Viermal «Palace Gstaad» zur besten Sendezeit, da kann man nur gratulieren. Sie haben wohl viele Reaktionen gekriegt.

Ich bin immer noch daran, die Mails abzuarbeiten. Viele Freunde haben geschrieben, viele Schweizer Gäste. Die Reaktionen waren überwiegend freundlich und gut.

Sie führen das Hotel der Familie seit 29 Jahren. Sind Sie zufrieden mit dem Bild, das die TV-Crew gezeichnet hat?

Ja. Die DOK-Serie hat gezeigt, dass wir im «Palace» auch nur mit Wasser kochen, dass bei uns ein sympathisches Team hart arbeitet, das alle gibt, um den Gästen in Gstaad eine gute Zeit zu ermöglichen.

110 Jahre Gstaad Palace, Gstaad, BE.

Der Star der DOK-Serie: Culinary Director Franz Faeh.

Haben Sie die Sendung zensuriert, Passagen herausschneiden lassen?

Nein, das Team hatte unser volles Vertrauen. Wir haben den Mitarbeitern zwei Tage lang das Hotel gezeigt, sie dann frei herumlaufen und drehen lassen. Selbst bei einem Fondue-Essen für das Kader in einem Stall waren die Filmemacher dabei. Sie haben unser Vertrauen nicht missbraucht, uns auch nicht in die Pfanne gehauen.

Zu reden gaben Sequenzen über Hunde der Gäste, die mit Rindsfilets und Kaviar gefüttert wurden.

Ich liebe Hunde, bin mit Hunden aufgewachsen, also sind Gäste mit Hunden im «Palace» auch willkommen. Allerdings nicht im öffentlichen Bereich. In die Restaurants und in die Lobby lassen wir keine Hunde rein.

Und Ihre Hunde fressen auch Filets?

Natürlich nicht. Aber unsere Appenzeller kannten den Weg runter ins Dorf zur Metzgerei sehr gut.

Küchenchef Franz Faeh hatte in jeder Folge einen steilen Auftritt.

Der Franz war der Star der Serie. Das hat mich gefreut. Ein Highlight gegen Ende einer langen, sehr erfolgreichen Karriere. Franz ist auch vor der Kamera, wie er ist, manchmal etwas gar trocken. Aber wir mögen ihn und seine Küche sehr.

Franz Faeh kriegt zum Start der Wintersaison ein neues Restaurant: «Le Grand». Das Konzept?

Der Gast kriegt eine riesige Karte, schon fast ein Buch. Wir listen alles, was bei uns aus der Küche kommt. Die Gäste vertrauen uns: Sie wissen, dass alles frisch zubereitet ist, auch wenn das Angebot auf der Karte sehr gross ist. Im «Palace» sind die Restaurants «Grill» und «Gildo’s» immer schnell ausgebucht. Jetzt haben wir mit dem «Grand» ein zusätzliches Angebot. Der «Grill» bleibt «Grill»: Die Gäste mögen das magische Feuer und das Fleisch, das wir dort zubereiten.

«Grand»! Das neue Restaurant im Hotel Palace, Gstaad.

«Grand»! Das neue Restaurant im Hotel Palace, Gstaad.

«Pink Panther» ist das Motto der «Palace»-Wintersaison. Was steckt dahinter?

Der Film wurde im «Palace» gedreht. Peter Sellers war der Hauptdarsteller, und ich durfte als siebenjähriger Bub beim Dreh zuschauen, was mich völlig fasziniert hat. Peter Sellers hat später in Gstaad ein Chalet gekauft; wir sind schon mal zusammen Heissluftballon geflogen.

Was erwarten Sie von der Wintersaison? Macht sich bei den Hoteliers Goldgräberstimmung breit?

Es zeichnet sich eine erfreuliche Saison ab, wir liegen im Budget drei, vier Prozent voraus. Aber: Die Belegung war diesen Sommer erstmals höher als im Winter. Schon verrückt: 100 Jahre lang kämpfte unsere Familie darum, im Sommer einigermassen über die Runden zu kommen. Und plötzlich werden wir auch im Sommer überrannt.

>> Andrea Scherz ist «Palace»-Besitzer in dritter Generation, führt das ikonische Hotel und die 300 oft langjährigen Mitarbeiter seit 29 Jahren. 90 Zimmer & Suiten. Vier Restaurants, ikonische Lobby, grosszügiger Spa mit riesigem Pool.

www.palace.ch

 

Fotos: Melanie Uhkoetter, Kurt Reichenbach, HO