
Hôtel Président
Im eleganten «Bayview» im Hotelpalast Président am See ist Danny Khezzar jetzt allein der Chef. Sein Mentor, der erfahrene Starchef Michel Roth, hat sich nach drei Jahren zurückgezogen. Das bremst den ambitionierten Jungspund keineswegs. Er ist in den sozialen Medien hyperaktiv, hat bereits ein Buch veröffentlicht, in Paris ein eigenes Lokal eröffnet und bietet in Genf im «Sheesh» auch noch japanisches Street Food an. Das wirkt sich leider im «Bayview» aus, wie wir bei unserem letzten Besuch feststellen mussten. Zwar kocht Danny Khezzar nach wie vor technisch tadellos auf sehr hohem Niveau, die Inszenierung scheint aber wichtiger zu sein als der Geschmack.
Zuerst interpretiert er als Kindheitserinnerung eine Crêpe neu, die als Buchweizen-Espuma harmonisch ein Kompott aus karamellisierten Zwiebeln krönt. Aufwendig gemacht ist die Variation von der Rande: Als Hummus, Chips und Butter begleitet sie eine Art «Bolognese» beziehungsweise die in Fäden geschnittenen Wurzeln des Gemüses auf cremiger Randensauce – ein optisch umwerfender, aber geschmacklich eher profilloser Gang. Dann trägt der Service in einer Kanne Thai-Bouillon auf, die zu einem Jakobsmuschelcarpaccio gegossen wird, den der Gast nach Wunsch mit fermentierten Zitrusfrüchten gewürzt hat – eine amüsante, aber aromatisch eher enttäuschende Inszenierung. Zur Spargel mit einem Bärlauch-Sabayon kombiniert die Küche ein delikates, aber gar süssliches Tatar aus Spargeln und Pinienkernen. Eher süss ist auch ein Paradegerichte des Hauses, der Kartoffel-Trüffel-Cappuccino. Hervorragend kommt dagegen im Hauptgang ein Duo vom Rind auf den Tisch: Das vietnamesisch inspirierte Nem mit Béarnaise schmeckt ebenso gut wie das mit Pfeffer verfeinerte Filet. Weniger überzeugt die Alternative: Die Hecht-Quenelle mit Hechtrogen, getrüffeltem Madeleine und Kohl-Remoulade ist ebenfalls überraschend süss.
Frisch und fein ist als Dessert die Kombination von Kiwi und Granny Smith mit Apfelsaft, Bergamotte und Shiso. Weit weniger begeistert am Schluss die Schokoladencreme – sie ist eindeutig viel zu süss. Exzellenter Service, beeindruckende Weinkarte.


Im eleganten «Bayview» im Hotelpalast Président am See ist Danny Khezzar jetzt allein der Chef. Sein Mentor, der erfahrene Starchef Michel Roth, hat sich nach drei Jahren zurückgezogen. Das bremst den ambitionierten Jungspund keineswegs. Er ist in den sozialen Medien hyperaktiv, hat bereits ein Buch veröffentlicht, in Paris ein eigenes Lokal eröffnet und bietet in Genf im «Sheesh» auch noch japanisches Street Food an. Das wirkt sich leider im «Bayview» aus, wie wir bei unserem letzten Besuch feststellen mussten. Zwar kocht Danny Khezzar nach wie vor technisch tadellos auf sehr hohem Niveau, die Inszenierung scheint aber wichtiger zu sein als der Geschmack.
Zuerst interpretiert er als Kindheitserinnerung eine Crêpe neu, die als Buchweizen-Espuma harmonisch ein Kompott aus karamellisierten Zwiebeln krönt. Aufwendig gemacht ist die Variation von der Rande: Als Hummus, Chips und Butter begleitet sie eine Art «Bolognese» beziehungsweise die in Fäden geschnittenen Wurzeln des Gemüses auf cremiger Randensauce – ein optisch umwerfender, aber geschmacklich eher profilloser Gang. Dann trägt der Service in einer Kanne Thai-Bouillon auf, die zu einem Jakobsmuschelcarpaccio gegossen wird, den der Gast nach Wunsch mit fermentierten Zitrusfrüchten gewürzt hat – eine amüsante, aber aromatisch eher enttäuschende Inszenierung. Zur Spargel mit einem Bärlauch-Sabayon kombiniert die Küche ein delikates, aber gar süssliches Tatar aus Spargeln und Pinienkernen. Eher süss ist auch ein Paradegerichte des Hauses, der Kartoffel-Trüffel-Cappuccino. Hervorragend kommt dagegen im Hauptgang ein Duo vom Rind auf den Tisch: Das vietnamesisch inspirierte Nem mit Béarnaise schmeckt ebenso gut wie das mit Pfeffer verfeinerte Filet. Weniger überzeugt die Alternative: Die Hecht-Quenelle mit Hechtrogen, getrüffeltem Madeleine und Kohl-Remoulade ist ebenfalls überraschend süss.
Frisch und fein ist als Dessert die Kombination von Kiwi und Granny Smith mit Apfelsaft, Bergamotte und Shiso. Weit weniger begeistert am Schluss die Schokoladencreme – sie ist eindeutig viel zu süss. Exzellenter Service, beeindruckende Weinkarte.



