Innenansicht vom Restaurant Frohsinn in Udlingenswil - GaultMillau
Restaurant

Frohsinn

Dorfstrasse 13
6044 Udligenswil
Chef: Martin Baranyi
Preise: M 24.50/35.50D 65.50/
Service: Terrasse/Garten, Parking
Telefon: +41 41 371 13 16

Zurück an den Start. Der «Frohsinn» ist seit über hundert Jahren eine hervorragende, im Luzernischen sehr beliebte Güggeli-Beiz. Damit kann man gut leben. Und damit kann man auch kleine Krisen überstehen. Der Krisenherd? Patron Philipp Röthlin trennte sich im Streit von seinem ziemlich begabten Küchenchef Stephan Peters; der hatte den Landgasthof schnell in eine höhere Liga geführt. Sein Programm: Wagyu vor allem, gezüchtet von Nachbar Peter Hunkeler im Götzental, akribisch durchdekliniert von «Noise to tail». Wagyu gibt’s noch immer im «Frohsinn», durchaus ordentlich zubereitet, aber so leicht ist Stephan Peters’ Level nicht zu erreichen. Vize Martin Baranyi rückte auf den Chefposten nach und hat zumindest mit den «Frohsinn»-Güggeli keine Probleme. Die Hühner gehören zur DNA des Restaurants, kommen heiss, knusprig und saftig auf den Tisch. Baranyis Wagyu-Gerichte? Am besten hat uns der Wagyu-Carpaccio gefallen – mit einer frechen Prise Wasabi. Auch der Brasato-Wagyu passte, inklusive der Polenta. Etwas weniger die Wagyu-Ravioli: gewaltige Dinger, gefüllt mit Pulled Beef, mit nicht gerade dünnem Teig und klaren Mängeln – zu kalt, zu brav gewürzt, zu dünne Sauce. Im Winter werden wir wieder die Wagyu-Bouillon bestellen. Sie schmeckt hervorragend, und sie wird sehr liebevoll aus dem Kännchen eingegossen.

Fischgerichte? Einiges kommt aus dem Meer (pochierte Seezungenfilets mit Kräuterschaum), anderes aus dem Vierwaldstättersee, gefangen von Profi Hofer. Die Röteli haben wir in bester Erinnerung, die Albeli weniger. Der neue Chef servierte sie kühl und konfiert, zusammen mit Gurken-Variationen und modischem Quinoa. Es bestätigte sich, was zu befürchten war: Ein harmloses Albeli kann sich gegen diese Beilagen nicht behaupten.