karte, «gut gemacht», notieren wir. Dass alle Gerichte seltsame Namen tragen, daran muss man sich erst gewöhnen. Wir kriegten noch «Kopf hoch», ein Kopfsalatherz mit weisser, spärlich dosierter Tomatenemulsion, Pickles, Parmesan und gebackenem Ei. Da sollte man zwingend früh reinstechen, das fast flüssige Eigelb macht das Gericht besser. Dem klassischen Wiener Schnitzel («Ciao Wien») verpassen die jungen Chefs ein etwas überraschendes Sommertuning: Kirschtomaten, Burrata, Rucola.

Goht’s no? Pouletfleisch aus Thailand. Ein Gang muss so schnell wie möglich weg von der Karte. Eingekaufte Gyoza, mit Pouletfleisch aus Thailand (!) und eingekaufter Ponzu (immerhin noch mit Yuzu etwas aufgepeppt). Convenience Food mit Billig-Geflügel - das ist unter der Würde einer so grossartigen Villa und wird auch den Ambitionen der beiden jungen Küchenchefs nicht gerecht.

Villa Florhof, Zürich, ZH

Der Stolz des Besitzers! Im Keller von Silvio Denz lagern 3000 Positionen. Auch Schweizer Weine sind im Angebot.

Der Weinkeller von Silvio Denz. Grandios ist der Weinkeller. Silvio Denz hat ihn zusammengestellt, zum Teil aus der eigenen «Reserve» und mit Raritäten seines Vaters. 3000 Positionen sind gelistet. Auch glasweise wird man verwöhnt, etwa mit einem Château Faugères 2018 des Besitzers aus der Magnum. Schweizer Weine werden auch entkorkt: Zürichsee Räuschling von Lüthi, Pinot Noir Alte Reben von Adank, Vernora Rosso von der jungen Tenuta Villa Castello im Tessin. Julien Beltzung, erprobt im Lalique-Universum und bei Andreas Caminada, ist der hochbegabte Sommelier; den Shakerato zum Abschied mixt er mit «Adriatico» (Salzmandel-Touch), serviert ihn mit Grandezza im sündhaft teuren Lalique-Cognac-Glas.

 

www.villaflorhof.com


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