Vom Tower begeistert! Der junge Mann mag Berggipfel. Im Moment kocht er noch in «The Omnia» Zermatt, mit Blick aufs Matterhorn. Und ab Mai übernimmt er die höchstgelegene Fine Dining-Küche der Schweiz: André Kneubühler (Bild oben), Musterschüler von Tanja Grandits und GaultMillaus «Entdeckung des Jahres 2025», wird Executive Chef im Restaurant «Joseph’s» auf dem Titlis. Die Stararchitekten Jacques Herzog & Pierre de Meuron haben den spektakulären «Titlis Tower» konzipiert. Kneubühler war nach einem Rundgang auf der Baustelle hin und weg: «Meine Küche bietet durch ein riesiges Fenster hindurch einen Traumsicht in die Berge. Einmalig!» Kneubühlers Begeisterung steckt an: Sein bisheriger Souschef Benjamin Anderegg begleitet ihn hoch auf 3020 Meter. Ein stresserprobter, talentierter Koch.
Deal per Handschlag. Norbert Patt, der CEO der Titlis Bergbahnen, hatte mit seinem Tower-Restaurant etwas Stress. Dietmar Sawyere, der designierte Chef, ist plötzlich abgesprungen (es stand auf dem GaultMillau-Channel), aber dann wurde Patt fündig: «Ich bin nach Zermatt gefahren. Wir haben den Deal per Handschlag gemacht, inzwischen sind auch die Verträge unterschrieben.» «The Omnia» wollte die Zusammenarbeit mit dem jungen17-Punktechef aus unerfindlichen Gründen nicht weiterführen. Da kam die Anfrage aus Engelberg gerade richtig. Win-win für alle!

Eröffnung im Mai, mit einem Top-Chef: Der «Titlis Tower» von Herzog & de Meuron, auf 3020 Metern.
«Ein megacooles Projekt.» Der Auftrag ist klar: «Wir gewinnen mit André Kneubühler einen Chef, der perfekt zu unserem Anspruch passt, unseren Gästen ein Erlebnis auf höchstem Niveau zu bieten», sagt CEO Norbert Patt. «Ein megacooles Projekt», freut sich Kneubühler und macht sich daran, seine erste Karte zu schreiben. «Ohne Turbot, Langustinen und Hummer, dafür mit regionalen Produkten.» Und mit erstklassigen Schweizer Weinen. Er kocht ohne Druck: Sterne und allzu viele Punkte müssen es in diesem einzigartigen Bergrestaurant nicht sein.
Zwei Restaurants, 120 Plätze. Der Job ist auch so noch Herausforderung genug: Im «Titlis Tower» wird es zwei Restaurants geben: Casual Fine Dining im «Joseph’s», schnelle Soul-Food-Küche in der Beiz. «Da gibt’s, was jeder gerne hat», sagt Kneubühler. In Zahlen: Zehn Köche für 120 Plätze, mittags täglich geöffnet. Dazu besondere Events am Abend. Kneubühler weiss: Die vorwiegend ausländischen Gäste möchten rassig bedient werden, wollen nicht stundenlang auf dem Gipfel bleiben. Kneubühler ist gut gerüstet: Er hat sich als Stipendiat von Andreas Caminadas’ «Fundaziun Uccelin», als Koch bei Anton Mosimann in London und als Souschef bei Tanja Grandits im «Stucki» Basel das nötige Know-how angeeignet. Tanja Grandits: «André war sechs Jahre bei mir. Ein grossartiger Koch.»
Fotos: Roy Matter, Titlis Bergbahnen

