Michel Péclard
Züri isst | Pascal Grob bloggt

Michel Péclards Hotspots in Zürich

Der Züri-Gastronom liebt die Bürkli Beiz und zieht mit Eric Hämmerli um die Häuser.

01. März 2018

Text: Kathia Baltisberger Foto: Pascal Grob

Einkaufstipp? Da ich farbenblind bin und mich deshalb nicht anständig anziehen kann, bin ich extrem Fan vom «Trois Pommes» und von Trudie Götz. Ich liebe diese Frau! Ich nehme mir einen halben Tag Zeit und dann werde ich von oben bis unten eingekleidet. Wenn sie mich auf der Strasse sieht und ich doch schlecht angezogen bin, dann staucht die mich aber zusammen. Dass diese Dame in ihrem Alter (Sorry, Trudie) noch immer die neuesten Trends und Labels sucht, finde ich unglaublich.

 

Lieblingsrestaurant? Mich trifft man jeden Mittwochabend mit meinen Söhnen im «Bindella». Ich sage immer, wir könnten ja in eins meiner Restaurants, aber die wollen lieber da hin. Neben dem feinen Essen bietet es ein Gefühl von nach Hause kommen. Ausserdem ist Ruedi Bindella eines meiner grössten Vorbilder. Wenn ich mal Konkurs gehen würde – und das wäre ohne meinen Geschäftspartner durchaus möglich – dann würde ich mich bei Bindella bewerben.

 

Lieblingscafé? Ich liebe die «Bürkli Beiz» auf dem Bürkliplatz. Der Kaffee ist bei weitem nicht der Beste. Aber die Art und Weise wie Annamarie Furrer diesen Kiosk führt ist sensationell. Alles ist wie aus einer anderen Welt, diese Frau ist eine Persönlichkeit, das gibts heute fast nicht mehr. Die macht das mit Herzblut. Die backt noch jeden Kuchen selber, macht jedes Sandwich und jeden Salat selbst. Sie hat so Eier-Gipfeli, die sind gigantisch. Es ist alles mega, mega herzig. Und das Drumherum ist sowieso viel wichtiger, da macht es auch nichts, wenn der Kaffee nicht so gut ist.

An Flohmarkt-Tagen öffnet die «Bürkli Beiz» bereits um 5.30 Uhr morgens.

Rückzugsort?  Von April bis Oktober bin ich täglich um 7 Uhr morgens auf dem Zürisee auf dem Standup-Paddel. Du siehst wie die Stadt erwacht, du siehst die Fische, du hörst die Vögel, das ist mein Yoga. Zwei Stunden paddle ich vom «Fischers Fritz» zum «Kiosk» und wieder zurück. Da kommen mir die besten Ideen und ich kann das Durcheinander in meinem Kopf in dieser Zeit ordnen.

 

Beeindruckende Persönlichkeit? Ich liebe es, mit Eric Hämmerli unterwegs zu sein. Ich kenne ihn schon ewig. Wir sind damals beide fast durch die Hotelfachschule geflogen! Mit ihm kann ich drei Stunden über einen Gartenzweig philosophieren, aber auch so richtig blöd tun. Der ist wie ich nie erwachsen geworden. Und da sind da noch unsere legendären Reisen nach Russland, inklusive Wodka-Session. Oder Ibiza: Dort sind wir in einem Club gelandet, wo eine Transfrau auf der Bar Kirchenlieder gesungen hat. Ein unvergesslicher Abend mit Eric. Ich habe den fürs Leben gern.

 

>> Michel Péclard ist eigentlich diplomierter Buchhalter. Seine Karriere als selbständiger Gastro-Unternehmer begann mit einem zusammengebastelten Grill-Stand am Zürifest 1994. Den ersten Grosserfolg landete er mit dem Restaurant Pumpstation – eine Gartenwirtschaft direkt am Zürichsee unweit des Bellevues mit Grill. Danach folgten viele weitere Betriebe in und um Zürich: Café Schober, Rooftop im Modissa-Gebäude, Coco hinter dem Paradeplatz und Fischer’s Fritz. Am 1. März eröffnet nun sein neuster Streich an der Bahnhofstrasse: Pic-Chic – mit einer Sushi Bar vom «The Chedi» in Andermatt, chinesischer Strassenküche von «Wesley’s Kitchen» und der hauseigenen Konditorei. Eine gesamte Auflistung aller Betriebe findest du auf http://www.peclard.net/.