In Bangkok ein Star. Ein Thai-Restaurant ist nur so gut wie der Chef am Wok. Weiss man auch im Grand Resort Bad Ragaz. Also leistet man sich fürs neue Restaurant Sanook einen grossen Namen: Renu Homsombat. Kennt man in der Schweiz: Sie brachte Stefan Heilemann («Widder», Koch des Jahres 2021») bei, wie man authentisch thailändisch kocht. Und sie bringt erstklassige Referenzen mit. Sie wachte über die elf «Saffron»-Restaurants der berühmten Banyan-Tree-Hotelkette. Und sie hatte auch in Europa einen berühmten Lehrmeister: Harald Wohlfahrt von der «Traube Tonbach» (drei Sterne, 19,5 Punkte). In Baiersbronn kochte sie zusammen mit Stefan Heilemann. Seither sind die beiden ein Herz und eine Seele.

Renus Reich: Das neue Thai-Restaurant «Sanook» im Grand Resort Bad Ragaz.
«Thai bleibt Thai». Eine Thai-Schickimicki-Küche wird’s nicht in Bad Ragaz (Eröffnung vor Weihnachten). Stefan Heilemann: «Thai bleibt Thai! Renu steht für Streetfood auf höchster Ebene, bleibt sich treu. Komplizierte Gerichte sind nicht ihr Ding.» Wird man im Grand Resort Bad Ragaz beruhigt zur Kenntnis nehmen: «Wir wollen ein zugängliches Thai-Restaurant, das alle begeistert, auch Nicht-Hotelgäste. General Manager Simon Spiller, der in Ragaz keinen Stein auf dem andern lässt und kulinarisch durchstarten will: «Ich habe bei Renu gegessen. Ich war begeistert. Von ihrer Küche, aber auch von ihrem Enthusiasmus. Man sieht ihr die Freude am Kochen an.» Renu ist auch Teamplayer. Stefan Heilemann: «Sie kümmert sich um ihre Köche, fördert vor allem auch die Frauen in ihrer Brigade.»

Renu-Klassiker: Gaeng Kati Pou Gub Bai Chapoo.

Dicke Freunde: Renu Homsombat & Stefan Heilemann.

Tom Kha Hoi Shell: Jakobsmuscheln statt Huhn.
WhatsApp-Kontakt. Auf Deutsch. Auch Executive Chef Nadine Wächter ist begeistert: «Wir sind seit langem miteinander in Kontakt. Ich bewundere auch, wie sie sich in unsere Sprache reinkniet: «Wir kommunizieren per WhatsApp, aber nur noch auf Deutsch.» Gut so, denn Chefs aus Thailand kriegen zwar unter gewissen Bedingungen eine Arbeitsbewilligung. Aber sie müssen nach zwei Jahren wieder raus, wenn sie die obligatorische Deutschprüfung nicht bestehen. Das wird Renu nicht passieren.

Freut sich über den Thai-Coup: Executive Chef Nadine Wächter-Moreno.
Massaman, das Curry für Europa. Auf ihre Küche kann man sich freuen. Sie baut auf Thailands kulinarischem Erbe auf. Ihre Currys sind von magischer Kraft. Ich habe schon bei Renu in Bangkok gegessen. In bester Erinnerung: «Tom Kha Hoi Shell», ihre raffinierte Interpretation des Nationalgerichts Tom Kha Gai, mit Jakobsmuscheln statt Huhn in der Brühe. Und «Massaman Nua», ein nicht ganz so scharfes Curry, «mein Curry für Europa», sagt Renu Homsombat.

Ein Klassiker neu interpretiert: Tom-Yum-Suppe mit Garnelen, Jakobsmuscheln, Tintenfisch, Shimeji-Pilze, Zitronengras, Kaffir-Limette.
Renus unglaubliche Tom Yum. Auch Stefan Heilemann bewundert die geschickte Balance von Schärfe und Säure, ging der Sache auf den Grund: «Ich habe schon mal fünf Ferienwochen bei ihr in der Küche verbracht», sagt der 18-Punktechef von «Widder» Zürich. Der Thai-Einfluss ist in seinen herausragenden Menüs nicht zu übersehen: «Nam Jim»-Sauce zum Niederknien zum bretonischen Taschenkrebs, «Tom Yum» zu Kaisergranat und Loup de mer. Renu hat ihm beigebracht, was es für eine perfekte Tom Yum braucht: «Chua Hah Seng Chili-Paste, Cherrytomaten, Kaffirblätter, Galgant, Zitronengras, Knoblauch, Schalotten, Koriander.
Fotos: Thomas Buchwalder, HO

