Fotos: Helena Brauer
«Pesce e Crostacei». Luca Bellanca, GaultMillaus «Entdeckung des Jahres 2021», heuerte im «Al Faro» an, traute er seinen Augen nicht: 100 Gerichte auf der Karte. Und öfter mal 100 Gäste im Restaurant mit hübscher Terrasse zum See. Chef Luca, eigentlich eher im Fine Dining zu Hause, respektierte die lange Tradition des Hauses. Aber ein klein wenig durfte er das Angebot straffen und vor allem die einzelnen Gerichte optimieren. Bellancas wichtigster Partner: Fischhändler Bianchi. La famiglia karrt täglich alles durch den Gotthardtunnel, was im Meer schwimmt. Das Angebot an Fisch und «Crostacei» ist gewaltig.

Team Luca Bellanca: Mirko Babbo, Giuseppe Pellegrino, Gabriele Raso. Die Gillardeau-Austern sind eingetroffen.
Das pralle Gillardeau-Paket. Erster Eindruck beim Betreten des Restaurants. Ein riesiges Hummerbecken, in den die Krebse aus der Bretagne träge krabbeln. Und ein noch grösseres Austernbecken. Gillardeau ist die Benchmarke im Ostriche-Business. Im «Al Faro» gibt’s das ganze Programm auf einem Teller: Gillardeau 2 & 6, Beia Maraa & Tia Maraa aus Irland, Josephine auf Portugal. Geknackt wird zum Schnäppchenpreis: 32 CHF für das komplette Austern-Angebot! «Al Faro ist für alle da», sagt die umtriebige Gastgeberin Loredana Pia Bordogna.

Raviolo der besonderen Art: Kürbis und Blauschimmelkäse.

Luca Bellanca: Routinierter Griff ins Hummer-Becken

Asiatisch geht auch. Goldbrasse-Ceviche nach thailändischer Art.
Risotto, Gambero rosso, Funghi porcini. Bei einigen Gerichten kann der weitgereiste Chef Bellanca besonders zeigen, was er draufhat. Beim luxuriösen Risotto beispielsweise. Da stimmen Qualität («Riserva San Massimo») und Zubereitung («al onda»), da kommt alles drauf, was gut und teuer ist: Gambero rosso aus Mazara in Sizilien, «Funghi porcini», die ersten Steinpilze der Saison. Und einen Frischekick kriegt der Risotto auch noch: Yuzu ist drin! Exklusiv auch das Pasta-Angebot: Eine Prise Oscietra Kaviar und ein Champagnerschäumchn zu den Spaghettoni aus dem Hause Mancini, Bretagne-Hummer zu den Linguine. Ganz klassische geht auch: Spaghetti alle vongole veraci.

Im «Al Faro» dreht sich alles um Meergetier: Hummer nach katalanischer Art.
The Place to b. Nicht nur Feriengäste stürmen das Kult-Restaurant. Auch die Luganesi gehen hier ein und aus. Sie haben ihre Favoriten: Sashimi und Ceviche (von der Orata, Thai-Style) gehören dazu, die sorgfältig zubereitete «Frittata mista». Gamberoni, Scamponi und Carabineros vom Green Egg. Und natürlich «Il Pescato del Giorno», ab zwei Personen: Wolfsbarsch, Dorade, Steinbutt, Petersfisch und vieles mehr; mächtige Dinger, meist in «Crosta di sale», also in einer eleganten Salzkruste verpackt. «Aperto tutti i giorni», mittags und abends, nicht mehr selbstverständlich heutzutage! GaultMillau-Rating: 14 Punkte.
Die GaultMillau-Tester stellen im Auftrag der UBS jede Woche einen «Place to b.» vor: Adressen für den gepflegten Businesslunch, für den Brunch am Wochenende, für ein Essen mit Freunden, für Trendsetter & Entdecker, für Verliebte. Bereits erschienene «Tipps der Woche» finden Sie hier.

