Neu im Kreis 1. Gute Nachrichten aus dem kulinarischen Zürich: Markus Stöckle hat ein neues Restaurant gefunden, im Herbst will der frühere 17-Punkte-Koch an neuer Adresse wieder eröffnen. Das Restaurant ist an bester Lage und hat eine bewegte Geschichte. Im historischen Gebäude an der Glockengasse 7 im Kreis 1, in der Nähe von Rennweg und Bahnhofstrasse war jahrelang die legendäre «Kaisers Reblaube» untergebracht – ein Lieblingsrestaurant vieler Zürcherinnen und Zürcher.

Kaisers Reblaube

Historische Adresse: die frühere «Kaisers Reblaube» an der Glockengasse in Zürich.

«Alles, nur kein ‹Rosi›.» Mit seinem mittlerweile geschlossenen Wirtshaus Rosi (heute Bunzai, GaultMillaus «POP des Jahres») hat der gebürtige Bayer Markus Stöckle in Zürich Furore gemacht. Der frühere Mitarbeiter des britischen Kult-Chefs Heston Blumenthal hat mit feinsinnigem Humor, hochstehender Kochkunst und überbordender Kreativität manche Grenze gesprengt: In der Dunkelheit leuchtendes Pilz-Gelee oder mit Schnaps und Lachgas gefüllte Ballone waren nur zwei von vielen überraschenden und komischen Momente, die Gäste erleben konnten. Das neue Restaurant soll «alles, nur kein ‹Rosi› werden, sagt Markus Stöckle aber zur Neueröffnung. «Ich möchte meiner Kreativität keine Grenzen setzen», kündigt er an. In die neuen Gerichte sollen Inspirationen vieler Reisen einfliessen, die Stöckle und seine Partnerin Elif Oskan («Gül») in den letzten Jahren machen konnten. Das neue Projekt geht das Duo, «wie alles, was wir machen», gemeinsam an, auch wenn Markus Stöckle am Pass stehen wird.

Rosi, Markus Stöckle 2021: Kalb im Huhn, gebratenes Mistkratzerli mit Kalbsfarce gefüllt

«Kalb im Huhn»: ikonisches Gericht aus dem «Rosi».

Heilemann & Friends, Im Alex Lake Zurich, in Thalwil, Elif Oskan und Markus Stöckle

Neues gemeinsames Projekt: Markus Stöckle und Elif Oskan.

Zürcher Bermuda-Dreieck. Was er an der Glockengasse genau plant, sei trotzdem noch ziemlich offen. «Ich bin zurzeit am Ideen sammeln und habe auch gewisse Prozesse schon angestossen – zum Beispiel alles, was mit Fermentation zu tun hat», sagt Stöckle. Bevor er sich selbst aber nicht vollständig im Klaren sei, was auf der Karte des neuen Restaurants zu stehen komme, will der gebürtige Bayer auch nicht im Detail darüber sprechen. Was sicher ist: Das Lokal soll mittags und abends geöffnet sein: «Ich liebe es, mittags gut essen gehen zu können», so Stöckle. Zurzeit läuft gerade der Innenausbau, «es gibt noch einiges zu tun», sagt der Koch. Die Foodies können sich auf ein neues «kulinarisches Bermuda-Dreieck» freuen: Das Widder Restaurant (18 Punkte), der «Lindenhofkeller» (16 Punkte), die «Neue Taverne» (15 Punkte) oder «La Rötisserie» im Hotel Storchen (17 Punkte) befinden sich alle in unmittelbarer Nähe. 

Fotos: Adrian Bretscher, HO, Thomas Buchwalder, Nik Hunger