Text: Anita Lehmeier | Fotos: Olivia Pulver

Marsch aufs Bundeshaus. Ein Tross in Weiss, der für Aufsehen sorgte, spazierte letzte Woche durch Berns Innenstadt und posierte vor dem Bundeshaus – die Chefs der Vereinigung Jeunes Restaurateurs. Am Vorabend hatten die JRE-Mitglieder zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt: Helena Collaud vom «Le Pont de Brent» (16 Punkte) und Pascal Melliger vom «Wein & Sein» in Bern (15 Punkte). Helena Collaud ist die neue EU-Delegierte des Verbandes der jungen, unabhängigen Gastronomen. «Ich freue mich auf meine neue Aufgabe, die Reisen und den Austausch mit den JRE-Leuten im Ausland», sagt die Sommelière und Gastgeberin, die zusammen mit ihrem Partner Jeoffrey Fraiche, dem Chef der «Pont de Brent», seit vier Jahren bei JRE dabei ist. «Ich finde es wichtig, dass nicht nur Chefs und Männer im Vorstand des JRE sind», fügt sie schmunzelnd hinzu.

Sie können kochen, sie können feiern: Jeunes Restaurateur- Präsident Dennis Schmitt (l.), 17 Punktechef Björn Inniger.

Sie können kochen, sie können feiern: Jeunes Restaurateur-Präsident Dennis Schmitt (l.), 17 Punktechef Björn Inniger.

Wein, Sein & Taverne. Ebenfalls neu im Vorstand ist Pascal Melliger vom «Wein & Sein» in Bern. Er hat zusammen mit seiner Partnerin Daniela Jaun vor zehn Monaten ein Zweitlokal eröffnet, die «Burgunder Taverne» an der Speichergasse, eine gemütliche Weinbar mit Bistro-Küche. Und vor neun Monaten ist das Paar Eltern einer Tochter geworden. Zwei Betriebe und ein Baby zu betreuen sind schon eine Menge Büez, trotzdem liess sich Melliger nicht lange bitten, den Vorstandsposten bei JRE anzunehmen. «Die Zeit dafür investiere ich gern. Es ist bei allen Mitgliedern so viel Herzblut und Leidenschaft im Spiel, dass es sich nicht wie Arbeit anfühlt», erklärt Melliger. «Wir sind stolz und glücklich, immer wieder hoch motivierte Leute für den Vorstand gewinnen zu können», meint Denis Schmitt, langjähriger Präsident der JRE Schweiz und Chef im «Restaurant Le Murenberg» in Bubendorf.

Am grossen Topf für seine JRE-Freunde: Domingo S. Domingo, Chef im «Mille Sens» Bern.

Am grossen Topf für seine JRE-Freunde: Domingo S. Domingo, Chef im «Mille Sens» Bern.

Der Reiz der Silver Hill-Enten. Am Folgetag der GV traf sich die JRE-Familie bei Domingo S. Domingo im «Mille Sens» in der Schweizerhof-Passage in Bern zum Lunch. Im gedeckten Innenhof präsentierten die Partner von JRE ihre Spezialitäten, die als Amuse bouche serviert wurden. Neu mit dabei ist Bord Bia, das Irish Food Board. Von der grünen Insel gabs Häppchen von Silver Hill Duck. Die Enten überzeugten Pascal Melliger so sehr, dass er spontan für sein Fine-Dining-Restaurant «Wein&Sein» bestellte. «So gute Enten findet man in der Schweiz nicht», sagt Melliger begeistert. 
 

Lamm aus Irland, Gemüse vom Märit. Auch die Dry-Aged-Delikatessen von John Stone und der Lachs von Valentia Smokehouse überzeugten die Chefs. Irisches Lamm hatte dann auch Domingo S. Domingo in sein Menü aufgenommen, als Duo von der Brust und vom Karree, begleitet von Berner Märitgemüse, Mascarpone-Polenta und Granatapfel-Jus.Vorab hatte schon Domingos Kreation mit Speck, Krevetten, Alpen-Egli, Nudeln und Kokos-Ingwer-Zitronenemulsion die JRE-Familie verzückt. Zum süssen Abschluss gabs Tarte Tatin aus Ermelsburger Boskop-Äpfeln mit Calvados-Vanille-Glace und Salzkaramell mit fermentiertem Pfeffer.

Der neue JRE-Vorstand: v.l. Pascal Melliger («Wein&Sein», Bern), Reto Gadola (Casa Alva, Trin), Björn Inniger («Alpenblick», Adelboden), Denis Schmitt («Le Murenberg», Bubendorf BL),  Helena Collaud («Le Pont de Brent», Brent VD), Patrick Germann («Bären»,Schwarzenburg BE).

Der neue JRE-Vorstand: v.l. Pascal Melliger («Wein&Sein», Bern), Reto Gadola (Casa Alva, Trin), Björn Inniger («Alpenblick», Adelboden), Denis Schmitt («Le Murenberg», Bubendorf BL), Helena Collaud («Le Pont de Brent», Brent VD), Patrick Germann («Bären», Schwarzenburg BE).

Treffpunkt der Einzelkämpfer. Fragt man die Members nach ihrer Motivation, bei JRE mitzumachen, kommt stets die gleiche Antwort: das Gemeinschaftsgefühl. «Wir haben als junge, unabhängige Gastronomen alle die gleichen Freuden und Leiden», sagt Pascal Melliger. «Darüber können wir uns bei den JRE-Treffen oder bei gegenseitigen Besuchen austauschen. Zu erfahren, dass andere die gleichen Probleme haben und wie sie sie lösen, ist für uns Einzelkämpfer sehr hilfreich.» Wie wichtig das JRE-Netzwerk ist, zeigte sich in der grossen Gästeschar, die aus allen Ecken der Schweiz angereist war. Und wie wichtig der Verband für den Nachwuchs ist, liess sich daran ablesen, dass viele der Neumitglieder am Partnertag in Bern anwesend waren. Zum Beispiel Sara und Ben Jan vom «Essort» Bern oder Andrea Maugeri von der «Nuovo Bourg» in Saillon.

>> www.jre.ch