Sensationelle 124 Teilnehmer. «L…u…» Buchstabe um Buchstabe erscheint auf der Leinwand. Es ist Montagabend im Rahmen der Gastro-Fachmesse Zagg in Luzern, als die sechs Finalteilnehmer des Nachwuchswettbewerbs Gusto27 bekannt gegeben werden. Die Spannung im Saal ist spürbar: «Luc Sch…» leuchtet jetzt über der Bühne. Es haben sich nicht nur 124 Lernende im zweiten und dritten Lehrjahr beworben, sondern es sind auch um die 300 Zuschauer heute dabei. Endlich ist das Geheimnis gelüftet: «Luc Schärer», so heisst der erste Finalteilnehmer, der auserkoren ist. Er arbeitet für das Catering-Unternehmen Roh & Nobel in Rüfenacht BE und bekommt sogleich einen tosenden Applaus. «Ich bin glücklich, aber mein Kopf ist komplett leer», wird er wenig später ins Mikrofon sprechen, nachdem in schneller Abfolge auch die weiteren fünf Finalisten bekannt werden, die sich alle mit Dossier, einem Rezept und dem Foto ihres dort skizzierten Gerichts beworben haben. Und darauf anonym ausgewählt wurden.

Vivien Burkhard

Vivien Burkhard vom Schüpbärg-Beizli in Schüpfen ist im dritten Lehrjahr.

Elina Gräub

Elina Gräub vom Restaurant Rössli in Säriswil ist im dritten Lehrjahr.

Ralph Mock

Ralph Mock vom Resort Hof Weissbad ist im zweiten Lehrjahr.

«Megacool! Krass!» Weitere Teilnehmer? Das sind etwa Elina Gräub, die bei der Bekanntgabe lauthals und bis zuhinterst in der Halle hörbar kreischt. Sie arbeitet in der «Werkstatt der Sinne» im Restaurant Rössli in Säriswil BE. «Megacool! Krass!», drückt sie spontan ihre Freude aus. Ebenfalls im Finale ist Anna Tännler von der «Bergwelt» in Grindelwald, ausgezeichnet mit 16 Punkten, das zu «The Living Circle» gehört. Sie möchte für nächstes Jahr, dass die Namen der Qualifizierten etwas schneller auf die Leinwand projiziert werden – kein Wunder, lebt sie ihre Teilnahme doch mit Haut und Haar: «Seit der Anmeldung habe ich an praktisch nichts anderes mehr gedacht.» Bereits zum zweiten Mal im Finale dabei ist Vivien Burkhard vom Schüpbärg-Beizli in Schüpfen BE (15 Punkte) – sie war vor einem Jahr natürlich enttäuscht, den Wettbewerb nicht für sich entschieden zu haben. Umso schneller war sie dann sicher, eine Teilnahme nochmals zu wagen: «Weil es letztes Mal so viel Spass gemacht hat.» Ebenfalls dabei ist Bénoit Roscher, der im «The Restaurant» im Hotel Chedi Andermatt (14 Punkte) arbeitet: «Wir haben unglaublich viel Aufwand ins Foto des Gerichts gesteckt.» Komplettiert wird die Runde von Ralph Mock vom Hotel Weissbad in Appenzell Innerrhoden (16 Punkte), der nach eigener Aussage mit «dem kleinen Fanclub» angereist ist. Gemeint ist seine Cousine, die auch ein Dossier für Gusto27 eingereicht hatte und leider leer ausgegangen ist.

Bénoit Roscher

Bénoit Roscher vom «The Chedi» in Andermatt ist im zweiten Lehrjahr.

Luc Schärer

Luc Schärer vom Caterer Roh und Nobel in Rüfenacht ist im zweiten Lehrjahr.

Anna Tännler

Anna Tännler von der «Bergwelt» Grindelwald ist im zweiten Lehrjahr.

Final-Motto: «Chicken, Egg & Fire». Fürs Siegerbild werfen die sechs Finalisten sich die nachtblaue, frisch gebügelte Kochbluse mit Gusto-Logo über, tauschen Telefonnummern und formieren sich. Die nächsten Wochen wird es für die je drei jungen Frauen und Männer dann tatsächlich heissen: Üben, üben, üben. Denn schon im Januar 2027 steht das Testkochen an. Und am 18. März dann geht es um die sprichwörtliche Wurst (ja, Schweizer Fleisch ist Sponsor des Wettbewerbs). Die Aufgabe wird für alle Teilnehmenden dieselbe sein: Es geht darum, aus einem Überraschungskorb eine Suppe als Vorspeise zuzubereiten. Und danach unter dem Motto «Chicken, Egg & Fire» unter anderem mit Poulet, einem Ei und einem grünen Grill (auch Big Green Egg unterstützt den Wettbewerb) den rezeptierten Hauptgang zu kochen. Ein erstes Fazit kann aber bereits gezogen werden: «Zu sehen, wie engagiert unser Kochnachwuchs ist, stimmt mich zuversichtlich», sagt Pascal Krebs von Transgourmet/Prodega, die den Anlass bereits im 21. Jahr durchführt.

 

Fotos: HO