Fotos: Thomas Buchwalder

Trennung noch vor der Eröffnung. Am 1. August öffnet die «Villa Florhof» in Zürich die Türen. Auf diesen Moment haben alle lange gewartet und hart dafür gearbeitet. Aber am Herd wird nicht wie geplant Christian Jürgens, der Dreisterne-Chef vom Tegernsee stehen. Die Missverständnisse haben sich gehäuft in den letzten Wochen, also geht man ab sofort und noch vor der Eröffnung getrennte Wege. Das heisst dann so in der Medienmitteilung: «Die Villa Florhof und Christian Jürgens haben nach reiflicher Überlegung gemeinsam entschieden, getrennte Wege zu gehen. Die Parteien danken einander für die Zusammenarbeit in der Aufbauphase und wünschen sich für die Zukunft alles Gute.» Nett formuliert. Bilder oben: Topchef Christian Jürgens, General Manager Tanja Wegmann.
 

Da war die Welt noch in Ordnung, halbwegs wenigstens: Christian Jürgens in der Florhof-Küche.

Da war die Welt noch in Ordnung, halbwegs wenigstens: Christian Jürgens in der Florhof-Küche.

Lieber ein Ende mit Schrecken. In der Causa Florhof/Jürgens gibt es nur Verlierer: Jürgens hätte die Chance gehabt, in Zürich nach unschönem Ende am Tegernsee neu durchzustarten. Und die Besitzer Silvio Denz und Peter Spuhler, die viel Energie und Geld in die Wiedereröffnung der Villa Florhof streckten, freuten sich eigentlich auf einen Top-Mann am Herd. Ärgerlich auch für die Vereinigung Relais & Châteaux: Sie hat vor wenigen Tagen die Aufnahme des «Florhofs» in den exklusiven Club vermeldet. Jetzt ist alles ganz anders, getreu dem Motto «Lieber ein Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende.»
 

Ein Fall für Hoffmann? Um die Brasserie wird sich General Manager Tanja Wegmann kaum allzu grosse Sorgen machen. Sie zählt gleich auf zwei Chefs, die für gutbürgerliche Küche sorgen sollen: John Schiffmann und Christian Hoffmann. Schiffmann kennt man in Zürich: Er hat die «Buech» in Herrliberg geführt, ehe Andreas Caminada das Kult-Restaurant an der Goldküste übernahm und mit Nicolas Schöder einen jungen Küchenchef aus den eigenen Reihen einsetzte. Hoffmann war fast vier Jahre lang die Nummer 2 bei Reto Brändli im «Adlon» Berlin, gehörte eigentlich zum Team Jürgens und steht jetzt plötzlich an der Front. Brändli rühmt ihn: «Christian versteht sein Handwerk und ist ein feiner Kerl. Er geht auch mit seinen Mitarbeitern vorbildlich um.» Das Signature Restaurant eröffnet erst im Spätherbst. Wer dort um Punkte und Sterne kochen wird, ist noch offen. Die «Villa Florhof» wird von der Lalique Group betrieben. Die Liegenschaft steht im gemeinsamen Eigentum vom Silvio Denz und Peter Spuhler; Spuhler ist am Betrieb des Hauses nicht beteiligt.

www.villaflorhof.com
 


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