Salvatore Frequente und Marco Campanella
Starchefs

Mutig! «Caminada light» im «Eden Roc» Ascona

Basta Pasta! Das «Eden Roc» setzt auf sehr moderne Küche. Und auf Andreas Caminada-Schüler Marco Campanella.

24. Juli 2018

Text: Urs Heller Fotos: Joseph Khakshouri, HO

Gambero am Spiess. Spass darf sein im Swiss Deluxe Hotel Eden Roc: Marco Campanella, der «Neue» im Gourmetrestaurant «La Brezza» (Bild oben, rechts, mit Salvatore Frequente) serviert uns zur Begrüssung einen Edelkrebs aus Mazara del Vallo am Spiess. Es wird empfohlen, den Gambero rosso «mit allem» zu verschlingen, also auch mit den knusprigen Beinchen. Es schmeckt, auch dank der Bitterorangen-Sauce am Meergetier. Andere «starters» kommen uns bekannt vor: Kopfsalat, Überraschungsei. Nicht wirklich eine Überraschung: Campanella war in den Caminada-Küchen unterwegs, zuletzt als «Vize» im «Igniv» St. Moritz. «Ein guter Mann», lobt der Lehrmeister.

Marco Campanella
New Kid on the Block: Caminada-Schüler Campanella ist der neue Chef im «La Brezza».

Sapori del sud? War einmal! Salvatore Frequente ist nach wie vor Executive Chef im «Eden Roc» und auch engagierter Coach und Nachwuchsförderer. Nur sein «Sapori del Sud»-Konzept ist weg, was wir natürlich bedauern. Salvatore war ein grossartiger Botschafter der italienischen Küche und dem GaultMillau immer 17 Punkte wert. Marco Campanella mag’s moderner, frecher, internationaler. Aber seine ersten Kreationen lassen sich sehen: Ein Black Cod, mit «falscher Erbse» (aus Mehl und Wasser), dann mit einem tollen «Finferli»-Törtchen (italienisch für Eierschwämmli). Wagyu-Tafelspitz und Lammlende, beide Gänge mit fantastisch tiefen Saucen, die die italienische Küchenbrigade mehrere Tage beschäftigt haben. Herausragend gut ein letzter Gruss nach Italien: Hauchdünne Ravioli mit Burrata; so kocht man die Dinger im kleinen Dörfchen Andria bei Bari. Der GaultMillau notiert: Start geglückt.

Marco Vastarella
Ein junger Chef aus Neapel fürs «Marina»: Marco Vastarella.

Marina? Noch ein Marco. Executive Chef Frequente stellt noch einen zweiten Jungstar vor. Marco Vastarella aus Napoli hat das unkomplizierte, direkt am Lago Maggiore gelegene Restaurant Marina übernommen. Hier darf und muss Italianità sein! Der junge Mann hat’s drauf: Seine offene Lasagnetta mit Langustine und kleingehacktem Branzino, angerichtet auf tiefgelben Teigblättern, hat Klasse. Der «Fritto Misto» und das Tatar vom Gambero Rosso mit Limetten, Basilikum, Radieschen und Burrata auch. In der Lounge sind Marcos «Bruschettone» der Renner. In der historischen «La Casetta» steht die junge Tessinerin Amina Melciorre an Grill und Herd: Risotto mit Zitrusfrüchten und Jakobsmuscheln, grossartiges (MSC-)Meergetier in der Fischauslage. Wir orderten einen Turbot aus der Bretagne und stellten fest: Die junge Lady kocht mit viel Gefühl für den perfekten Garpunkt.

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Topadresse in Ascona: Das «Eden Roc», direkt am Lago Maggiore gelegen, mit tollen Restaurants.

Das Freitagsbuffet. Und die Tavolata. Das «Eden Roc» bietet noch viel mehr: ein unglaubliches Buffet jeweils am Freitag, aufgebaut von Cyrille Kamerzin, mit Pasteten & Terrinen, Hummer & Sushi, Haxen & Karees – und selbst mit einer kleinen «Bollito misto»-Ecke. Attraktiv ist auch «Grotto Tavolata»: General Manager Andreas Gartmann deckt auf dem eleganten Bootssteg («Il Pontile») einen langen Tisch für 50 Gäste auf. Das Tessin bittet an einen Riesentisch, mit Risotto aus dem Kupferkessel, golden angebratenen Porcini und Tagliata. Den Blumenschmuck dazu liefert Marianna di Giorgio, eine der besten Floristinnen im Swiss-Deluxe-Imperium.

 

>> www.edenroc.ch