Bellevue Adelboden

Seit 125 Jahren erfolgreich: Das Bellevue Parkhotel & Spa in Adelboden, Mitglied von Relais & Châteaux.

Das Bauhaus. Oberhalb des berühmten Wintersportorts Adelboden am Waldrand thront das Bellevue Parkhotel & Spa. Der elegante Bau fällt nicht nur der privilegierten Höhenlage wegen aus dem Rahmen. Die schnörkellose, milchweisse Fassade hebt sich kühn ab im Berner Oberländer Dorf, das mit seinem Chalet- und Laubsägeli-Heimatstil entzückt. Das Haus ist im strengen Bauhaus-Stil gehalten, es wurde 1931 erbaut. Auf den Ruinen des vormaligen Holzbaues, der kurz nach der Jahrhundertwende den Hotelbetrieb aufgenommen hatte und 1930 komplett niederbrannte. «Meine Grossmutter Elisabeth war ab 1926 General Manager im Hotel Bellevue, nach dem Brand wollte sie keinesfalls wieder ein Holzhaus», erzählt Franziska Richard, die in die Fussstapfen ihrer Hotel-Pionierin-Grossmutter getreten ist und heute das Viersternhotel führt. «Sie engagierte zwei fortschrittliche Architekten aus Grindelwald, die ihrem Wunsch nach einem Haus aus Stein gern nachkamen und ein Hotel nach den damals ultramodernen Bauhaus-Prinzipien entwarfen.

Franziska Richard, Hotel Bellevue Adelboden, August 2020

Gastgeberin in dritter Generation: Franziska Richard. Auf ihren Weinkeller ist sie zurecht sehr stolz.

Ein Stil, der aneckte im Dorf. Und zwar nachhaltig. «Noch in meiner Schulzeit hörte ich oft, tja, die Richards, das sind die mit dem hässlichen Hotel», erinnert sich Franziska Richard mit einem Schmunzeln. Nach Elisabeth führte deren Tochter Julia als zweite Frau das Hotel, wie ihre Mutter während 40 erfolgreichen Jahren. Mit Franziska ist nun die dritte Generation der Richards und die dritte Frau am Bellevue-Ruder. Die Hotel- und Familienhistorie ist im Treppenhaus mit vielen Fotos anschaulich dokumentiert. Was nach ihrer Ära als Direktorin kommt, darüber will sich die 58-jährige Single jetzt nicht den Kopf zerbrechen. Die vierte Generation Richard ist noch im Teenager-Alter.

Bellevue Parkhotel & Spa, Luxushotel Adelboden, BE

Nix Chaletstil! Das Bellevue ist im strengen Bauhausstil gehalten.

Bellevue Parkhotel und Spa Adelboden, Adelboden, Pop-Up Golfplatz, Engstligenalp © adelboden.ch

Hier fühlen sich die Gäste wohl: Bellevue-Juniorsuite.

Dasein im Design. Die moderne Anmutung hat das Bellevue über alle Epochen hinweg bewahrt, heute zieht das Hotel viele design-affine Gäste an. Drei Viertel stammen übrigens aus der Schweiz, über die Hälfte sind Returners von überall her, die dem Vierstern-Haus die Treue halten. Entrée, Lounge und Restaurant sind im coolen Mid-Century-Schick eingerichtet, mit Klassiker-Unikaten und zeitgenössischen Design-Stücken. Die 50 Zimmer und Suiten werden laufend renoviert, auch hier dominieren schlichte, funktionelle Eleganz ohne Chichi und hochwertige Materialien, zum Beispiel die hübschen Bisazza-Mosaik-Plättli in den Bädern und superbequemen Cassina-Stühle. «Das Interior Design machen wir familienintern. Meine beiden Brüder Hans und Andreas sind zwar Autodidakten, aber sehr geschmackssicher.» Das Signet des Hotels ist ebenfalls eine Stil-Ikone: Hans Hartmann, der Grafiker des SBB-Logos, entwarf das Bellevue-Signet mit den drei spitzen Tannen in den fünfziger Jahren. «Und es verhebt noch heute», meint die Gastgeberin mit Stolz.

Mitglied bei Relais & Châteaux! Neben den beiden grossen Jubiläen, nämlich 125 Jahre Hotel Bellevue und 100 Jahren im Besitz der Familie Richard, die heuer gefeiert werden, jährt sich ein weiterer Meilenstein. Das «Bellevue» ist seit fünf Jahren Mitglied bei Relais & Châteaux, der Vereinigung von 580 unabhängigen Luxushotels und -restaurants in aller Welt. «Hier dabei zu sein, war mein Herzenswunsch», erzählt Franziska Richard. «Ich machte in meiner Ausbildung eine sechsmonatige Service-Stage im Hotel Le Vieux Manoir am Murtensee, ein Relais & Château-Betrieb. Für mich das leuchtende Beispiel, wie ein Hotel sein sollte. Diesen Spirit möchte ich auch im Bellevue pflegen», betont die Direktorin. «Wir pflegen den etwas anderen, zeitlosen Luxus. Gastlichkeit jenseits des Zeitgeistes.»

Spagat zwischen Halbpension und Fine Dining: Küchenchef Jiri Urban.

Spagat zwischen Halbpension und Fine Dining: Küchenchef Jiri Urban.

Lauwarmes Schoggiküchlein mit Beeren Jiri Urban, Executive Chef Hotel Restaurant Bellevue Adelboden, BE 

Die Küche kann auch Desserts: lauwarmes Schoggiküchlein mit Beeren.

Burgunder im Keller. Ein Teil dieses Luxus liegt gut verborgen, unterirdisch im Weinkeller. Dieser wird betreut von Marc Richard, dem Cousin der Direktorin. Der leidenschaftliche Sommelier herrscht über 550 Positionen und Hunderte von Flaschen. Seine bevorzugte Region: das Burgund. «Wir haben Gäste, die eigens wegen unseren Burgundern anreisen», sagt der Weinkenner und Wächter über einen der feinsten Weinkeller des Landes. Noch lieber als in seinem Reich im Untergrund ist er bei den Gästen an den Tischen im Restaurant Belle Vue, wo er erklärt, empfiehlt, entkorkt. Viele der exquisiten Weine schenkt er auch offen aus. «Nicht als Einerli, sondern 1,5 Deziliter. Das war Franziskas Idee. So macht’s mehr her im Glas und macht auch mehr Freude zum Trinken», erklärt der frühere Manager bei IBM und Swisscom, der seit 2020 sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Bellevue Parkhotel & Spa, Adelboden, BE Bellevue Parkhotel & Spa, Adelboden, BE

Jeden Freitag zu Gast im Bellevue: Der Adelbodner Fromagier-Affineur Manfred Schmid. 50 Käsespezialitäten auf dem Buffet.

Chef Urban & ein Fromagier. Zusammen mit Chef Jiri Urban, der seit zehn Jahren im Bellevue tätig ist und seit drei Jahren die Küche leitet, kümmert er sich um das kulinarische Wohl der Gäste. Urban, dem gebürtigen Tschechen mit Koch- und Service-Ausbildung, gelingt der Spagat zwischen Hotel-Halbpension- und Fine-Dining-Küche jeden Tag aufs Neue, er ist mit 14 GaultMillau-Punkten ausgezeichnet. Ruhiger angehen kann’s Urban jeweils freitags. Dann richtet der einheimische Fromagier-Affineur Manfred Schmid ein Buffet mit rund 50 Käsespezialitäten von nah und fern an. Ein wöchentliches Event, das weit über Adelboden hinaus bekannt und begehrt ist.

Ab ins Wasser! Ein weiterer Wohlfühl-Magnet im Haus ist der Spa, Auf 1700 Quadratmetern versprechen Hallen- und Aussen-Solebad Entspannung, ebenso Bio-, Finnen- und Himalaya-Salz-Sauna und diverse Dampfbäder. Für Bewegungs-Menschen steht ein Fitness- und Cardio-Bereich zur Verfügung. Besonderen Wert legt man im Bellevue auf die Treatments, die sich um Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden drehen. Welche der vielen Behandlungen passt, besprechen Gäste und Therapeuten ganz ungezwungen auf einem Spaziergang. Mit dem Spa-Angebot will das Bellevue quasi «zurück in die Zukunft. Schon vor 125 Jahren kamen die Gäste zur Kur hierher», erklärt Franziska Richard. «Eine Tradition, die wir in die Gegenwart führen!»

Das Jubiläums-Package. Für das Jubiläumsjahr hat die innovative Hotelière eine Vielzahl attraktiver Pakete ausgearbeitet für Kurz- oder Langaufenthalte, Wochenend- oder Midweeks-Specials, Angebote für Familien, Sportler und Wanderer, auch für Gourmets oder Fastenwillige. Auch wer gar nichts tun will ausser die Spätsommer-Bergfrische zu geniessen, wird im Bellevue glücklich. Mit der Gästekarte fährt man umsonst ÖV in der Region und kommt gratis bis günstig mit den Bergbahnen auf einige der umliegenden Gipfel. Auch der Eintritt in die Gruebi-Badi, dem zweiten Architektur-Juwel mit Jacques-Tati-Flair in Adelboden, ist kostenfrei.

 

www.bellevue-parkhotel.ch
www.relaischateaux.com

 

Fotos: Digitale Massarbeit, Lucia Hunziker, Anja Zurbrügg, HO