Axel und Jean-François Maye
Wine & Drinks

Schweizer Top-Winzer: die Gebrüder Maye!

Axel und Jean-François Maye geniessen im Wallis Ikonen-Status. Vor allem ihr Syrah ist aufregend gut.

von Elsbeth Hobmeier | 12. April 2017

Zauberwort «Vieilles Vignes». Alte Rebstöcke prägen den Charakter des Chardonnay, aber auch ganz besonders des Syrah aus dem Hause Simon Maye et Fils in St-Pierre-de-Clages. Vater Simon Maye war einer der ganz grossen Walliser Pionierwinzer, Qualität stand für ihn immer im Vordergrund. In diesem Sinn führen die beiden Söhne Jean-François und Axel seit Jahrzehnten den Betrieb weiter. Der eine in den Reben, der andere im Keller - die Liebe zum Echten beflügelt sie, die Einzigartigkeit der verschiedenen Rebsorten ist ihnen wichtig. Mit diesem Hintergrund machen sie Weine, die zu den Besten des Landes gehören. Deshalb zeichnete sie der GaultMillau als «Ikonen des Schweizer Weins» aus.

 

Geduld wird belohnt. Der unangefochtene Spitzenreiter ist der Syrah. Genauer: ihr Syrah Vieilles Vignes. Seit 1985 bauen sie diese Sorte an. Und haben es geschafft, damit in eine ernsthafte Konkurrenz zu treten mit den Syrahs der weltberühmten Anbaugebiete Côte Rôtie und Hermitage, die weiter rhoneabwärts in vergleichbaren Bedingungen wachsen. Die Trauben werden sorgsam und mit minimalen Eingriffen zu einem dichten, feinwürzigen, mineralisch-frischen Klassewein gekeltert. Die Maxime von Axel Maye im Keller heisst: sorten- und terroirtypische Weine mit einem überdurchschnittlichen Alterungspotenzial. Wer die Geduld hat, sie erst nach Erreichen der optimalen Reife zu öffnen, wird mit Raritäten erster Klasse belohnt.

 

Geheimtipp Heida! Eingekeltert werden nur die eigenen Trauben. Sie wachsen auf einer Fläche von 11,5 Hektaren in den Gemeinden Chamoson, Leytron und Ardon. Die ganze Familie arbeitet mit, und mit Axel Mayes Sohn Raphaël ist bereits die nächste Generation am Start. Meilensteine haben die Mayes auch mit ihren Fendants der verschiedenen Terroirs von Trémazières, Moette und Fauconnier gesetzt. Probieren sollte man zudem den im Holz verfeinerten Heida mit seinen Zitrus- und Quittenaromen, den mineralischen Chardonnay und die kräftige, fruchtige Petite Arvine.

 

Demut und Selbstdisziplin. Geny Hess, Präsident der GaultMillau-Weinjury: «Seit Jahrzehnten hat die Frühjahrsdegustation auf der Domäne Simon Maye & Fils einen festen Platz in meiner Agenda. Die Maye-Brüder haben dank ihrer überdurchschnittlichen Kompetenz im Weinberg und Keller, mit der nötigen Demut und Selbstdisziplin, vor allem aber dank ihrem Respekt vor Tradition und fortschrittlichem Denken nachahmenswerte Massstäbe gesetzt.»