Aussenansicht vom Restaurant Paradies in Zermatt - GaultMillau
Restaurant

Paradies

Findeln
3920 Zermatt
Gaston Zeiter
Preise: M 22.–/52.–
Service: Terrasse/Garten
Telefon: +41 27 967 34 51

Was isst man eigentlich im Paradies? Im irdischen «Paradies» im Gourmetweiler Findeln auf 2090 Metern mit unglaublicher Sicht aufs Horu sind es zwingend Ravioli: Gaston Zeiter bereitet sie eigenhändig zu, sobald gegen Abend der letzte Gast die Sonnenterrasse verlassen hat. Wir bewundern den hauchdünnen Teig. Und die ständig wechselnde Füllung: Siedfleisch und Sauerkraut war diesmal drin, ungewöhnlich und ungewöhnlich gut! Der Chef kriegt dafür auch von seinen flinken Mitarbeiterinnen verdienten Applaus. «Ravioli von unserem Ravioli-King», vermelden sie fröhlich, wenn sie die Teller an den Tisch balancieren. Das ist kein bisschen übertrieben.

Wir sitzen früh beim «King» am schmalen Tisch mit frontalem Matterhorn-Blick und sind sofort bestens gelaunt: Trockenfleisch und Hobelkäse von bester Qualität. Der Käse stammt «vom Gaston sini Chue»; das gefleckte Tierchen weidet im Nanstal bei Visperterminen. Wuchtige Klopfgeräusche «stören» die hochalpine Ruhe. Zeiter klopft draussen in der einfachen Küche seine Wiener Schnitzel; man kriegt sie selten so zart und wellig wie hier. Wir entdeckten auf der Karte einen Coq au vin! Der Chef bereitet ihn mit einem wuchtigen Pinot noir und der nötigen Geduld zu, die Sauce ist beeindruckend, der Vogel zart geschmort. Und den Kartoffelstock gibt’s nach alter Schule: gestampft, nicht in Olivenöl ertränkt. Alternativen: ein Linsenragout mit Käseschüblig. Ein von Hand geschnittenes, gut gewürztes Rindstatar. Eine perfekte Käseschnitte. Der Wein dazu? «Best of Wallis» natürlich. Aber auch Spitzenprodukte aus der Bündner Herrschaft (Gantenbein, Studach, Obrecht) und aus dem Tessin.

Gaston Zeiter kocht seit acht Jahren auf Findeln. Er hat sich mit seiner beharrlichen, sehr sorgfältigen und von Leidenschaft geprägten Küche durchgesetzt und trotz berühmter Konkurrenz eine Stammkundschaft geschaffen. GaultMillau gehört auch zu seinen Fans und schickt den 14. Punkt auf den Berg.