Fotos: Digitale Massarbeit

Erfolgreiches Konzept. Die «Genusstouren» von Mercedes-Benz Schweiz sind längst ein etabliertes Erfolgskonzept – bei Spitzenköchen ebenso beliebt wie bei der Kundschaft der traditionsreichen Automarke. Zuletzt machte das Format im Tessin Station, und die Ausgangslage hätte kaum vielversprechender sein können. Vor dem Swiss Deluxe Hotel Eden Roc in Ascona parkt ein Dutzend vorwiegend luxuriöser Modelle aus dem aktuellen Mercedes-Katalog: vom ikonischen Geländewagen G 63 AMG bis hin zum brandneuen Elektro-SUV GLC 400 4MATIC. «Es ist für jeden etwas dabei», sagt Dirk Adelmann. Für den neuen CEO von Mercedes-Benz Schweiz ist es die Premiere an einer Genusstour, und der sympathische Manager ist beeindruckt von der Tessiner Landschaft: «Ihr wisst schon, dass ihr es in der Schweiz sehr schön habt?», fragt er mit einem Augenzwinkern. Grosses Bild oben: Starchefs Reto Brändli und Marco Campanella auf dem Bootssteg vor dem Hotel Eden Roc in Ascona

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«Es ist für jeden etwas dabei»: Dirk Adelmann, neuer CEO von Mercedes-Benz in der Schweiz.

Exklusives Dinner. Draussen auf dem Parkplatz werden letzte Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen, drinnen hingegen geht es mit dem «Mise en Place» erst los: Zwei der besten jungen Köche der Schweiz bereiten in der Küche ein exklusives Dinner vor – Marco Campanella und Reto Brändli. Darauf kommen wir gleich zurück. Zuerst steht für die 40 Gäste ein entspanntes Programm auf dem Plan – beginnend mit einem Risotto-Lunch mit Seeblick im Gartenrestaurant La Casetta, gefolgt von einer Ausfahrt durch die pittoresken Tessiner Täler mit den exklusiven Mercedes-Modellen.

Mercedes-Benz, Genusstour, Marco Campanella, Ascona,  Eden Roc, 2026, Pasta-Workshop, Issho Taberu

Geheimnisse der Pasta-Herstellung: «La Brezza»-Chef Marco Campanella.

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«Making of Cavatelli»: die Gäste bei der Pasta-Herstellung.

Stimmung: heiter. Während die eine Hälfte der Gruppe am Steuer sitzt, binden sich die anderen eine schwarze Schürze mit Mercedes-Stern um und lernen bei Mercedes-Markenbotschafter Marco Campanella das Einmaleins der Pasta-Herstellung. Als Erstes werden Cavatelli gemacht – «ein Arme-Leute-Essen aus Italien», wie Campanella erklärt. Man erkenne es daran, dass der Teig nur aus Mehl, Wasser und Salz bestehe. Der «Koch des Jahres 2025» führt das Restaurant La Brezza (19 Punkte, zwei Sterne), wo Pasta einen festen Platz auf der Karte hat. Es ist ein ungewöhnliches Bild, das sich in der «La Brezza»-Küche bietet: Rund um den Pass versammeln sich jetzt Gäste, von denen einzelne Sportwagen für siebenstellige Beträge in der Garage stehen haben, und kneten mit Hingabe in kleinen Schüsseln den Teig für die Cavatelli. Anschliessend wird er zu dünnen Rollen geformt, in kleine Stücke geteilt und mit dem Finger in die charakteristische muschelartige Form gebracht. Die Stimmung ist heiter und konzentriert zugleich. Selbst für komfortverwöhnte Mercedes-Kunden scheint die Pastazubereitung mit den eigenen Händen eine bereichernde Erfahrung zu sein.

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Freunde am Pass: Marco Campanella und Reto Brändli.

Kollegen statt Konkurrenten. Danach wird es für Marco Campanella und Reto Brändli ernst: Sechs Gänge plus sechs Snacks haben sich die beiden vorgenommen. Campanella und Brändli sind ein Paradebeispiel für die «Generation Buddies», die in weiten Teilen der Schweizer Spitzengastronomie das Sagen hat. Man kennt und schätzt sich, hat bereits zusammengearbeitet und sieht sich eher als Kollegen denn als Konkurrenten. «Wir sind zusammen durch die Hölle und zurück», sagt Reto Brändli über ihre gemeinsame Zeit in verschiedenen Küchen. Heute sind sie gewissermassen Nachbarn: Brändli verantwortet das «Ecco» im Hotel Giardino, wo der «Aufsteiger des Jahres 2026» 18 Punkte und zwei Sterne erreicht.

Mercedes-Benz, Genusstour, Marco Campanella, Ascona,  Eden Roc, 2026, Hamachi, Kohlrabi, Kumquat, by Marco Campanella

Vorspeise von Marco Campanella: Hamachi, Kohlrabi und Kumquat.

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Durch die Tessiner Täler: Genusstour mit Mercedes-Modellen.

Mercedes-Benz, Genusstour, Marco Campanella, Ascona,  Eden Roc, 2026, Taschenkrebs, Jalapeño, Mango, Avocado, by Reto Braendli

Erster Gang von Reto Brändli: Taschenkrebs, Jalapeño, Mango, Avocado.

«Ich bin alleine hier.» Während Reto Brändli noch einen kleinen Eiskugel-Former für seine Krustentier-Glace sucht, gibt Marco Campanella zu, dass ihn das viele Reden beim Pasta-Kurs müde gemacht hat. «Das bin ich nicht gewohnt», sagt er. Der Deutsch-Italiener packt lieber selbst an, statt lange zu erklären. Die Vorbereitungen laufen in bemerkenswerter Harmonie – inklusive der einen oder anderen flapsigen Bemerkung. «Ich bin alleine hier, aber nur, weil ich weiss, dass hier alle kochen können», sagt Brändli mit Blick auf den Abend.

Höhepunkte des Abends. Beim Anrichten muss es dann schnell gehen: Brändli zeigt kurz, wie seine Gerichte präsentiert werden sollen, Campanella und sein Team setzen es um, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Zu den Höhepunkten des Abends zählen von Brändli die Kombination aus Taschenkrebs, süsser Mango, cremiger Avocado und der fein dosierten Schärfe von Jalapeños sowie der Hauptgang mit perfekt gegartem bretonischem Hummer, bedeckt von einer dünnen Scheibe Wagyu und begleitet von einer hinreissenden, mit Jasmintee parfümierten geklärten Bisque. Marco Campanella brilliert – wie könnte es anders sein – mit hausgemachter Pasta: mit Iberico-Schwein gefüllte Ravioli an einer komplexen Paprikasauce sowie zuvor eine leichte Vorspeise mit Hamachi, süss-sauer-bitteren Kumquats und Kohlrabi.

Mercedes-Benz, Genusstour, Marco Campanella, Ascona,  Eden Roc, 2026, Hummer, japanisches Wagyu, Karotte, Jasmin, by Reto Braendli

Vorher: bretonischer Hummer auf dem Holzkohlegrill.

Mercedes-Benz, Genusstour, Marco Campanella, Ascona,  Eden Roc, 2026, Hummer, japanisches Wagyu, Karotte, Jasmin, by Reto Braendli

Nachher: Hummer, Wagyu, Karotte, Jasmin by Reto Brändli.

Butter vs. Olivenöl. «Wir haben schon zehn Jahre nicht mehr zusammen gekocht», stellen Brändli und Campanella gegen Ende des Abends fest, nachdem das Dessert serviert und der Applaus der Gäste verklungen ist. Trotzdem harmonieren die durchaus unterschiedlichen Stile der beiden «Buddies» so gut, dass manche Gäste an den Tischen nicht sicher sind, von wem welcher Gang stammt. Für die Köche selbst sind die Unterschiede klar: «Reto kocht klassischer, die Portionen sind grösser und das Essen schwerer», fasst Marco Campanella zusammen. «Bei ihm gibt’s noch Olivenöl in der Küche, bei mir braucht’s viel Butter», ergänzt Reto Brändli fröhlich.