Text: Geny Hess
«Wir gönnen uns mehr Zeit.» Der Satz klingt entspannt, fast beiläufig. Bei Martha und Daniel Gantenbein steckt mehr dahinter. Die beiden sind Ikonen der Schweizer Weinszene und haben in Fläsch Weingeschichte geschrieben. Nicht mit einem riesigen Sortiment, sondern mit messerscharfem Fokus: Pinot Noir. Chardonnay. Ein Hauch Riesling. Seit Jahrzehnten zeigen sie, dass Weltklasse auch aus einem kleinen Bündner Dorf kommen kann. Und natürlich planen sie akribisch die Zukunft. Bild oben: Martha und Daniel Gantenbein mit Andreas Hütwohl.

Pinot Noir: Einer der beiden Schwerpunkte im Weingut Gantenbein.

Die Ikonen des Schweizer Weins: Daniel und Martha Gantenbein blicken entspannt in die Zukunft.

Chardonnay: Auch künftig im klar definierten Fokus von Gantenbein.
Die Zukunft ist gesichert. Seit zweieinhalb Jahren gehören Andreas und Ulrike Hütwohl zum Gantenbein-Team, und sie machen einen grossartigen Job. Daniel Gantenbein sagt es offen: «Es ist eine glückliche Fügung. Wir sind ein super Team, mit den Hütwohls haben wir die richtige Wahl getroffen.» Die Aufgaben verschieben sich, der Geist bleibt. Andreas und Ulrike Hütwohl, zwei Top-Önologen aus der Pfalz (Weingut von Winning, Geisenheim), übernehmen mehr Verantwortung, Martha und Daniel können sich bewusst zurücknehmen und geniessen den kleinen Luxus, nicht mehr jeden Tag alles selbst machen zu müssen.
Vier Profis, ein Team. Überstürzt wird nichts. Alles wird im Team besprochen, abgewogen, gemeinsam entschieden. Die vier Profis teilen dieselbe Philosophie und sind längst zu einer kleinen Winzerfamilie zusammengewachsen. Verändern? Andreas Hütwohl schüttelt den Kopf. «Wir wollen gar nichts verändern, wir wären ja verrückt.» Der Auftrag ist feiner: die Handschrift von Gantenbein bewahren und sie zugleich fit machen für eine Zukunft, in der Klima und Wetterkapriolen neue Fragen stellen.

Das Weingut Gantenbein in Fläsch zählt zu den renommiertesten Adressen der Schweizer Weinszene.
«Gekommen, um zu bleiben». Andreas und Ulrike sind in Fläsch angekommen, konnten ein Haus kaufen, leben jetzt Wand an Wand mit den Gantenbeins. Andreas Hütwohl: «Wir sind gekommen, um zu bleiben.» Er bringt seine Mission auf den Punkt: «Es ist ein neues Kapitel, aber im gleichen Buch.» Die Weine bleiben, wie sie seit Jahren sind: Gewohnt präzis, sortentypisch, auf Weltklasse-Niveau.

Ein jährliches Highlight: Martha und Daniel Gantenbein schenken an der GaultMillau Garden Party ihre Weine aus.
Die Gantis an der Garden Party. Eine GaultMillau Garden Party ohne Gantenbein? Kaum denkbar. Dass Martha und Daniel persönlich anreisen, ist längst Tradition und jedes Jahr ein Highlight. GaultMillau-Chef Urs Heller: «Die Gantis sind nur selten an Events anzutreffen. Umso schöner, dass sie jedes Jahr zu uns ins Grand Resort Bad Ragaz kommen. Wir fühlen uns geehrt.» Was die beiden Ikonen des Schweizer Weins am 9. August ausschenken, steht bereits fest: 2018 Chardonnay & 2018 Pinot Noir.
Fotos: David Birri, Marcus Gyger, Sarah Vonesch
