Pommes & Gourmet. Der Europa-Park in Rust, nur eine Autobahnstunde von Basel entfernt, ist für temporeiche Attraktionen mit beeindruckenden G-Kräften wie den Silver Star oder den «Blue Fire Megacoaster» bekannt. Eine weniger offensichtliche, aber wichtige Qualität des beliebtesten Freizeitparks der Schweizer ist das kulinarische Niveau. Vom Pulled Pork mit Pommes bis zum Gourmetrestaurant Amolite mit zwei Michelin-Sternen bietet Rust eine enorme Bandbreite. Die jüngste Innovation heisst «Eatrenalin» und ist die geniale Erfindung von Thomas Mack und des kürzlich verstorbenen Gastronomieexperten Oliver Altherr. Die Familie Mack führt den Europa-Park seit der Eröffnung im Jahr 1975 und entwickelt ihn konsequent weiter. 

Umami Eatrenalin

Im Umami-Raum: Die Gäste rollen auf selbstfahrenden Sesseln durch verschiedene thematische Welten.

Eine fantastische Reise. «Multisensorische Fine Dining Experience» ist das Programm im «Eatrenalin» oder, etwas schlichter ausgedrückt: Als Gast erlebt man, unterwegs auf autonom fahrenden, bequemen Sesseln, eine fantastische Reise durch verschiedene Räume. Durch Projektionen, Düfte, Klänge und natürlich mit Gerichten wird eine multimediale Geschichte erzählt. Für den gastronomischen Teil ist seit kurzem Peter Hagen-Wiest verantwortlich. Und der Küchenchef des «Amolite» hat sich für das neue Menü, das ab dem 31. August bis zum Ende des Jahres 2025 serviert wird, etwas Neues einfallen lassen: Erstmals werden im «Eatrenalin» auch Gerichte von Gastköchen serviert. Die beiden Schweizer Christian Kuchler und Stefan Heilemann, bekannt für ihre freundschaftliche und kulinarische Verbundenheit, haben Rezepte zur Verfügung gestellt, welche das Team vor Ort jetzt umsetzt. «Ich habe mich vom Konzept des Hangar 7 inspirieren lassen», gibt Peter Hagen-Wiest unumwunden zu. Im legendären Salzburger Restaurant kocht das Team vor Ort jeweils für einen Monat das Menü eines Gastkochs.

Christian Kuchler Eatrenalin

Neues Universum: Christian Kuchler im Raum «Universe».

Stefan Heilemann Eatrenalin

Ein Gericht aus dem Ozean: Stefan Heilemann.

Peter HAgen-Wiest

Sportliche Aufgabe: Küchenchef Peter Hagen-Wiest.

Heilemann und der Ozean. «Mir ging es darum, nicht nur einfach ein neues Menü zu schreiben, sondern den Gästen neben der grossartigen Show, auch ein kulinarisches Erlebnis zu bieten, das in Erinnerung bleibt», sagt Peter Hagen-Wiest. In einem der Räum, in dem es thematisch um den Ozean und «Sinnliches aus den Tiefen des Meeres» geht, wird jetzt passenderweise ein Gericht von Stefan Heilemann serviert: Passe oder, wenn es etwas exklusiver sein darf, gebratenes Krustentier mit Pak Choi und Tom Yum.  

Lachsforelle Heilemann Eatrenalin

Passend zum Thema: Lachsforelle mit Quinoa, Süsskartoffel und Minze von Stefan Heilemann.

Rehterrine Kuchler Eatrenalin

Täglich frisch zubereitet: Christian Kuchlers Reh-Terrine mit mit Foie Gras.

Kuchler auf dem Mond. Christian Kuchler hingegen hat – eher überraschend – etwas zum Thema Weltraum beigetragen, «auch wenn er natürlich nicht auf dem Mond zu Hause ist», wie Peter Hagen-Wiest lachend sagt. Serviert wird jetzt der Kuchler-Klassiker Rehpastete mit einem Kern aus Foie Gras im Blätterteig. Rund 160 Gäste pro Abend kommen in Genuss dieses ungewöhnlichen Erlebnisses. Das «Eatrenalin» ist schliesslich eine ziemlich grosse Show, immer 16 Personen gehen gleichzeitig auf die Reise. «Wir können bis zu 200 Couverts pro Abend servieren», sagt der verantwortliche Küchenchef. Das sei logistisch und organisatorisch eine sportliche Herausforderung. 

     Eingang Eatrenalin

Gastronomische Magie: der Eingang zum Restaurant Eatrenalin im Europa-Park Rust.

Qualität durch Frische. Trotzdem legt Peter Hagen-Wiest Wert darauf, dass möglichst frisch gekocht wird: «Frische ist für mich ein Ausdruck von Qualität». Daran werde jetzt gearbeitet. Für ein Restaurant dieser Grösse sei das eine Herausforderung, «die etwas Mut» verlange, sagt der erfahrene Koch, der einst im Team von Peter Knogl gearbeitet hat. Im Europapark beaufsichtigt Hagen-Wiest alleine für das «Eatrenalin» 16 Mitarbeiter, die in zwei verschiedenen Küchen tätig sind. Und «als Verantwortlicher spule ich da einige Kilometer ab», sagt er. Für das Menü in acht Gängen und ein Erlebnis für alle Sinne, wie es im «Eatrenalin» versprochen wird, gehen sowohl Peter Hagen-Wiest wie auch seine Schweizer Gastköche buchstäblich weite Wege.

Fotos: HO, Remy Steiner, Nik Hunger