Antonio Gioiella
Starchefs

Mostkrug, St. Erhard: Zander & freche Rüebli

Antonio Gioiello verblüfft die Gäste: Die Rüebli zum Zander sind ungeschält, geschmort und prima! 13 Punkte.

20. November 2018

Text: GaultMillau Schweiz Fotos: Joseph Khakshouri

Tipp «vom Buume». «Besuchen Sie doch mal den Mostkrug in St. Erhard», empfahl uns Hannes Baumann, der grummlige 16-Punkte-Chef a.D. Antonio Gioiello steht dort am Herd,  hat zuvor ein paar Jahre «bim Buume» in Wikon LU gearbeitet und offenbar gut aufgepasst. Im ehrwürdigen «Mostkrug» zu St. Erhard («Teret» im Volksmund, 1506 erstmals geschichtlich erwähnt!), kocht er unkonventionell, mutig und gut; der Gasthof mit Sääli und Stübli ist wieder zurück im Guide. Angetan hat es uns vor allem ein Gericht: Die Zanderfilets vom «Chapf» im nahen Büron; die Familie Steiger züchtet riesige, fleischige Dinger. Fasziniert haben uns die rustikalen Rüebli dazu: Ungeschält, 15 Minuten im Ofen geschmort, kraftvoll und ungewohnt natürlich. Die Pommerysauce dazu war heftig, aber gut!

Innenansicht Mostkrug
Neu im GaultMillau: Der «Mostkrug» von Antonio Gioiello in St. Erhard LU, 13 Punkte.

«Jumbo-Ravioli». Antonio Gioiello hatte noch ein paar Überraschungen auf Lager: Einen erfrischenden Frischlings-Carpaccio etwa mit rotem Zwiebelconfit. «Jumbo-Ravioli» in einem etwas dicken Teig, gefüllt mit Steinpilzen, serviert in einem wunderbar kräftigen Bouillon. Auch fürs «Surf & Turf» geht der Chef unkonventionelle Wege: Zur Black Tiger-Riesencrevette an schwarzer Pfeffersauce kombiniert er ein Frischlingsfilet; Kürbis-Kartoffelstock und Rosenkohlspalten gibt’s dazu. Tadellos auch die Desserts. Das Marsala-Sabayon ist ein Hausklassiker, das Zwetschgen-Tiramisù die Empfehlung der Saison.

Zanderfilet gebraten mit Ur-Rüebli an Zitronenjus
Kartoffeln Mostkrug
Weinkeller Mostkrug
Zanderfilet gebraten mit Ur-Rüebli an Zitronenjus
Kartoffeln Mostkrug
Weinkeller Mostkrug
Zanderfilet gebraten mit Ur-Rüebli an Zitronenjus
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Zanderfilet gebraten mit Ur-Rüebli an Zitronenjus, von Chef Antonio Gioiello.

Sympathische Weinpreise. Im «Mostkrug» probt man den Spagat. Nur «Gourmet» geht nicht auf dem Land, am Mittag schon gar nicht. Aber auch für den schnellen Businesslunch oder für einen Teller aus der Abteilung «Antonios Spezialitäten» gibt es gute Vorschläge: Erst eine Gemüsecrème aus dem Topf oder einen Salat aus der Schüssel, dann Pouletbrust mit Bavette (Pasta), Siedfleisch mit Meerrettich auf einem BBQ-Chili-Sauerkrautbeet oder einfach nur Penne an einer tadellosen Bolognese. Wer auf der fair kalkulierten Weinkarte sucht, der findet: Auch «Les Pagodes de Cos» oder «La Dame de Montrose» liegen unter der 100-Franken-Grenze. Zuvorkommender Service.

 

>> www.mostkrug.ch