Nach wie vor volles Haus. Vor gut einem Jahr wurde das Restaurant Ottolenghi in Genf eröffnet. Und noch immer ist im Erdgeschoss des Swiss Deluxe Hotels Mandarin Oriental praktisch jeder Tisch besetzt, wohlgemerkt an einem ganz normalen Mittwochmittag. Immerhin ist es inzwischen möglich, mit etwas Glück auch mal in letzter Minute noch einen Platz zu bekommen.

Chef Martin behält den Überblick. Von dort aus blickt man in die Küche im hinteren Teil des Saals. Und bemerkt mit Freude, dass dort noch immer Maxime Martin (Foto oben) am Herd steht. Er ist gerade damit beschäftigt, die Teller am Pass anzurichten – ohne aber das Gemüse aus den Augen zu verlieren, das gerade in den züngelnden Flammen gart. Was sich aber trotz all der Konstanz geändert hat: Neu ist ein Business Lunch erhältlich; das sogenannte «Menü des Chefs» kostet 55 Franken und besteht aus zwei Vorspeisen und zwei Hauptgerichten, also gesamthaft vier Gerichten. Für 10 Franken mehr kann dies mit einem Dessert ergänzt werden.

Kürbis-Muhamarra mit knusprigen, karamellisierten Walnüssen: Ein Gericht von Maxime Martin, das Yotam Ottolenghi begeistert hat!

Gericht von Maxime Martin: Kürbis-Muhamarra mit karamellisierten Walnüssen.

Der Chef und Kochbuchautor besucht das Genfer Restaurant mehrmals im Jahr.

Der Chef und Kochbuchautor besucht das Genfer Restaurant mehrmals im Jahr.

Dessert bei Ottolenghi

Der Lunch kann mit einem Dessert ergänzt werden, etwa Schokoladen-Tahini-Cake mit Anis-Glace.

Abgesegnet vom Superstar. Satt wird man so auf jeden Fall! Das Zmittag beginnt mit wunderbar dunkelorangem Kürbis-Muhamarra, ein typischer Dip aus der arabischen Küche, der mit warmem, selbst gebackenem Pitabrot serviert wird. Die schön cremige Konsistenz wird wunderbar ergänzt vom Knacken karamellisierter Walnusskerne. Die Idee zu diesem Gericht kommt von Chef Martin; es wurde aber vom Bestsellerautor und kulinarischen Superstar Yotam Ottolenghi bei einem seiner regelmässigen Besuche in Genf für gut befunden und abgesegnet.

Von Syrien nach Georgien. Von diesem in Syrien verbreiteten Gericht springen wir, so wie es für den Kochstil von Ottolenghi so typisch ist, nach Georgien: Es folgt ein Randen-Pkhali, also fein geschnittenes Gemüse mit pürierter Walnuss-Sauce und einem Schuss grünem Olivenöl. Falls Sie Lust verspüren, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, können als Alternative die gerösteten Kirschtomaten wärmstens empfohlen werden. Süsslich karamellisiert und wunderbar prall liegen sie auf einem Bett aus dickem Zitronenjoghurt, gewürzt mit Urfa-Chili und einem Hauch Oregano. Kompliziert ist das vielleicht nicht, dafür richtig, richtig gut!

Ottolenghi Restaurant Genf

Die Bar nimmt eine zentrale Rolle im Genfer Restaurant ein.

Sellerie-Shawarma mit Tomatensauce. Nach den Vorspeisen braucht es noch etwas Platz im Bauch. Etwa für das vegetarische Shawarma mit Sellerie, einem der Signature Dishes des Hauses. Im Pitabrot serviert, ist es Streetfood von höchster Qualität; Bissen um Bissen tunkt man mit Genuss in eine fermentierte Tomatensauce. Mindestens so schmackhaft: Kabeljau mit Pistazien-und-Macadamia-Kruste, der in einer Liebstöckel-Vichyssoise schwimmt. Der Fisch ist perfekt auf den Punkt gegart!

The Place to B. Noch eine Änderung gilt es zu vermerken: Auch das Angebot an der Bar wurde deutlich erweitert wurde. Barkeeper Christophe Pinto hat mehrere neue Cocktails kreiert, darunter auch alkoholfreie Drinks wie den erfrischenden «Herbarium» mit Shizo-Tee, säuerlichen grünen Äpfeln, Gurke und Dill. Das Getränk schmeckt solo - oder es ergänzt die bei «Ottolenghi» servierten würzigen Gerichte perfekt. Aktuelles GaultMillau-Rating: 14 Punkte.

>> www.ottolenghi.co.uk

 

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Die GaultMillau-Tester stellen im Auftrag der UBS jede Woche einen «Place to b.» vor: Adressen für den gepflegten Businesslunch, für den Brunch am Wochenende, für ein Essen mit Freunden, für Trendsetter & Entdecker, für Verliebte. Bereits erschienene «Tipps der Woche» finden Sie hier

 

Fotos: HO, Fabien Goubet