Fotos: Olivia Pulver

Prominente Vorgänger. Vor zwei Wochen hat Kevin Romes die Kündigung im «Skins» in Lenzburg erhalten, das heutige 17-Punkte-Restaurant soll künftig nur noch Mittagsverpflegung anbieten. Danach ging alles schnell: Vergangene Woche war Innegrit Volkhardt, Besitzerin und Chefin des Hotels Bayerischer Hof in München, zu Gast bei Romes. Der 34-Jährige hat offensichtlich beim Probeessen überzeugt und wurde direkt engagiert: Am 1. April 2026 wird er Küchenchef im Restaurant Atelier. Seine Vorgänger sind Anton Gschwendtner (seit 2021) und davor Jan Hartwig, der hier erstmals drei Sterne erreichte.

Innenansicht Restaurant Atelier Bayerischer Hof München, 15.11.2017 © Andreas Richter

Eine der besten Adressen der Landeshauptstadt: das Restaurant Atelier im Hotel Bayerischer Hof in München.

Unter Beobachtung. Sein Auftrag sei es die aktuelle Bewertung von zwei Sternen zu halten. «Dann schauen wir mal, was noch passieren kann», sagt er. «Aber niemand fordert von mir, hier drei Sterne hinzuzimmern. Ich weiss auch gar nicht, ob ich das kann», so Kevin Romes. Er sei sich bewusst, dass er durch den Wechsel vom beschaulichen Lenzburg im Aargau in die Landeshauptstadt München unter Beobachtung stehe. «Aber ich versuche, möglichst unbeschwert da weiterzumachen.» Es gebe zurzeit nicht viele solche Stellen, deshalb sei es wohl Glück oder Schicksal, dass er diese Chance erhalte, so Romes.

Bortsch: Rande, Räucheraal, Meerrettich, Pumpernickel - Skin's Lenzburg - Kevin Romes - November 2024 - Copyright Olivia Pulver

Reduzierter Stil: Bortsch mit Rande, Räucheraal, Meerrettich und Pumpernickel von Kevin Romes.

Skin's Lenzburg - Kevin Romes - November 2024 - Copyright Olivia Pulver

«Möglichst unbeschwert weitermachen»: Küchenchef Kevin Romes.

Loup de Mer mit Purple Currykraut, asiatische Bouillon - Skin's Lenzburg - Kevin Romes - November 2024 - Copyright Olivia Pulver

Kochen nach Lust und Laune: Loup de Mer mit Purple Currykraut und asiatischer Bouillon im «Skins».

«Ich koche, worauf ich Lust habe.» «Die coole neue Aufgabe», wie der Koch und erklärte Fussballfan es nennt, habe er dank seiner Küche erhalten, die undogmatisch und in einem reduzierten Stil gehalten sei und seine neue Arbeitgeberin überzeugt habe. «Ich koche, worauf ich Lust habe», fasst das der gebürtige Deutsche zusammen, der seit vielen Jahren in der Schweiz arbeitet und vor seinem Job im «Skins» Sous-Chef im «Einstein Gourmet» in St. Gallen war. Bis zum 28. März 2026 kocht Kevin Romes noch in Lenzburg, dann bleiben ihm nur wenige Tage für Umzug und Neuanfang; «In München kann ich auf das Team zählen, dass jetzt schon da ist», sagt er.  

 

Foto «Atelier»: Andreas Richter